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Eisbahn in der Innenstadt

"Eislaufen geht auch im Januar"

AHAUS Die Stadt ist auf der Suche nach einer Eisbahn für die Weihnachtszeit. Doch den „Winterzauber“ muss es nicht nur im Dezember geben.

"Eislaufen geht auch im Januar"

Ob in diesem Jahr eine Eisbahn in der Innenstadt aufgebaut wird, ist noch unklar.

Winterzauber in Ahaus – eine schöne Sache: eine Eisbahn vor dem Rathaus, eine Rodelbahn an der Wallstraße, dazwischen Holzhütten und ein Karussell. Fertig. Doch ganz so einfach gestaltet sich die Sache nicht. Die Stadt sucht händeringend eine Firma, von der sie eine Eisbahn mieten kann. Schließlich drängt die Zeit.

Rundum-Sorglos-Paket

Aber warum muss ein solcher Winterzauber nur auf die Weihnachtszeit begrenzt sein? Frühlingsanfang ist doch erst am 20. März. „Wir führen Sie aufs Glatteis“, das versprechen in Deutschland einige Firmen. Die Unternehmen bieten fest installierte Bahnen oder mobile Eisflächen. Das Angebot fängt bei Vier-Quadratmeter-Bahnen an und reicht bis zu mehr als 1000 Quadratmeter großen Bahnen als Rundum-Sorglos-Paket. „Man muss nur noch selber für den Glühwein sorgen“, heißt es dazu in der Werbung.

Die Stadt rechnet mit Mietkosten in Höhe von 83.000 Euro, wenn sie eine 20 mal 20 Meter große Eisbahn vors Rathaus stellen will. Hinzu kommen unter anderem Personal- und Energiekosten. Insgesamt beziffert die Stadt den finanziellen Aufwand auf 103.000 Euro. Sponsorenbeiträge abgerechnet, klafft eine Finanzierungslücke von 56.000 Euro. Ein Betrag, der sich deutlich verringern ließe, sagt ein führender Mitarbeiter eines bundesweit tätigen Unternehmens auf Anfrage. Der Eisbahn-Experte will namentlich nicht genannt werden.

Vorschlag: Nachsaison

Sein Vorschlag für Ahaus: „Warum geht die Stadt nicht in die Nachsaison?“ Mittlerweile gebe es in Deutschland etliche – auch größere – Städte, die mit dem Aufbau ihrer Eisbahnen bewusst in die Zeit nach dem Jahreswechsel gingen. „Man muss sich von dem Gedanken lösen, dass eine Eisbahn unbedingt in die Adventszeit gehört. Ende Januar ist die Miete einer Eisbahn deutlich günstiger.“ Nicht nur das: „Der Stromverbrauch ist niedriger, weil es im Januar, Februar meist deutlich kälter ist als im Dezember. Da spart man einiges.“

Stromverbrauch

Doch wie viel Energie verbraucht eine 400 Quadratmeter große Eisbahn, wie sie in Ahaus aufgebaut werden soll? Der Fachmann rechnet mit einem Stromverbrauch von zwei Kilowattstunden pro Tag und Quadratmeter Eisfläche. Als dritten Punkt nennt er die fehlende Konkurrenz. „Das Weihnachtsgeschäft ist durch, die Weihnachtsmärkte auch. Die Eisbahnen rund um Ahaus sind abgebaut.“ Das bringe Zulauf und mache sich zum Beispiel bei den Einnahmen für den Schlittschuh-Verleih bemerkbar. Der Fachmann fasst zusammen: „Drei Faktoren, die schnell mal einen fünfstelligen Betrag ausmachen.“ Noch einen weiteren finanziellen Aspekt nennt er: „Hat man in Ahaus eigentlich schon über Bandenwerbung nachgedacht?“

Vorlaufzeit

Ob in Ahaus in diesem Jahr eine Eisbahn steht, da hat der Experte so seine Zweifel. „Meiner Erfahrung nach braucht man einige Wochen, bis alles unter Dach und Fach ist.“ Gerade auch mit Blick auf Schulklassen, die das Eisvergnügen nutzen sollen, brauche es Vorlaufzeit. „Im Normalfall werden die Schulen im September angeschrieben, damit sie ihre Ausflüge in die Wege leiten können. Das muss ja von der Schulseite her rechtlich alles abgesichert werden.“

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