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Schafe helfen bei der Grünpflege

Mähhelfer auf vier Beinen

WESSUM Die Stadt Ahaus setzt bei der Bewirtschaftung ihrer Grünflächen auf „tierische Rasenmäher“: Zehn Schafe – ein Coburger Fuchsschaf und neun schwarzköpfige Fleischschafe – bearbeiten derzeit das Regenrückhaltebecken Am Bahndamm in Wessum.

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Ab zur Arbeit: Die Tierhalter Norbert Sass und Annemarie von Eynern sowie Norbert Wigger (Stadt) lassen die Schafe ins Regenrückhaltebecken Am Bahndamm in Wessum.

Die Stadt setzt am Regenrückhaltebecken in Wessum auf „tierische“ Mähhelfer.

Gut 6000 Quadratmeter sattes Grün stehen den Schafen zur Verfügung – und die Tiere begannen am Montag sofort mit ihrer „Arbeit“. Sehr zur Freude von Richard Bömer vom Tiefbauamt und seinem Kollegen Norbert Wigger. „Wir haben nichts dagegen, wenn unsere naturnahen Flächen kurz gehalten werden.“ Das städtische Regenrückhaltebecken (RRB) Am Bahndamm ist eines von insgesamt 26. „Ein Trockenbecken“, erklärt Richard Bömer. Es stehe nicht immer Wasser darin.

Regenkläranlage

Die Besonderheit: Dem Regenrückhaltebecken ist eine Regenkläranlage vorgeschaltet, denn auch Regenwasser aus dem angrenzenden Gewerbegebiet fließt hierhin. Richard Bömer: „Bei Gewerbeflächen muss das Regenwasser vorgereinigt werden, das ist eine rechtliche Vorgabe.“ Das Wasser könne zum Beispiel durch den Reifenabrieb beim Rangierverkehr und durch Dreck auf draußen gelagerten Materialien stärker verschmutzt sein als Regenwasser aus Wohngebieten. In der Regenkläranlage setzt sich der Schlamm am Boden ab und wird zur Kläranlage gepumpt, das gereinigte Wasser fließt in das Rückhaltebecken und von dort kontrolliert weiter in die Natur. Einmal im Jahr steht die Reinigung der Regenrückhaltung in Wessum an. „Nach der Brutperiode, Ende Juni, Anfang Juli“, erklärt Norbert Wigger. Die Fläche wird gemäht und das Grün abgefahren. Diese Arbeit spart sich die Stadtverwaltung jetzt dank der vierbeinigen Mähhelfer.

Win-Win-Situation

„Das ist eine Win-Win-Situation“, sagt Richard Bömer. „Der Schäfer bekommt eine Fläche für seine Tiere und wir müssen weniger Grünflächen bewirtschaften.“ Dass die Stadt die Regenrückhaltung dazu mit einem Schafszaun versah, sei keine große Investition gewesen. „Die anderen Becken werden wir auch noch damit ausrüsten.“ Einige Wochen lang bleiben die Schafe in Wessum, erklären die Tierhalter Annemarie von Eynern (kleines Foto) und Norbert Sass. Beide hatten bei der Stadt angefragt, ob es abzugrasende Flächen gebe. In Kürze wird die Gruppe noch um zwölf Tiere aufgestockt. Zu fressen gebe es auf der Fläche genug für alle. Annemarie von Eynern: „Dass nicht gerade Trinkwasserqualität aus der Leitung kommt, ist egal. Die Tiere sind nicht so empfindlich.“

Mit Nachbarn gesprochen

Insgesamt halten von Eynern und Sass 120 Schafe auf ihrem Hof in Stadtlohn – wenn die Vierbeiner nicht gerade gruppenweise Grünflächen außerhalb abgrasen. „Einige Tiere stehen zum Beispiel auf der Trabrennbahn in Recklinghausen.“ Mit den Familien in der Nachbarschaft des Regenrückhaltbeckens sei über die Tierhaltung gesprochen worden, sagen die beiden Tierhalter. „Sie haben ein Auge darauf.“ Norbert Wigger berichtet von durchweg positiver Resonanz von Seiten der Bevölkerung. Annemarie von Eynern: „Das beruhigt doch total, wenn man den Schafen beim Grasen zuschaut.“

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Ab zur Arbeit: Die Tierhalter Norbert Sass und Annemarie von Eynern sowie Norbert Wigger (Stadt) lassen die Schafe ins Regenrückhaltebecken Am Bahndamm in Wessum.

Die Stadt setzt am Regenrückhaltebecken in Wessum auf „tierische“ Mähhelfer.

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