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Schutz vor Terrorismus

Mauerbau am Zwischenlager

AHAUS Das Brennelemente-Zwischenlager (BEZ) in Ahaus schottet sich weiter ab. Bis zum Jahr 2020 entsteht rund um die Lagerhalle eine zehn Meter hohe und insgesamt etwa 500 Meter lange Betonwand. "Das machen wir nicht, weil eine aktuelle Bedrohung vorliegt, sondern weil sich die Sicherheitslage insgesamt verändert hat", sagt Burghard Rosen, Pressesprecher der Betreibergesellschaft GNS.

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Rund um das 196 Meter lange, 38 breite und 20 Meter hohe Brennelemente-Zwischenlager entsteht eine zehn Meter hohe Schutzmauer aus Beton. Sie wird mit der Oberkante der Klinkerwand abschließen und soll ebenfalls verklinkert werden.

Mit sogenannten Zugversuchen wird derzeit die Bodenbeschaffenheit um die Lagerhalle untersucht.

Derzeit ist die Firma Beton- und Monierbau aus Nordhorn dabei, die Tragkraft und Festigkeit des Bodens zu erproben. Bislang gab es nur Berechnungen, wie die Erde rund um das BEZ in mehreren Metern Tiefe auf den Mauerdruck reagiert.

363 Betonpfähle

"Jetzt wird konkret geprüft, was vorher berechnet wurde", erklärt Rosen. Über acht Stunden laufen derzeit sogenannte Zugversuche. Mehrere Betonpfähle werden 13 Meter tief in die Erde gebohrt. Dann wird mit einem Druck von bis zu 250 Tonnen versucht, sie wieder hochzuziehen. Elf Zentimeter darf ein Pfahl maximal nachgeben, in ersten Versuchen waren es sechs Millimeter. Später wird die Mauer auf insgesamt 363, in Zweierreihe angebrachten Betonpfählen stehen. Die Betonmauer selbst wird vor Ort in mehreren Etappen gegossen. Die einzelnen Betonsegmente sind jeweils 50 Meter lang. Damit möglichst wenig Fahrzeuge aufs hochgesicherte Gelände müssen, richtet die Firma eine Betonpumpstation ein. Die Betonmischer halten auf einer eigens eingerichteten Schotterstraße vor dem Zaun, per unterirdischer Leitung fließt der Beton zur Baustelle.

Burghard Rosen tritt Gerüchten entgegen, die Mauer - deren Baukosten deutlich im siebenstelligen Bereich liegen - sei der erste Schritt, um Ahaus als Endlager für Atommüll in Stellung zu bringen. "Das hat damit nichts zu tun. Es geht rein um Anlagensicherung." Solche Schutzmauern würden derzeit um alle Atommüll-Zwischenlager in Deutschland gezogen.

Terrorismus

Auslöser des Mauerbaus war der 11. September 2001. Gezielte Flugzeugabstürze zeigten ein neues Gefährdungspotenzial. Neue Formen des Terrorismus kamen hinzu. Die Schutzmauer soll als zusätzliche Barriere ein gewaltsames Eindringen ins Lager erschweren und der Polizei mehr Zeit zum Eingreifen gegeben. Bis die Mauer ihre Funktion vollständig erfüllen kann, dauert es noch drei Jahre. "Wir arbeiten bis dahin mit mehr Überwachungs- und Sicherheitstechnik", erklärt Rosen. Als "temporäre Maßnahmen" sind zwei Fahrzeuge auf dem Gelände im Einsatz, das Sicherheitspersonal wurde aufgestockt.

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Rund um das 196 Meter lange, 38 breite und 20 Meter hohe Brennelemente-Zwischenlager entsteht eine zehn Meter hohe Schutzmauer aus Beton. Sie wird mit der Oberkante der Klinkerwand abschließen und soll ebenfalls verklinkert werden.

Mit sogenannten Zugversuchen wird derzeit die Bodenbeschaffenheit um die Lagerhalle untersucht.

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