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Kirmes-Krammarkt in Ahaus

Stahlharte Argumente

AHAUS „Wer den Schäler kennt, der wird den Hobel lieben!“ Was wäre der Krammarkt in Ahaus ohne solche Verkaufssprüche? Halb so witzig! Über 200 Stände knubbelten sich am Montag auf der Wallstraße und in der Fußgängerzone. Die Verkäufer allesamt gestählt in jahrzehntelangem Kundenkontakt, wie unser Rundgang zeigte.

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Der Ahauser Kirmeskrammarkt hat wieder starken Zulauf gefunden.

Die Händler wussten beim Kirmes-Krammarkt ihre Waren anzupreisen.

Beginnen wir mit „Willi‘s Förmchen“ und seinem Sortiment an Backwerkzeugen. Der Havixbecker Beschicker ist seit 15 Jahren in Ahaus dabei. Der Markt hier gefällt Mitarbeiterin Ruth Hardenberg wegen der Jahreszeit. „Jetzt geht es ja mit dem Backen wieder los.“ Vor allem junge Frauen hätten das Backen für sich entdeckt. Ruth Hardenbergs Erklärung: „Viele neigen zu Allergien. Sie stellen die Backzutaten lieber selber zusammen, um Allergene auszuschließen.“

Extra lange Exemplare

Ein paar Stände weiter zieht Thorsten Schwandt ein Paar Hosenträger in die Länge. „Extra lang sind die alle“, sagt der Remscheider. Schon sein Vater verkaufte in Ahaus die Alternative zum Gürtel. „Mitte 50 aufwärts“, sagt Schwandt über das Alter der Kundschaft. „Das sind Personen, die immer schon Hosenträger getragen haben.“ Neue kaufen sie, weil das alte Exemplar nicht mehr schön genug ist – oder ganz einfach schmutzig. „Hosenträger waren nie aus der Mode“, sagt Thorsten Schwandt. „Wer anderes behauptet, erzählt Quatsch.“

Udo Flick aus Hückeswagen verkauft Solinger Stahlwaren, Bürsten- und Holzwaren. Seit über 30 Jahren bietet er seine Waren beim Ahauser Krammarkt feil. Der Großhändler baut seinen Stand jährlich nur noch auf vier Märkten auf. „Wenn sie das so lange gemacht haben, da bleibt was in den Knochen hängen.“ Flick lobt, dass auf der Wallstraße – im Gegensatz zu früher – die Stände nur noch auf einer Straßenseite stehen. „Früher hatten wir einen Spezialisten gegenüber, der redete den ganzen Tag. Die Leute standen auf unserer Seite, aber schauten rüber. Diejenigen, die bei uns kaufen wollten, kamen nicht durch.“

Kaufwillige Kundschaft

Von einer kaufwilligen Ahauser Kundschaft berichtet Ingrid Eißmann aus Friesoythe. Sie verkauft Schmuck und Uhren – beim Ahauser Krammarkt immerhin schon seit 25 Jahren. Eißmann ist eine der wenigen Anbieter, die am Dienstag ihre Zelte nicht beim Mariä Geburtsmarkt in Telgte aufschlagen. Sie fährt nach Borken. „Da stehen die in fünf Reihen vor meinem Stand.“ Eißmann setzt auf den „3-D-Kauf“. Bei ihr darf die Kundschaft anprobieren. „Wichtig ist der Service. Armband kürzen, Batterie wechseln, das ist das, was die Leute wollen. Das gibt’s im Internet nicht.“ Internet, das ist ein Reizthema für Franz Kaupenjohann aus Ahlen.

„Das Internet macht viel kaputt“, sagt der 72-Jährige, der sich am Montag um 3 Uhr auf den Weg nach Ahaus machte. Kaupenjohann verkauft seit über drei Jahrzehnten Pfannen und Töpfe. „Viele kaufen lieber im Netz statt auf dem Markt“, merkt er beim Umsatz. „Aber das Geschäft in Ahaus läuft immer noch besser als bei den Märkten in Stadtlohn oder Vreden. Die Leute hier haben Geld.“

Ahauser Stammkundschaft

Thomas Meyer ist der letzte im Bunde, den wir besuchen. Seit über 30 Jahren gibt es bei ihm Lederpflege und Indus-triekleber. Der Wallenhorster schwört auf die Ahauser Stammkundschaft. „Die meisten decken sich mit einem Jahresvorrat bei mir ein. Und wenn’s mal knapp wird, schicke ich einfach was nach.“

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Der Ahauser Kirmeskrammarkt hat wieder starken Zulauf gefunden.

Die Händler wussten beim Kirmes-Krammarkt ihre Waren anzupreisen.

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