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Einzelhandel

Viele Läden verzichten Heiligabend aufs Öffnen

Ahaus/Kreis Der 24. Dezember – Heiligabend. Wirklich die allerletzte Gelegenheit zum Einkauf für die Festtage. Was aber, wenn er, wie in diesem Jahr, auf den vierten Adventssonntag fällt?

Viele Läden verzichten Heiligabend aufs Öffnen

Nicht alle Bäckereien sind an Heiligabend geöffnet. Foto dpa Foto: picture alliance / dpa

Wer an diesem besonderen Tag überhaupt und wie lange öffnen darf, ist im Ladenöffnungsgesetz NRW festgelegt. Das beschränkt den Verkauf am Heiligabend-Sonntag auf Verkaufsstellen, die überwiegend Lebens- und Genussmittel sowie Weihnachtsbäume anbieten. Und das auch nur in einem engen Zeitraum – von 10 bis 14 Uhr.

Eine Tatsache, die in vielen Geschäften in der Schärfe noch gar nicht so bekannt ist. So sollte ein Stimmungsbild der Ahauser Geschäftsleute eigentlich beim Grünkohlessen des Gewerbevereins in der kommenden Woche erstellt werden. Und eigentlich hatte Petra Steingrube-Rittmann, die nicht nur dessen Vorsitzende, sondern auch Geschäftsführerin des Modehauses Steingrube ist, sich – wie sonst auch – auf eine Öffnung ihres Hauses an Heiligabend eingestellt. Wenn er eben nicht auf einen Sonntag fallen würde.

Christian Fleer (Juwelier Wichelhaus) aus Ahaus hätte auch dann nicht geöffnet, wenn es ihm erlaubt gewesen wäre: „Man muss die Kirche mal im Dorf lassen, es geht um die Mitarbeiter, die auch Menschen sind, die mit ihrer Familie zusammen diesen Tag begehen wollen.“

Einmal ausschlafen

Wie aber halten es die Bäcker und Lebensmittelhändler der Region mit der, wenn auch eingeschränkten Möglichkeit zum Verkauf? Michael Tenks Haltung ist ganz eindeutig: „Ich bin jetzt 34 Jahre alt und davon etliche Jahre immer unterm Weihnachtsbaum eingeschlafen, das möchte ich so nicht mehr.“ Stattdessen freut sich der Bäcker aus Südlohn auf einen entspannten Heiligabend mit Ehefrau und seinen beiden zwei und sechs Jahre alten Kindern und aufs Ausschlafen.

Stefan Mensing hält seine Bäckerei-Filialen in Stadtlohn, Legden und Vreden ebenfalls geschlossen. Er hat dafür noch einen wichtigen zusätzlichen Grund: „Wir haben Samstagabend unsere Weihnachtsfeier.“ In anderen Bäckereien ist die Entscheidung noch gar nicht gefallen. Vielfach will man noch abwarten. So auch in der Bäckerei-Konditorei Rawers mit mehreren Filialen in Ahaus. Irritierend findet Silvia Rawers die vorgeschriebene Verkaufszeit ab zehn Uhr: „Da ist das Frühstücksgeschäft doch gelaufen.“

Auch mal frei haben

Ähnlich sieht es bei den Lebensmittelhändlern aus. Markus Lindemann (Edekamarkt in Ottenstein) hat sich ebenfalls fürs Privatleben mit Ehefrau Marina und seinem kleinen Sohn entschieden. Sein Argument: „Nur alle sieben Jahre haben wir an Heiligabend die Chance, da soll man dann auch mal freihaben.“ Und: „Die Kunden haben wirklich die Möglichkeit, am Samstag alles einzukaufen.“

Große Discounter wie Aldi, Rewe und Penny haben schon im Vorfeld erklärt, dass die Türen ihrer Geschäfte geschlossen bleiben. Auch in dieser Region. Am Heiligabend denken wir hier vor allem an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nach einer langen, intensiven Woche in Ruhe das Weihnachtsfest begehen sollen“, erklärt Florian Scholbeck, Geschäftsführer Kommunikation der Aldi Einkauf oHG in Essen. Beim Lebensmittelmarkt K & K wurde für seine zahlreichen Filialen noch keine Entscheidung getroffen.

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