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In Altenwohnungen

Fensterwechsel bereitet Castrop-Rauxelern Sorgen

CASTROP-RAUXEL Schmutz, Lärm und fremde Menschen in der Wohnung – der Einbau neuer Fenster ist kein Zuckerschlecken. Vor allem in der kalten Jahreszeit. Genau darauf müssen sich nun die Mieter der Altenwohnungen an der Oberen Münsterstraße in Castrop-Rauxel einrichten. Und das bereitet ihnen große Sorgen.

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Heinz Schröder und Hildegard Müller leben in den LEG Wohnungen an der Oberen Münsterstraße. Beide fürchten um ihre Sicherheit, wenn die Arbeiten beginnen.

Foto: Felix Püschner

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In mehr als 30 Altenwohnungen tauscht die LEG an der Oberen Münsterstraße ab Mitte November die Fenster samt raumhohen Holzrahmen aus.

Foto: Felix Püschner

Heinz Schröder (87) sitzt gemeinsam mit seiner Nachbarin Hildegard Müller (80) an seinem Esszimmertisch und betrachtet ein Schreiben der LEG, der seit 2001 die 33 teils öffentlich geförderten Altenwohnungen an der Oberen Münsterstraße 5 gehören. „Das geht doch nicht. Das kann man mit uns alten Menschen doch nicht machen“, sagt Schröder und schüttelt den Kopf.

In dem Schreiben von Ende Juni kündigt das Unternehmen Modernisierungsarbeiten für die Zeit vom 2. Oktober bis 10. November an – eine erfreuliche Nachricht, so die LEG. Die rund 20 Jahre alten deckenhohen Holzfensterelemente in den Wohnzimmererkern der 50 bis 60 Quadratmeter großen Wohnungen sollen gegen höherwertige Kunststoffelemente ausgetauscht werden. Dies sei energieeffizienter, reduziere Heizkosten und CO2-Ausstoß. Was die Mieter erwartet, ist im Schreiben ebenfalls aufgeführt: Lärm und Schmutz. Das ließe sich leider nicht vermeiden. Die Handwerker werde man jedoch anweisen, sich rücksichtsvoll zu verhalten. Zudem ist im Falle der öffentlich geförderten Wohnungen von einer Mieterhöhung um 12 Cent pro Quadratmeter die Rede.

Gerüstbauer standen plötzlich vor der Tür

Das Problem von Schröder, Müller und den anderen Bewohnern: Bislang geschah in den Wohnungen nichts. Am Freitag standen dann plötzlich die Gerüstbauer vor der Tür – und in den Briefkästen lagen handgeschriebene Zettel der von der LEG mit den Arbeiten beauftragten Firma. Datum und Uhrzeit der Fenstermontage sind darauf vermerkt – im Falle von Schröder der 6. November. Wie lange der Einbau der neuen Fenster dauert, konnte Schröder auch nach Telefonaten mit LEG und der beauftragtem Firma nicht herausfinden.

Dass es während der Bauarbeiten nicht nur laut und schmutzig, sondern auch ziemlich kalt und luftig wird, davon ist der 87-Jährige allerdings überzeugt. Der Fensterwechsel erfolge zur Unzeit. Und warum die Fenster überhaupt ausgewechselt werden, verstehen weder Schröder noch Nachbarin Müller, die sich aufgrund ihrer Erblindung noch zusätzliche Sorgen macht: „Die Fenster sind doch in Ordnung. Sie lassen sich gut öffnen und schließen. Es zieht hier auch nicht. Was mache ich denn jetzt, wenn ich mehrere Tage ein drei Meter großes Loch in der Wand habe? Ich muss mich überall abstützen können. Nachher stürze ich noch aus der vierten Etage“, sagt sie.

Bauarbeiten dauern bis Dezember

Die LEG versucht, die Gemüter auf Anfrage unserer Redaktion zu beruhigen. Der Austausch erfolge innerhalb eines Tages, die Einschränkungen für die Bewohner hielten sich in Grenzen. Lediglich der Platz um die Fenster müsse freigeräumt werden. Dies habe man den Mietern bereits schriftlich angekündigt und sie um ihre Unterstützung gebeten. Grund für den Austausch sei, dass die Fenster und Rahmen von der Außenseite aufgrund der Witterung inzwischen marode seien.

Und warum erfolgt der Einbau erst jetzt im November? „Das liegt zum einen an den Lieferzeiten für die Fenster und Rahmen, zum anderen daran, dass qualifizierte Handwerker aktuell in NRW sehr knapp sind – beides Faktoren, auf die wir leider nur sehr begrenzten Einfluss haben“, so LEG-Pressesprecher Mischa Lenz auf unsere Frage. Den Zeitpunkt des Austauschs empfinde man als „sinnvoll, da wir noch vor der eigentlichen Heizperiode fertig sein werden“. Man beginne nun definitiv am 6. November. Insgesamt sollen die Arbeiten in den Altenwohnungen etwa vier bis fünf Wochen dauern.

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Heinz Schröder und Hildegard Müller leben in den LEG Wohnungen an der Oberen Münsterstraße. Beide fürchten um ihre Sicherheit, wenn die Arbeiten beginnen.

Foto: Felix Püschner

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In mehr als 30 Altenwohnungen tauscht die LEG an der Oberen Münsterstraße ab Mitte November die Fenster samt raumhohen Holzrahmen aus.

Foto: Felix Püschner

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