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Auf der Außenbahn

Fußball-Trainer tauscht Fuchsweg gegen Jakobsweg

CASTROP-RAUXEL Ein wertvoller Balljunge, ein treffsicherer Spielertrainer, ein pilgernder Merklinder, ein leidenschaftlicher Linienrichter, ein plaudernder Pressewart und ein Verteidiger als Torwart. Das sind die Sportgeschichten des Wochenendes aus Castrop-Rauxel.

Fußball-Trainer tauscht Fuchsweg gegen Jakobsweg

Früher war Werner Hülsmann häufiger mal als Linienrichter für den FC Frohlinde unterwegs. Nun gibt es offizielle Schiedsrichterassistenten. Aber das hält ihn nicht davon ab, weiterhin anzuzeigen, wenn der Ball im Aus ist.

Rimon Haji, Nachwuchsfußballer im Landesliga-Kader des FC Frohlinde, der auch bei den A-Junioren mitspielt, hatte in der Partie gegen den Hombrucher SV bis zu seiner Einwechslung in der 86. Minute zumeist damit zu tun, Bälle von der Straße oder der Tennisanlage zurückzuholen. Einmal wollte der Youngster sogar durch die dichtgewachsene Hecke oberhalb des Platzes kriechen, um die Kugel von der Brandheide zu holen. Usus bei den Kickern ist bekanntlich, dass stets der Jüngste die verschwundenen Spielbälle suchen muss. Das gipfelte am Sonntag in Frohlinde sogar darin, dass bei einem erneuten Ballverlust auf der Reservebank gewitzelt wurde: „Jetzt muss Rimon wieder ausgewechselt werden, um den Ball zu holen.“

Pierre Kückelmann, Spielertrainer der Handballer der HSG Rauxel-Schwerin 3 in der 3. Kreisklasse, geht mit gutem Beispiel voran. Sein Team stellt als Zweiter mit 191 Toren aus sechs Partien die mit Abstand beste Offensive der Liga. Und Kückelmann ist daran alles andere als unbeteiligt: Beim 39:12-Kantersieg bei Ruhrbogen Hattingen 3 war er am Sonntag mit acht Treffern einer der beiden besten HSG-Werfer. Am Spieltag zuvor hatte er sogar 13 Mal ins Schwarze getroffen.

Ulf Schwemin, ehemaliger Trainer der Kreisliga A-Fußballer des SuS Merklinde, war zuletzt noch ein ums andere Mal bei den Merklinder Partien am Fuchsweg zu Gast. Damit ist jetzt allerdings Schluss – vorerst. Denn Schwemin hat den Fuchsweg gegen den Jakobsweg eingetauscht. Der Coach hat sich vorgenommen, den so genannten Camino de Frances mit Start in Frankreich und Ziel Santiago de Compostela in Galicien (Spanien) binnen 14 Tagen zu Fuß zu meistern. Am Sonntag legte er rund 29 Kilometer in 7:11 Stunden zurück – und bewältigte dabei 340 Höhenmeter, wie er auf der Internetplatform Facebook dokumentierte.

Werner Hülsmann, Ur-Gestein des FC Frohlinde, fungierte bis zum Aufstieg in die Landesliga jahrelang auch als Linienrichter bei den Fußballern an der Brandheide. Jetzt, in der höheren Liga, in der die Unparteiischen vom westfälischen Fußball-Verband eingesetzt werden, zeigte „Bernie“ Hülsmann, wie ihn alle im Umfeld nennen, dass er das „Fahnen-Gen“ noch im Blut hat. Als ein Ball knapp hinter der Linie noch von einem Hombrucher gespielt wurde, riss Hülsmann wie in alle den Jahren zuvor seinen Arm hoch und rief laut – bis zur Gegenseite gut hörbar: „Aus, der Ball war aus.“

Jan Rzisnik, Pressewart der Korfballer im HKC Albatros, plauderte in einen seiner Berichte vor einer Woche quasi aus dem vereinsinternen Nähkästchen. Denn bei der Übermittlung der Aufstellung der zweiten Seniorenmannschaft des HKC nach dem 28:5 gegen die SG Adler/Grün-Weiß schrieb er „Philipp Korfballmonarch, 3 Körbe“. Auf Nachfrage klärte sich auf, dass es den der Sportart nahen Nachnamen nicht gibt. Vielmehr hatte Rzisnik irrtümlich Philipp Wassiloff mit seinem Spitznamen im Text verewigt.

Tommy Kantzke, eigentlich Verteidiger beim FC Castrop-Rauxel in der Fußball-Kreisliga B, wandelte am Sonntag vor einer Woche auf den Spuren des ehemaligen BVB-Stürmers Jan Koller. Der Dortmunder musste bekanntlich vor fast genau 15 Jahren im Münchner Olympiastadion ins Tor, weil Jens Lehmann gegen den FC Bayern die Rote Karte zu sehen bekam und Dortmund schon drei Mal gewechselt hatte. Koller hielt die restlichen 24 Minuten seinen Kasten sauber. Kantzke überflügelte den Tschechen in dieser Hinsicht. Er stand beim 6:0-Erfolg gegen die DJK Elpeshof über die volle Distanz von 90 Minuten im Tor – und musste nicht einmal hinter sich greifen.

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