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Am Straßenrand

Herrenlose Autos sind ein Problem in Castrop-Rauxel

Castrop-Rauxel. Immer wieder findet man im Stadtbild Castrop-Rauxels Autos, die am Straßenrand abgestellt sind, die man erst wahrnimmt, wenn man zum xten Mal daran vorbei fährt. Ohne Kennzeichen stehen sie da, vergammeln nach und nach. Und stellen die Stadt zum Teil vor echte Probleme. Wir haben uns das erklären lassen.

Herrenlose Autos sind ein Problem in Castrop-Rauxel

Dieser Smart stand an der B235. Ohne Kennzeichen. Warum? Die Frage blieb offen. Und dann war er wieder weg. Aber nicht alle unangemeldet abgestellten Fahrzeuge verschwinden so einfach, wie die Stadt aus Erfahrung weiß. Foto: Thomas Schroeter

Immer wieder entdecken wir und unsere Leser Autos am Straßenrand, auf großen Siedlungsparkplätzen oder in Parkbuchten, die abgemeldet sind, aber über Tage und Wochen stehen, weiter vergammeln und zur optischen Belästigung, wenn nicht sogar eine echte Gefährdung werden.

Auf der B235 zwischen der der Autobahn-Anschlussstelle A42 und der Kreuzung Pallasstraße stand zuletzt über zwei Wochen lang ein Smart, für ein paar Tage hatte sich dann sogar noch ein zweiter Smart ohne Kennzeichen dazu gesellt. Inzwischen sind beide Fahrzeuge wieder weg, das generelle Problem aber bleibt.

Darum haben wir bei der Stadt mal nachgefragt, wie man dort mit der Problematik umgeht. Stadtsprecherin Nicole Fulgenzi hat uns die wichtigsten Fragen zum konkreten Fall an der B235 und zum Parken dort beantwortet. Außerdem erläuterte sie uns, wie die Stadt in der Regel mit abgemeldeten Autos umgeht, die auf öffentlichem Grund und Boden stehen. Denn auf dem eigenen Grundstück kann man abgemeldete Autos so lange stehen lassen, wie man will.

Fragen und Antworten zum Thema

Ist es erlaubt, in diesem Bereich an der B235 seinen Wagen abzustellen? Auf dem Seitenstreifen der B235 darf in diesem Abschnitt geparkt werden. Dieser Bereich, der etwa vom Engelsburgplatz bis zur Klöcknerstraße reicht, fällt unter die Bestimmungen, die für Straßenabschnitte „außerhalb geschlossener Ortschaften“ gelten. Dies gilt natürlich für angemeldet Fahrzeuge.

Ist es erlaubt, einen Wagen ohne Kennzeichen dort abzustellen? Nein.

Wie lange darf ein Auto an der Straße stehen? Angemeldete Fahrzeuge (also einschließlich eines Kennzeichens) sind berechtigt, dort zu parken, unabhängig von der Dauer.

Hat der Baulastträger, das Ordnungsamt oder die Polizei hier Befugnis, etwas zu unternehmen? Polizei und Ordnungsamt können einschreiten, wenn ein entsprechender Sachverhalt vorliegt.

Entstehen dadurch möglicherweise Gefahren? Eine akute Gefährdung geht augenscheinlich von dem parkenden PKW ohne Kennzeichen nicht aus. Anders wäre es beispielsweise, wenn Schadstoffe austreten würden oder anderweitig die Verkehrssicherheit beeinträchtigt wäre. Es gelten hier wie anderswo die gleichen Bedingungen wie bei anderen parkenden Autos.

So geht die Stadt mit abgemeldeten Fahrzeugen im öffentlichen Straßenraum um, wenn keine akute Beeinträchtigung vorliegt: Zunächst wird am Fahrzeug ein Vermerk angebracht, der den Halter auffordert, das Fahrzeug zu entfernen. Hierzu wird eine Frist gesetzt, die meist zwischen einer Woche und zehn Tagen liegt. Danach erfolgt eine Nachkontrolle. Ist das Fahrzeug nicht entfernt worden, wird der Halter ermittelt, dem ein Anhörungsbogen zugestellt wird. Für das Entfernen des Fahrzeugs wird wiederum eine Frist gesetzt. Führt auch das nicht weiter, wird eine Ordnungsverfügung erstellt, in der darauf hingewiesen wird, dass das Fahrzeug in einigen Tagen für den Halter kostenpflichtig abgeschleppt werden wird. Nach dieser letztmaligen Fristsetzung erhält der Halter einen Festsetzungsbescheid, der mitteilt, wo das abgeschleppte Fahrzeug zu finden ist und welche Kosten zu begleichen sind.


Nicht immer so leicht

Nicole Fulgenzi: „Das hört sich sehr stringent ab, wird aber vielfach erschwert.“ Wenn ein Halter etwa nachweisen könne, dass er das Fahrzeug vor dem widerrechtlichen Abstellen verkauft hatte, beginne das Verfahren erneut und könne sich in die Länge ziehen. Fulgenzi: „Zudem handelt es sich meist um Fahrzeuge, deren Verwertungserlös unter den aufgelaufenen Kosten liegt. Ist kein Halter auszumachen, trägt die Allgemeinheit die Kosten.“

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