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Trotz neuem Gesetz

Kein Reiten auf Waldwegen in Castrop-Rauxel

CASTROP-RAUXEL Nach dem Landesnaturschutzgesetz sollen ab Januar 2018 Reiter in NRW nicht mehr nur gekennzeichnete, sondern alle geeigneten Waldwege nutzen dürfen. Zumindest in der Theorie. Die Praxis sieht anders aus.

Kein Reiten auf Waldwegen in Castrop-Rauxel

Trotz neuem Gesetz dürfen Reiter im Kreis Recklinghausen im Wald weiterhin nur die ausgeschilderten Wege benutzen. Foto: Felix Püschner

Ein gemütlicher Ritt auf dem Pferd durch den Wald – das war in NRW bislang nur auf gekennzeichneten Reitwegen möglich. Wer sich dem Verbot widersetzte, dem drohte nicht nur der Unmut von Spaziergängern, sondern auch ein Bußgeld. Zumindest bislang. Denn mit dem im November 2016 verabschiedeten Landesnaturschutzgesetz tritt zum 1. Januar 2018 eine neue Regelung für das Reiten im Wald in Kraft.

Letzteres ist dann auf allen geeigneten – d.h. festen bzw. naturfesten Wegen – erlaubt. In Castrop-Rauxel werden Reiter und Pferd allerdings nicht in den Genuss der neuen Regelung kommen. Der Grund: Der Kreis Recklinghausen hat von einer Allgemeinverfügung Gebrauch gemacht, die es Städten und Kreisen ermöglicht, die bislang bestehenden Regelungen beizubehalten. Sofern die betroffenen Gebiete stark von Fußgängern, Radfahrern oder Hundebesitzern genutzt werden, dürfen Städte und Kreise nach Anhörung von Waldbesitzern, Reiterverbänden, Forstwirtschaftsbehörde und anderen von der Regelung betroffenen Beteiligten, Reitwege weiter wie bisher beschränken.

Absprache zwischen Kreis und Verbänden

Genau dies ist laut Carsten Uhlenbrock, der bei der Kreisverwaltung Recklinghausen unter anderem für den Reitwegebau zuständig ist, auch geschehen. „Wir sind in den Gesprächen zu dem Schluss gekommen, dass dies die beste Lösung ist. Der überwiegende Teil der Akteure war dieser Meinung.“ Dabei hätten unter anderem Unklarheiten in Bezug auf das neue Gesetz eine Rolle gespielt – zum Beispiel, der Interpretationsspielraum bei den Begriffen „fest“ und „naturfest“ – aber vor allem das bestehende Reitwegenetz.

Im Jahr 2000 habe der Kreis dafür extra einen Arbeitskreis gegründet. Von damals 150 km in Wald und freier Landschaft habe man das Reitwegenetz inzwischen auf 300 km ausbauen können. „Würden wir der neuen Regelung zustimmen, wären wir als Kreisverwaltung nicht mehr für die Wege zuständig“, so Uhlenbrock. Damit entfalle nicht nur die Verantwortung für die Instandhaltung, sondern auch die Aussicht auf finanzielle Förderung zusätzlich zu den Einnahmen aus dem Verkauf von Reiterplaketten. Bei Schäden müsste dann stets im Einzelfall geklärt werden, wer sie verursacht habe. Reiter oder vielleicht doch Radfahrer? Das könne dazu führen, dass Reparaturarbeiten lange auf sich warten ließen.

Kein Unmut bei Reitern

Und was halten die Reiter davon, dass nun doch alles beim Alten bleibt? Bei Reitschulleiterin Cordula Knickenberg sorgt diese Entscheidung zumindest nicht für großen Unmut. „Aus Gründen der Sicherheit ist das völlig in Ordnung“, sagt sie. Abseits der gekennzeichneten Wege zu reiten, berge schließlich auch für Pferd und Reiter Risiken und Probleme. So komme es unter anderem immer mal wieder vor, dass man nicht angeleinten Hunden begegne – eine unangenehme Situation für Reiter und schreckhafte Pferde. Das Reitwegenetz sei zudem weitestgehend in gutem Zustand. „Wir könnten allerdings durchaus noch ein paar Wege mehr gebrauchen“, so Knickenberg.

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