Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Berufungsverhandlung

Brutaler Ehemann erlebt vor Gericht sein blaues Wunder

Essen/Dorsten Wegen der Verwaltigung seiner Ehefrau war ein Mann aus Hervest zu einer Haftstrafe verurteilt worden. In der Berufungsverhandlung wollte er einen Freispruch erreichen, doch es kam ganz anders.

Brutaler Ehemann erlebt vor Gericht sein blaues Wunder

Die Vorwürfe gehen auf Mai 2015 zurück. Damals soll der 46-Jährige nach einem Zechgelage über seine Ehefrau hergefallen sein. In einem ersten Prozess am Dorstener Amtsgericht war er deshalb zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Weil der Angeklagte die Strafe jedoch nicht akzeptieren wollte, hatte er Berufung eingelegt.

Der zweite Prozess am Essener Landgericht ging für ihn dann aber ziemlich nach hinten los. Die Richter packten am Ende nämlich noch einmal sechs Monate obendrauf. Der Hervester selbst hatte im Prozess immer wieder seine Unschuld beteuert.

„Ich würde so etwas nicht machen“
„Es gab keinen Geschlechtsverkehr gegen ihren Willen“, sagte er den Richtern am Essener Landgericht. Dazu wäre er gar nicht in der Lage gewesen. „Ich war viel zu betrunken.“ Er sei am nächsten Morgen in seiner Laube wach geworden – und zwar komplett angezogen. „Ich würde so etwas aber auch im Leben nicht machen.“

Das Problem war jedoch, dass der 46-Jährige die mutmaßliche Tat im ersten Prozess praktisch schon zugegeben hatte. Im Protokoll des Dorstener Amtsgerichts waren dazu folgende Sätze seines damaligen Verteidigers notiert worden: „Der Vorwurf wird nicht bestritten. Es mag sein, dass sie erst Nein gesagt hat. Es tut ihm wahnsinnig leid.“

Kein Geständnis abgelegt
Ausschlaggebend für die Verurteilung in Essen war am Ende die Vernehmung der Ex-Frau des Angeklagten, die allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden hat. Danach legten sich die Richter am Essener Landgericht fest und bestätigten die Entscheidung durch das Dorstener Amtsgericht – mit einem Aufschlag von sechs Monaten. Die Richter hatten dafür einen Grund: In zweiter Instanz legte der Angeklagte kein Geständnis ab, das strafmildernd berücksichtigt werden konnte.

Anzeige
Anzeige