Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Markanter Stadtzugang wird neu gestaltet

Schützen lassen Brunnen sprudeln

Dorsten Die Grünfläche am Essener Tor soll wieder schön werden. Die Altstadtschützen wollen sich darum kümmern. Sie planen sogar eine Brunnenanlage – wie sie früher hier existierte.

Schützen lassen Brunnen sprudeln

Altstadtschützen-Oberst Hendrik Schulze-Oechtering und Vereinsvorsitzender Christian Herberhold wollen die ehemalige Brunnenanlage am Essener Tor reaktivieren und die Grünanlage neu gestalten. (Foto: Michael Klein) Foto: Foto: Michael Klein

Die Pflanzen sehen bräunlich-ungepflegt aus, die Bodendecker langweilig. Sie sind durchzogen von Brennnesseln. Hier und da liegt Abfall in den Rabatten. Keine Frage: Eine Zierde für das Stadtbild ist die Grünanlage am Essener Tor nicht unbedingt. „Das sieht hier aus wie Hulle“, sagt Hendrik Schulze-Oechtering. Und deshalb will der Oberst der Altstadtschützen mit seinen Vorstandskollegen diesen markanten Eingang Richtung Fußgängerzone wieder in einen attraktiven Platz umgestalten. Brunnen inklusive.

Denn ein solches Wasserspiel erfreute an dieser Stelle früher die Dorstener. „Merkwürdigerweise kann sich kaum noch jemand an den Brunnen erinnern“, sagt Schulze-Oechtering. Dabei ist es gerade mal 20 Jahre her, dass die Anlage zugeschüttet und stillgelegt worden ist. „Wer hier buddelt, der stößt auf die alten blauen Fliesen.“

Sponsoren helfen

Die Altstadtschützen wollen die Arbeit in Eigenleistung übernehmen, mithilfe von Sponsoren und Fachpersonal aus den Vereinsreihen. So hat Schützenbruder Bennet Kemper (Planungsbüro Kemper) die Pläne erstellt. Sie sehen vor, dass die derzeitige Steineinfassung unangetastet bleibt, die Außenhecke geschnitten wird. Im südlichen Halbrund ist der Brunnen vorgesehen, nördlich soll es einen kleinen Weg geben, zwei Sitzbänke, eine Rasenfläche, eine Beleuchtung. Und zwei Bäume, die von der Stadt bezahlt werden.

Der Bauausschuss wird sich am Dienstag (12.) um 17 Uhr im Rathaus mit dem Thema beschäftigen. Denn das 150 Quadratmeter große Areal ist städtisches Eigentum. Die Stadtverwaltung begrüßt das Vereinsvorhaben – entlastet es doch den Kommunal-Etat. „Wir Schützen sichern vertraglich zu, dass wir zehn Jahre lang die Kosten für Pflege und Instandhaltung übernehmen“, so Schulze-Oechtering. Vereinsvorsitzender Christian Herberhold will „die Fläche im Blick behalten“. Er hat es schließlich nicht weit – immerhin gehört ihm die direkt gegenüberliegende Immobilie an der Katharinenstraße, dort betreibt er ein Finanzdienstleistungsbüro. Strom und Wasser wollen die Schützen von dem angrenzenden Gebäude der Familie Schult beziehen.

66.000 Euro Investitionskosten

Dank der Schützen-Pläne werde der Etat des städtischen Tiefbauamtes laut Berichtsvorlage der Stadt für den Bauausschuss um „geschätzt jährlich 5500 Euro entlastet“. Für die komplette Neugestaltung der Anlage entstehen den Schützen Investitionskosten in Höhe von 66.000 Euro. Davon soll nur ein Teil durch Muskelarbeit oder andere Formen der Mitgliederunterstützung bestritten werden. Denn ebenso wie die vier Lions Clubs bei der Aufstellung des Blinden-Stadtmodells oder die Altstadt-Kaufmannschaft bei der Anschaffung des Adventskranzes im Kubus auf dem Platz der Deutschen Einheit schielt der Schützenverein auf eine kräftige Finanzspritze aus dem 400.000 Euro schweren Altstadtfonds, der zum Stadtumbauprogramm „Wir machen Mitte - Dorsten 2020“ aufgelegt worden ist.

Der Beirat des Altstadtfonds hat nach Angaben der Stadt bereits im Oktober ein positives Vorab-Votum gegeben – die Schützen können demnach bei der nächsten Beiratssitzung im Februar 2018 auf eine 50-Prozent-Förderung und damit auf einen Zuschuss in Höhe von mehr als 30.000 Euro rechnen, sollte die Politik am Dienstag die Pläne gutheißen. Nach dem Wincks-Mühlen-Park im Schölzbachtal am Alten Postweg wäre dies dann bereits die zweite Grünflächen-Patenschaft der Altstadtschützen.

Förderbindungsfrist

Die Stadtverwaltung weist in ihrer Stellungnahme aber noch auf zwei Punkte hin. Erstens: Die Gestaltung der Fläche unterliegt einer Förderbindungsfrist von zehn Jahren – an ihr wäre im Falle möglicher Südwall-Umgestaltungszukunftspläne nicht zu rütteln. Zweitens: Auf dem Platz befand sich früher ein altes Gaswerk, in dem von 1860 bis 1900 Stadtgas aus Steinkohle produziert wurden. Deswegen ist der tiefere Untergrund durch Teer, Teeröle und andere Produktionsstoffe verunreinigt. Durch die Schützen-Pläne sei aber gewährleistet, dass ein „Kontakt mit den kontaminierten Flächen ausgeschlossen“ bleibt.

Anzeige
Anzeige