Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Häuser und Eigentum schützen

Zuhörer werden selbst zu „Einbrechern“

Schermbeck Ein Schraubenzieher reicht, um durch ein ungeschütztes Fenster in ein Haus einzubrechen. Das konnten die Besucher eines Fachvortrags sogar selbst ausprobieren. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Zuhörer werden selbst zu „Einbrechern“

Die Besucher konnten in Versuchen erleben, dass man normale Fenster ohne große Kraftanstrengung mit einem großen Schraubenzieher ganz einfach öffnen kann. Foto: Foto: Helmut Scheffler


Warum ist Einbruchsschutz wichtig?
Ein Einbruch in die eigenen vier Wände bedeutet für viele Menschen einen Schock. Dabei machen den Betroffenen die Verletzung der Privatsphäre, das verloren gegangene Sicherheitsgefühl oder auch schwer wiegende psychische Folgen häufig mehr zu schaffen als der rein materielle Schaden.

Wer hat die Vortragsveranstaltung organisiert?
Unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Mike Rexforth hatte die Volksbank Schermbeck unter dem Stichwort „Zuhause sicher“ in ihre Räume eingeladen, woran sich die Polizei sowie die Schermbecker Firmen „Bauen + Leben“, Schreinerei Grewing und Stenkamp Sicherheitstechnik als Partner der „Schutzgemeinschaft Wesel“ beteiligten.

Wie bewertet die Polizei das Thema?
Kriminalhauptkommissar Markus Köper räumte mit typischen Ausreden auf. Mit der Formulierung „Bei mir ist nichts zu holen“ unterschätze man den Wert des eigenen Besitzes. Sich nach dem Motto „Ich bin ja versichert und bekomme alles ersetzt“ auf seinen Versicherungsschutz zu verlassen, könne verhängnisvoll sein, weil viele unterversichert seien. Einbrecher kommen in der Regel nicht nachts, sondern tagsüber, wenn niemand zu Hause sei. Die Beschränkung auf eine Alarmanlage sei wenig sinnvoll. Den höchsten Schutz vor Einbrechern bieten nach Auffassung der Polizei mechanische Hilfen.

Welchen Schutz bieten herkömmliche Türen und Fenster?
Wo Fenster und Türen nicht mit einem mechanischen Einbruchsschutz ausgestattet sind, kann man in wenigen Sekunden mit einem Schraubenzieher den Weg frei machen. Davon konnten sich die Besucher durch eigene Versuche überzeugen.

Was erschwert solche Einbruchsversuche?
Die Firmenmitarbeiter Kevin Hörning, Thomas Stenkamp, Nicole Buring und Norbert Grewing stellten Gerätschaften zur Sicherung von Türen und Fenstern vor. Zertifizierte Einbruch hemmende Türen bieten guten Schutz, weil es in der Gesamtkonstruktion keinen Schwachpunkt gibt. Beispiele für Einsteckschlösser mit Profilzylindern wurden ebenso vorgestellt wie Mehrfachverriegelungen, Querriegelschlösser, Fensterbeschläge, aufschraubbare Nachrüstsicherungen und Möglichkeiten der Sicherung von Nebeneingangstüren.

Und wenn die Einbrecher durch den Keller ins Haus wollen?
Betonierte Kellerlichtschächte sollten möglichst mit geprüften Einbruch hemmenden Gitterosten oder mit Rollenrostsicherungen versehen werden.

Warum kann man nicht einfach eine Alarmanlage einbauen?
Wer den Einbau einer Einbruchmeldeanlage in Erwägung zieht, solle sich unbedingt von Fachleuten beraten lassen, um zu verhindern, dass es zu Falschalarmen kommt, die am Ende dazu führen, dass Nachbarn darauf verzichten, die Polizei zu benachrichtigen, so die Experten. Bei Überwachungsarten wird unterschieden zwischen der Außenhautüberwachung, bei der insbesondere Fenster und Türen mit Kontakten überwacht werden, und der Fallenüberwachung, bei der vorwiegend solche Räume mit Bewegungsmeldern überwacht werden, die Einbrecher mit großer Wahrscheinlichkeit betreten werden. Möglich sind ein akustischer Alarm am Objekt, der Einbrecher abschrecken und Nachbarn aufmerksam machen soll, oder eine stille Alarmierung, wobei der Alarm zu einer Hilfe leistenden Stelle weitergeleitet wird.

Wie kann man sein Haus noch schützen?
Mehre Beispiele zum Schutz des Grundstücks wurden vorgestellt. Durch Einfriedung kann man Einbrechern das Betreten des Grundstücks erschweren. Licht wirkt auf Einbrecher abschreckend – gefährdete Bereiche sollten beleuchtet sein. Aufstiegshilfen wie Mülltonnen, Leitern oder Gartenmöbel sollten per Kette gesichert werden, um es Einbrechern schwerer zu machen.

Wo bekommt man weitere Informationen?
Polizei und die genannten Firmen informieren kostenlos. Außerdem erhält man wertvolle Tipps, wie und wo man zinsgünstige Kredite erhalten kann, wenn man sein Haus oder seine Wohnung einbruchssicher nachrüsten möchte.

Anzeige
Anzeige