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Mehr Knöllchen in Dortmund

Beschwerden über Falschparker in Vororten nehmen zu

DORTMUND Das Ordnungsamt kontrolliert seit einem Jahr verstärkt in den Außenbereichen Dortmunds. Das ärgert Anwohner. Dort, wo sie jahrzehntelang unbehelligt ihre Autos abgestellt haben, bekommen sie jetzt Knöllchen. Vor allem mit BVB-Fans gibt es Ärger.

Beschwerden über Falschparker in Vororten nehmen zu

Nach mehr als 50 Jahren sei der Stadt aufgefallen, dass die Wilhelm-Crüwell-Straße im Saarlandstraßenviertelzu schmal ist, um hier zu parken, sagt Anwohner Horst Espeloer. Die Stadt habe die Autos der Anwohner mit Knöllchen aus der eigenen Straße vertrieben. Foto: Foto Oliver Schaper

Falschparker sind ein zunehmendes Ärgernis in der Stadt. Im vergangenen Jahr hagelten über 600 Beschwerden allein aus den Vororten ins Ordnungsamt. Mit der Folge, dass in Straßen, wo sonst nicht kontrolliert wurde, plötzlich Knöllchen an der Windschutzscheibe hängen oder die Autos gleich verschwinden – am Haken eines Abschleppwagens.

Das hat, wie zuletzt berichtet, im August dieses Jahres die Anwohner des Wischlinger Wegs auf die Palme gebracht; denn unter den 372 Falschparkern, die am Wochenende des Hip-Hop-Festivals im Revierpark Wischlingen Knöllchen bekommen hatten, waren auch sie.

Verwarnungsgelder zurückgenommen

Nach ihrem Protest wurden für die Betroffenen, die sich beim Ordnungsamt gemeldet hatten, die Verwarnungsgelder zurückgenommen. Ein Grund für die SPD-Fraktion im Bürgerdienste-Ausschuss, zum Parkproblem grundsätzlich nachzufragen.

Die Zahl der Beschwerden über verkehrswidrig parkende Fahrzeuge habe sich besonders in den Außenbezirken deutlich erhöht, teilt Ordnungsdezernentin Diane Jägers dem Ausschuss schriftlich mit. Den Parkverstößen sei mit „Augenmaß und unter Nutzung des vorhandenen Ermessens“ entgegenzutreten. Soll heißen: Es wird mehr kontrolliert.

Falschparken nicht geduldet

Dieses Vorgehen wiederum sorgt für Unmut in den Straßen, wo man nun nicht mehr so parken darf, wie man es jahrzehntelang getan hat. Die betroffenen Bürger hätten nicht nachvollziehen können, „dass ein über einen längeren Zeitraum oftmals subjektiv toleriertes Parkverhalten nunmehr sanktioniert wird“, schreibt Jägers. Das Falschparken sei aber nicht geduldet worden, sondern es habe nur deshalb keine Verwarnungen gegeben, weil die Politessen dort länger nicht tätig gewesen seien.

Anwohner verärgert

Plötzlich Parkverbot

Hombruch Enge Straßen, viele Autos, wenige Parkplätze. Das Phänomen ist überall in der Stadt bekannt. Besonders in Wohnvierteln, die zu einer Zeit entstanden, als ein Auto noch ein Luxusartikel für Privilegierte war. Als sich diese Zeiten änderten, arrangierte man sich mit dem Problem, indem man halbseitig auf dem Bürgersteig parkte. So auch am Weißdornweg. Dort schreitet das Ordnungsamt nun ein und bestraft diese Praxis – sehr zum Frust der Anwohner.mehr...

Bei der ersten Kontrolle in solchen Außenbereichen verteile die Verkehrsüberwachung nur Hinweiskarten, um die Anwohner auf das Falschparken aufmerksam zu machen, so die Ordnungsdezernentin: „Erst bei Nachkontrollen werden Verwarnungsgelder erhoben oder es müssen Fahrzeuge abgeschleppt werden.“

Anwohner spricht von „Terror“

Horst Espeloer, der Teil der Bezirksvertretung in der Innenstadt-Ost war, spricht von „Terror“. Der sei vor seiner Haustür in der Wilhelm-Crüwell-Straße im Sommer letzten Jahres losgegangen: „Das Ordnungsamt erteilte ohne Vorwarnung Knöllchen an die seit ewigen Zeiten in der Straße parkenden Anwohner.“ Kurz danach wurden die ersten Autos abgeschleppt. Auch das von Espeloer. 211 Euro hat ihn das gekostet.

Er hat danach mit dem Ordnungsamt und dem Tiefbauamt gesprochen, Unterschriften der Anwohner gesammelt und sie vor gut einem Jahr der Bezirksvertretung übergeben – mit dem Angebot, „einen der beiden eh nicht zu begehenden Bordsteine zu opfern“, um auf einer Straßenseite ein paar Stellplätze einzuzeichnen; denn auf der Wilhelm-Crüwell-Straße darf man weder auf dem Gehweg noch auf der Straße parken, weil die nicht breit genug ist.

Eingaben bei der Stadt blieben erfolglos

Doch Eingaben bei der Bezirksvertretung sowie bei Tiefbau- und Ordnungsamt blieben erfolglos. Seitdem gibt es immer wieder Probleme zwischen Anwohnern und Fremdparkern, meist BVB-Fans. Die Anwohner haben daraufhin gebeten, wenigstens ein Schild am Anfang der Straße aufzustellen mit dem Hinweis, dass das Parken auf der Straße untersagt ist. „Aber auch das will die Stadt nicht“, sagt Espeloer.

Wie Stadtsprecherin Heike Thelen mitteilte, dürfe laut Straßenverkehrsordnung kein Schild aufgestellt werden, das „nur die bereits bestehende gesetzliche Regelung wiedergeben würde.“

Folglich werde es so weitergehen, sagt Espeloer: Ortsfremde BVB-Fans, die nicht wüssten, dass die Straße zu schmal sei, würden abgeschleppt. „Das nenne ich bewusste Abzocke der Bürger durch die Stadt.“

WISCHLINGEN Das Parkchaos am vergangenen Wochenende im Umfeld des Hip-Hop-Festivals im Revierpark Wischlingen hat bei den Anwohnern das Fass zum Überlaufen gebracht. Sie wollen sich – auch mit Bürgern aus Marten – in einer Bürgerinitiative zusammentun und die Revierpark GmbH „intensiv auf einzuhaltende Umweltbelange verweisen“.mehr...

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