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Fördermittel zur Denkmal-Sanierung

Es gibt noch genug Kohle für die Werkssiedlung

DORSTFELD Für die denkmalgerechte Sanierung der Häuser in der Werkssiedlung liegen noch fast alle Gelder aus einem Fördertopf bereit. Wie kommt man da dran?

Es gibt noch genug Kohle für die Werkssiedlung

Die Tasse, die Bezirksbürgermeister Friedrich Fuß (2.v.l.) hier übergibt, ist ein kleines Dankeschön an alle Hausbesitzer, die das Förderprogramm nutzen. Es zeigt Dorstfelder Motive. Einer der ersten, der diese Tasse bekommen hat, ist Michael Nagy (l.), an dessen Haus die Arbeiten in dieser Woche starteten. Foto: Stephan Schütze Foto: Stephan Schuetze

Die Grundidee ist knapp erzählt: Mit Unterstützung von Bund und Land kann die Stadt bis Ende 2020 290 000 Euro unter die Leute bringen. Gedacht ist das Geld für die denkmalgerechte Erhaltung der Werkssiedlung Oberdorstfeld.

Um welchen Bereich geht es in diesem Projekt? Explizit handelt es sich um die Werkssiedlung Oberdorstfeld. Sie steht seit 1993 unter Denkmalschutz und ist die „mit Abstand größte denkmalgeschützte Siedlung“ in Dortmund, wie es in einem Infoflyer der Stadt heißt. Errichtet wurde sie ab 1913 für die Kumpel der Zeche Dorstfeld. Heute stehen hier 594 Häuser, die rund 550 Eigentümern gehören.

Was ist das Besondere an dieser Förderung? Für die Förderung von Maßnahmen an allen der insgesamt 900 privaten Baudenkmäler stehen in Dortmund nur begrenzte Mittel zur Verfügung. Begrenzt bedeutet: 40 950 Euro jährlich. Die Hälfte davon steuert das Land bei. Im Vergleich dazu kann alleine für das Projekt in Oberdorstfeld der siebenfache Betrag verwendet werden.

Warum ist das Programm überhaupt nötig? Das „Hof- und Fassadenprogramm“, so der offizielle Titel, läuft als Konzept zur Stadterneuerung und nicht als klassisches Programm zum Denkmalschutz. Nötig ist es aus Sicht der Stadt allemal. „In den 80er-Jahren, bevor die Siedlung unter Denkmalschutz gestellt worden ist, ist vieles an den Häusern verändert worden“, sagt Svenja Schrickel, Leiterin der Denkmalbehörde. Die Fördergelder ermöglichen es nun, diese Veränderungen an den unterschiedlichen Haustypen rückgängig zu machen – ganz im Sinne des denkmalgeschützten Erscheinungsbildes, das für eine Aufwertung der Lebensqualität sorgen soll. „Eine einmalige Chance“, so Schrickel.

Wie viel Geld steht für wen genau zur Verfügung? Seit Mai 2017 können die Hauseigentümer der Werkssiedlung Anträge stellen. Werden diese Anträge bewilligt, können die Besitzer auf finanzielle Unterstützung durch die Stadt setzen. Gefördert werden die Sanierungen von Vorgärten, Einfriedungen, Zuwegungen, Treppen, Fassaden, Schlagläden, Haustüren sowie Rückbauten an Fassaden. 290 000 Euro liegen insgesamt im Topf. Bislang hat die Stadt mit Eigentümern zehn Vereinbarungen getroffen. Dabei geht es um Investitionen in Höhe von 63 000 Euro. 27 000 Euro davon kommen aus dem Fördertopf. Das heißt: Es sind weniger als zehn Prozent der „Kohle“-Vorräte ausgeschöpft. Bis Ende 2020 können die Mittel noch beantragt werden. „Diese Mittel verfallen, wenn sie nicht abgerufen werden“, erklärt Silvia Voss vom Amt für Wohnen und Stadterneuerung.

Bezahlt die Stadt jetzt alle Änderungen an meinem Haus? Nein. Wer schon immer eine Haustür für 30 000 Euro haben wollte, wird die nicht mit den Fördermitteln bezahlen dürfen. Die Pläne müssen in einem vernünftigen Verhältnis zu den Möglichkeiten der Gesamtförderung stehen. Bevor man Arbeiten in Auftrag gibt, muss ein Antrag ausgefüllt und von der Stadt bewilligt werden. Zurückzahlen muss man die Fördergelder nicht. Gefördert werden bis zu 50 Prozent einzelner Maßnahmen beziehungsweise bis zu 30 Euro pro Quadratmeter Gestaltungsfläche.

Kann ich auch Arbeiten, die ich selbst durchführe, abrechnen und fördern lassen? Nein, das ist nicht möglich.

Was wurde denn bislang gebaut? Michael Nagy besitzt ein Haus an der Wittener Straße. Er ist einer der ersten, der die Förderung genutzt hat. Er wohnt seit 1986 hier. „Ich habe noch eine der wenigen Originaltüren“, sagt er. Die Dachziegel sind ebenso noch original. Neue hat er nun in Polen bestellt. Mit den Fördermitteln der Stadt plant er weitere Maßnahmen: „Das ist noch nicht das Ende.“

Und wenn ich nicht in der Werkssiedlung wohne und trotzdem ein denkmalgeschütztes Haus besitze? Dann wendet man sich an die Denkmalbehörde. Das Vorgehen läuft so ab wie in Oberdorstfeld. Allerdings sind die Mittel deutlich knapper.

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