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Nach nur zwei Jahren

Flippermuseum Ruhr in Wellinghofen muss schließen

WELLINGHOFEN Aus der Traum: Die Betreiber des einzigen Flippermuseums im Ruhrgebiet müssen nach knapp zwei Jahren aufgeben. Das sind die Gründe für das überraschende Aus.

Flippermuseum Ruhr in Wellinghofen muss schließen

Flipperautomaten gibt es an öffentlichen Plätzen kaum noch. In Wellinghofen haben Enthusiasten zwei Jahre lang einen Ort für die alte Leidenschaft geschaffen. Jetzt schließt das Flippermuseum Ruhr. Foto: Rüdiger Barz

„Besucher haben wir genug“, sagt Wolfgang Olbrisch. Doch am Freitag (8.12.) wird irgendwann gegen 23 Uhr der letzte Ball ins Aus rollen. Dann wird Wolfgang Olbrisch, ehrenamtliche Museumschef, die Automaten abschalten. „Tilt“, sagen Flipper-Freaks, wenn der Automat aus geht.

Im Januar 2016 waren Olbrisch und andere Flipper-Fans mit großem Enthusiasmus gestartet. Die Zahl der Spieler stieg. Die Zahl derjenigen, die bei der Organisation mithalfen, nicht. „Es geht nicht mehr, wenn es immer die drei, vier selben Leute sind, die den Laden schmeißen“, sagt Wolfgang Olbrisch. „Schließlich sind wir alle auch hier, um selbst zu spielen.“ Das sei zuletzt immer seltener möglich gewesen.

Zudem hätten sich Bedingungen an der Brandistraße verschlechtert. Dort schloss zunächst die Gastronomie, daran hängt auch das Automobilmuseum, das es hier seit Jahren gibt. Mit anderen, kleineren Räumen, hätte man das Personalproblem noch auffangen können, glaubt Olbrisch.

Vergebliche Suche nach neuen Räumen

„Wir haben lange versucht, welche zu finden“, sagt Wolfgang Olbrisch. Doch es passte nie. Vieles war zu teuer, manche Vermieter wollten keine Flipper. Andere gaben offen zu, dass sie mit den steuerlichen Abschreibungen für ein leer stehendes Gebäude mehr verdienen würden als mit einer Vermietung.

Aus dem spielbaren Museum wird jetzt wieder das, was es vor der Eröffnung in Wellinghofen war: ein Treffpunkt für Enthusiasten, die auf Vereinsbasis in Kellerräumen in Barop flippern. Es sei denn, es findet sich kurzfristig noch ein neuer Vermieter.

Großes Bedauern bei Fans

Ein regelmäßiger Besucher, berichtet, dass der Ort „für Flipperfreunde zwischen 30 und 70 ein kleines Paradies“ geworden sei. Bei ihm und anderen Fans ist das Bedauern über die kurzfristige Schließung groß. „Es gibt so gut wie keine Flipper mehr in freier Wildbahn“, schreibt ein weiterer Dauergast bei Facebook.

Die Sammlung von gut 50 Flipperautomaten wird nun aufgelöst. Einige Geräte werden verkauft. Dauerleihgaben kehren in die Keller ihrer Besitzer zurück. Der älteste Automat der Sammlung stammt aus den 1950er-Jahren, das neueste Gerät ist 20 Jahre alt.

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