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Marcia Kemper sucht Spender

Gelähmte Frau braucht finanzielle Hilfe für eigene Wohnung

Schüren Marcia Kemper ist gelähmt, muss beatmet werden, aber der Mut verlässt sie nie. Nun plant die 22-Jährige, die Web-Designerin werden will, den Einzug in eine eigene Wohnung. Das geht nur mit fremder Hilfe – eine ganz besondere Form der Vermögensanlage.

Gelähmte Frau braucht finanzielle Hilfe für eigene Wohnung

Marcia Kemper hofft auf die Verwirklichung ihres Traums, der eigenen Wohnung beim inklusiven Projekt für Menschen mit und ohne Behinderung unter einem Dach. RN-Foto Schaper Foto: digital

Was kann man sich kaufen für 30.000, 35.000 Euro, wenn man das Geld übrig hätte? Einen neuen, schicken Wagen, die Küche eines Nobelherstellers, die Weltreise auf einem Kreuzfahrtschiff? Wie wäre es mit dem Glück einer jungen Frau? Marcia Kemper ist 22 Jahre alt, querschnittsgelähmt und muss rund um die Uhr beatmet werden. Bewegen kann sie nur Kopf und Schulter. Minimal. Trotz aller Einschränkungen will Marcia ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Die junge Frau möchte bei ihren Eltern ausziehen und hat sich für die erste eigene Wohnung ein inklusives Wohnprojekt ausgesucht. Aber noch liegen ihr mehrere Steine im Weg. Der größte hat mit Geld zu tun.

Inklusives Wohnprojekt könnte bis 2020 bezugsfertig sein

Marcia Kemper will niemandem auf der Tasche liegen, sie will ihr eigenes Geld verdienen und lässt sich zur Mediengestalterin ausbilden. Den Computer bedient die fast vollständig gelähmte junge Frau aus dem Rollstuhl heraus, per Joystick, den sie über Mund und Kinn steuert sowie einem seitlich angebrachten Knopf für Mouse-Klicks. Ein leichtes Hochziehen der rechten Schulter bewegt diesen Knopf. Klicks kann Marcia auch über eine Mund-Mouse auslösen und damit später als Webdesignerin arbeiten. Sie hofft, dass es 2019 endlich soweit ist.

Bis 2020 könnte dann das inklusive Wohnprojekt des Dortmunder Vereins Mosaik – Leben in Vielfalt bezugsfertig sein. Marcias Problem ist der benötigte Eigenanteil von 20 Prozent der Kosten. Das sind 500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Ihre Wohnung soll 68, 69 Quadratmeter groß werden. Selbst wenn Marcia das Geld hätte, das Bundesteilhabegesetz macht ihr einen Strich durch die Rechnung: Bei der Hilfe zur Pflege, die Marcia Kemper erhält, hat der Gesetzgeber nur für Verdiener die Vermögensgrenze auf 30.000 Euro (seit April 2017) heraufgesetzt. Bei Leistungsbeziehern von Sozialhilfe, wie im Fall der Auszubildenden Marcia, gilt ein Vermögensfreibetrag von 5000 Euro.

Die junge Frau aus Schüren, ganztags betreut von einer Pflegekraft, könnte sich eine eigene Wohnung in dem geplanten Komplex des Vereins Mosaik ohne Unterstützung nicht leisten, trotz Wohnungsberechtigungsschein, den sie hat.

Grundstück für sozialen Wohnungsbau vorgesehen

Verwirklich werden soll das gemischte Wohnprojekt für behinderte und nicht behinderte Menschen über Genossenschaftsanteile. Seit 2014 ist der Verein eine eingetragene Genossenschaft. Auf der langen Suche nach einem geeigneten Grundstück für das inklusive Wohnprojekt wurden Gabriele Wiemann vom Mosaik-Vorstand und ihre Mitstreiter fündig am Winterkampweg in Eving. Das Grundstück in der ruhigen Sackgasse ist vorgesehen für sozialen Wohnungsbau. 18 Wohneinheiten, ein Drittel davon für Menschen mit Hilfebedarf, will die Genossenschaft dort bauen.

Wer sich mit seinem Vermögen einbringen möchte, beispielsweise als Pate von Marca Kemper, erhält eine höhere Rendite als aktuell auf der Bank. Zwischen 0,5 und vier Prozent – je nach Wirtschaftsplan – werde die Verzinsung liegen, kündigt Wiemann an. Auch sie und ihr Mann ziehen dort ein, dazu ihr Sohn Frederik, der das Asperger-Syndrom hat, und sein Freund Jonas im Rollstuhl.

„Es kann jeden treffen, dazu braucht es nur einen Unfall“, sagt Gabriele Wiemann. Bei Marcia war’s anders. Sie wurde mit einer extrem verdrehten Wirbelsäule geboren. Die Begradigung in einer Spezialklinik ging gründlich schief.

Der Verein Mosaik, 2009 gegründet, hat 73 Mitglieder, die Genossenschaft 20.

Für das Wohnprojekt werden noch Interessenten gesucht, gerne auch Familien.

Wer mehr wissen möchte, nimmt Kontakt auf zum Verein Mosaik oder zu Marcia Kemper über E-Mail:

info@mosaik-dortmund.de marci95.mk@gmail.com

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