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Neues Eingangsgebäude

Johannes-Hospital steckt 53 Millionen Euro in Umbau

Dortmund Das Johannes-Hospital erfindet sich neu: 146 Jahre nach der Grundsteinlegung investiert die Führung der inzwischen zweitgrößten Klinik der Stadt 53 Millionen Euro. Dazu gehört auch die Verlegung des Haupteingangs des „JoHo“.

Johannes-Hospital steckt 53 Millionen Euro in Umbau

So soll die neue Fassade des Johannes-Hospitals am Hohen Wall aussehen. Foto: Weicken-Architekte (Animation)

Statt über die Johannesstraße gelangen Patienten und Besucher künftig über den Hohen Wall ins Johannes-Hospital. Der seit Jahren leer stehende Häuserblock Hoher Wall 4 bis 8 weicht einer modernen, fünfstöckigen Architektur, die viel Licht durch eine großzügig verglaste Fassade lässt. Doch es bahnt sich Ärger an.

Nicht nur wegen des Baulärms und -drecks könnte es Ärger mit den Anwohnern geben: 19 öffentliche Einstellplätze, auf denen es sich derzeit noch schräg vor den Häusern parken lässt, entfallen für die dann notwendige Klinik-Vorfahrt, die parallel zum Hohen Wall entsteht.

Bauarbeiten sollen fünf bis sechs Jahre dauern

Insgesamt planen JoHo-Geschäftsführer Klaus Bathen und Michael Afhüppe als Leiter der Technik drei Baukomplexe. Innerhalb von fünf bis sechs Jahren sollen sie verwirklicht sein. Und danach geht es weiter mit einem vierten Bauabschnitt, aber das ist noch Zukunftsmusik.

Mit vorläufig 53 Millionen Euro stemmt die Klinik-Führung die wohl größte Investition in der Geschichte des katholischen Krankenhauses. Auch das bleibt nicht widersprochen. Der Redaktion liegen Briefe einer Patientin vor, in denen die Renovierung des Marienhospitals in Hombruch angemahnt wird, die schon vor Jahren versprochen worden sei. Marien- und Johannes-Hospital gehören beide zur katholischen St.-Johannes-Gesellschaft.

Geschäftsführer Klaus Bathen kennt die Beschwerde, sagt aber, die finanziellen Mittel seien endlich, sie müssten Prioritäten setzen. Stark steigende Patientenzahlen im Johannes-Hospital und medizinische Anforderungen machten die Veränderungen im großen Haus am Standort südlich des innerstädtischen Wallrings dringend erforderlich.


Johannes-Hospital steckt 53 Millionen Euro in Umbau

Das ist die Innenansicht der neuen Eingangshalle am JoHo. Foto: Weicken-Architekte (Animation)


Die Planungen im Einzelnen:

Bauabschnitt 1 sieht die Überbauung einer Baulücke zwischen den beiden Gebäudeteilen Gartentrakt und Westflügel nahe der Amalienstraße vor. Dort entsteht ab Januar für 3,5 Millionen Euro ein vier Stockwerke hoher Zwischentrakt für 30 Betten und Funktionsräume. Dieser Neubau bleibt unterfahrbar, zum Beispiel für Rettungswagen, wird also erst ab der ersten Etage über dem Grundstück errichtet. Die 30 neuen Betten ändern nichts an der Gesamtzahl von 570, sie dienen lediglich der Entzerrung anderer Stationen, auf denen es noch etliche Drei-Bett-Zimmer gibt. Dies sei mit heutigen Ansprüchen nicht mehr vereinbar, so Bathen. Ende 2018 soll der Zwischentrakt bereits bezugsfertig sein.

Bauabschnitt 2 wird zwei Stockwerke tief in die Erde getrieben. Ab Anfang 2019 entsteht unter dem kleinen Park des Hospitals eine neue kardiologische Klinik. Auch die jetzige Kardiologie ist im Untergeschoss untergebracht, platzt dort aber aus sämtlichen Nähten. 18,5 Millionen Euro verschlingt der aufwendige Tiefbau, zu dem die Herzinfarkt-Patienten künftig von der Amalienstraße aus über eine eigene Anfahrt für Notfälle gebracht werden. Der Neubau umfasst unter anderem zwei Operationssäle für die Implantation von Herzschrittmachern und für Herzklappen-Eingriffe, ferner zwei Herzkatheter-Messplätze und riesige Bereiche zur Unterbringung der notwendigen Technik.

Der dritte Bauabschnitt ab 2020 ist mit 31 Millionen Euro kalkuliert und verändert das Gesicht des Hospitals: Er beinhaltet die Verlegung des Haupteingangs von der Johannesstraße, „um die Ecke“ zum Hohen Wall. Architekt Andreas Weicken schafft als Ersatz für den jetzt schon fünf Stockwerke hohen, baufälligen Gebäuderiegel der Hausnummern 4 bis 8 einen ebenso hohen Neubau, der sich weit nach hinten, in den heutigen Wirtschaftshof zieht. Die Zufahrt zum Haupteingang erfolgt direkt vom Hohen Wall aus, wobei die Taxi-Standplätze in der Johannesstraße bleiben. Diese können jedoch aus dem Neubau heraus über eine leichte Rampe schneller erreicht werden als von vorne über den Wall.


Johannes-Hospital steckt 53 Millionen Euro in Umbau

Das ist die Innenansicht der neuen Eingangshalle am JoHo. Foto: Weicken-Architekte (Animation)

Neben einem großzügigen, ebenerdigen Empfangsbereich nimmt der lichtdurchlässige Bau in der ersten Etage eine luftig gestaltete Cafeteria auf. In die darüber liegenden Etagen ziehen die Kliniken für Augenheilkunde und für Onkologie ein. Sie arbeiten jetzt noch sehr beengt.

Mit den vielen baulichen Veränderungen, die nur zu einem Bruchteil durch Landesmittel, ansonsten über Kredite und Eigenmittel finanziert werden, sollen innerhalb der nächsten Jahre auch Klinik-Abläufe verbessert und Wege verkürzt werden. Darunter der in die Notaufnahme.

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