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„Lokal Willkommen“

Nach Schließung der Frenzelschule: Flüchtlingshilfe im Leerlauf

DORTMUND Die Flüchtlingsunterkünfte in Dortmund schließen, die Bewohner ziehen in eigene Wohnungen. In dieser Phase werden sie zu oft allein gelassen, kritisieren ehrenamtliche Flüchtlingshelfer. Das sind ihre Forderungen an die Verwaltung.

Nach Schließung der Frenzelschule: Flüchtlingshilfe im Leerlauf

Das „Lokal Willkommen“-Büro am Brackeler Hellweg war das Pilotprojekt. Es war so erfolgreich, dass das Angebot ausgeweitet wird. Foto: Oliver Schaper

Elisabeth H. ist eine von rund 60 Personen, die bis Ende September in der Unterkunft an der Frenzelschule mit Geflüchteten gearbeitet haben. In der Bezirksvertretung Hörde kritisiert sie nun: „Die Schließung der Frenzelschule ist überstürzt durchgeführt worden, ohne dass für die Betroffenen sofort eine neue Anlaufstelle vorhanden ist.“ Es sei für die Ehrenamtlichen schwer verständlich, dass es keine bessere Abstimmung innerhalb der Stadtverwaltung gebe.

„Für die geflohenen Menschen treten viele Fragen auf, für die sie Unterstützung brauchen, die wir als Ehrenamtliche nicht ausreichend leisten können“, sagte H. in dem Stadtbezirksgremium. Die Forderung: In Hörde sollen kurzfristig Beratungsräume eingerichtet werden.

Angekündigt und vom Rat beschlossen ist die Eröffnung eines Büros „Lokal Willkommen“ für die Stadtbezirke Hörde und Hombruch seit Sommer. Zum Stand der Dinge sagt Stadtsprecherin Anke Widow: „Wir befinden uns auf der Zielgeraden und nehmen gerade verschiedene Immobilien in Augenschein. Aber es gibt noch keine Entscheidung.“

Erste Beratungsräume in Aplerbeck und Brackel

Seit einem Jahr gibt es ein solches Büro für die Stadtbezirke Aplerbeck und Brackel am Brackeler Hellweg. „Das ist unsere Blaupause“, sagt Widow. Die Pionierarbeit in Brackel werde als sehr erfolgreich bewertet. Mehr als 500 Besuche von geflüchteten Menschen im Büro, dazu mehr als 50 Hausbesuche der beiden Mitarbeiterinnen: Diese Zwischenbilanz von Juli belegt den großen Bedarf für dieses Angebot. Und war Grundlage für den Beschluss des Stadtrates, diese bisher in Deutschland einzigartige Hilfe auf weitere Stadtbezirke auszuweiten. Die Kosten von rund 11.000 Euro pro Jahr trägt die Stadt bislang allein.

„Die Anlaufstellen dienen dazu, Hilfe bei allen Anforderungen des normalen Lebens zu sein, ohne große Bürokratie dahinter“, sagt Anke Widow. Das „Lokal Willkommen“-Büro ist außerdem Ansprechpartner für die Ehrenamtlichen. Dass die Flüchtlinge die grundlegenden formalen Abläufe, den „Papierkram“ beherrschen, wird laut Anke Widow „vorausgesetzt“.

Es gehe um weiterführende Fragen wie die Anmeldung in Kita und Schule oder um soziale Kontakte. Die Stadt teilt deshalb die Sorge der Hörder Ehrenamtlichen nicht, dass Menschen durch den jetztigen Leerlauf nach dem Umzug in die eigene Wohnung wichtige Fristen versäumen oder den Anschluss verlieren.

Die Stadt wünscht laut Anke Widow eine feste Lösung und kein Provisorium. Das Personal für das Hörder „Lokal Willkommen“-Büro stehe bereits fest, ein Eröffnungstermin noch nicht.

Die Unterkunft an der Frenzelschule hat zum 1. Oktober geschlossen. Zuletzt lebten dort 67 Personen.

Rund 65 Prozent (rund 7000 Menschen) der anerkannten Asylbewerber leben mittlerweile in eigenen Wohnungen.

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