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Sturmtief Herwart

Reisende strandeten am Hauptbahnhof

DORTMUND Dutzende Reisende sind nach Sturmtief Herwart am Sonntag am Dortmunder Hauptbahnhof gestrandet. Wegen Sturmschäden sind viele Fernzüge in Richtung Norden gar nicht oder nur mit großer Verspätung gefahren. In der Kälte stehen mussten die Pendler aber nicht.

Reisende strandeten am Hauptbahnhof

Die Fahrgäste Daniel Kontermann (links), Wolfgang Regert und Jörg Meitz saßen am Sonntag im Hotelzug am Dortmunder Hauptbahnmhof und warteten auf die Weiterfahrt nach Hamburg. Der Zugverkehr in Richtung Norden wurde wegen des Herbststurms Herwart eingestellt. Foto: picture alliance/Ina Fassbender

Ein Schild über dem Gleis zeigt es an: Hier steht ein Hotelzug. Es gibt ein Bordbistro - und neue Bekanntschaften: „Wir wollten auf die Reeperbahn in Hamburg, aber da hat uns das Unwetter einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagt Wolfgang Regert, der mit seinen Freunden von Duisburg kommend in Dortmund gelandet ist. „Aber feiern und Spaß haben können wir auch hier.“ Der Service sei gut, die Bahnmitarbeiter sehr hilfsbereit.

Dortmunder Hauptbahnhof: Anlaufstelle Hotelzug

Im Hotelzug finden Bahnreisende neben anderen Wartenden, die wegen des Sturmtiefs „Herwart“ am Sonntag im Dortmunder Hauptbahnhof gestrandet sind, eine Anlaufstelle. Denn Fernzüge in Richtung Norden enden oft schon in Dortmund, weil die Deutsche Bahn den Zugverkehr in mehreren Bundesländern eingestellt hat.

„Wir wollten von der Arbeit aus zu einer Städtereise nach Hamburg“, sagt Christine John am Mittag. Stattdessen sind sie und ihre Kollegen nun schon seit 8 Uhr am Dortmunder Hauptbahnhof und kommen nicht weiter. Trotzdem ist die Laune der Gruppe nicht im Keller: „Das ist halt höhere Gewalt und wir werden hier gut versorgt“, meint John. Das Bahnpersonal bemühe sich sehr um gute Stimmung.

Hotelzug: Nur wenige nutzten das Angebot

Hotelzüge sind Fernverkehrszüge, in denen gestrandete Fahrgäste sich im Warmen aufhalten und Essen und Getränke kaufen können. „Der Zug steht in Dortmund seit Sonntagmittag auf unbestimmte Zeit“, sagt Haldun Güzel von der Deutschen Bahn. „Die Passagiere müssen vor allem mit Informationen versorgt werden und einen Platz zum Warten haben.“ Nur relativ wenige Reisende nehmen dieses Angebot an: Von den 700 Plätzen im Hotelzug sind bis zum Mittag rund 70 belegt.

Das beweisen auch die vielen Reisenden, die in der Bahnhofshalle des Dortmunder Hauptbahnhofs warten. Dutzende stehen mit ihrem Gepäck in der Eingangshalle und blicken genervt auf die große Anzeigentafel, auf der die unheilvolle Meldung steht: „Wegen Sturm zur Zeit große Einschränkungen und Zugausfälle im Bahnverkehr.“

Vom Hotelzug in den Reisebus

Am Nachmittag haben die meisten Reisenden den Hotelzug bereits verlassen und sich in Richtung Nordausgang begeben. Dort sollen Reisebusse abfahren, die die Pendler an ihr Ziel bringen sollen. Mehrere hundert Meter ist die Schlange schon lang und sie wird immer länger. Raphael Moschkau hat sich als vorerst Letzter eingereiht. Der 38-Jährige ist seit 4 Uhr am Morgen unterwegs, auf dem Weg von Zürich nach Flensburg. „Eigentlich hätte ich schon längst bei meiner Familie sein können, die ich besuchen wollte, aber das kann sich jetzt noch lange hinziehen. Ich bin froh, wenn ich heute noch ankomme.“

Auch in Hamm und Bielefeld stehen nach Angaben der Bahn am Sonntag Hotelzüge bereit. Schon beim Sturm „Xavier“ Anfang Oktober gab es dieses Angebot für gestrandete Reisende.

Mit Material von dpa

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