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Bund der Steuerzahler

Theater-Umbau: "Die Stadt hat zu knapp kalkuliert"

DORTMUND Beim Umbau der Theater-Werkstatt habe die Stadt zu knapp kalkuliert, finanziell und zeitlich, sagt der Bund der Steuerzahler - und hat die Werkstatt in sein neues Schwarzbuch aufgenommen. Kulturdezernent und Kämmerer Jörg Stüdemann weist die Kritik zurück.

Theater-Umbau: "Die Stadt hat zu knapp kalkuliert"

Der Umbau der Theater-Werkstatt an der Kuhstraße sei viel zu teuer, kritisiert der Bund der Steuerzahler. Auf diesem Foto ist der Malsaal zu sehen, wie er vor dem Umbau aussah.

Die Umbauarbeiten für die Theater-Werkstatt sollten ursprünglich bis Dezember 2016 dauern und wurden zunächst mit Kosten von 10,7 Millionen Euro kalkuliert. Das Schauspiel zieht aber erst diesen November vom ehemaligen BVB-Megastore, der als Interimsstätte fungiert, zurück ins Theater.

Die erste Vorstellung ist für Mitte Dezember angesetzt. Bis dahin beziffert der Bund der Steuerzahler die ungeplanten Mehrkosten auf knapp 1,38 Millionen Euro. Mit dieser Summe könnte man 27.600 Eintrittskarten mit je 50 Euro bezuschussen, meint er und fordert angesichts der Höhe der Mehrkosten mehr Transparenz und Wirtschaftlichkeit.

Theater wird stückchenweise saniert

Zur Vorgeschichte der Kostenexplosion: Schon seit Jahren wird das Dortmunder Theater aufgrund der gestiegenen Anforderungen an den Arbeits- und Brandschutz stückchenweise saniert. Die umfangreichen Bauarbeiten am Verwaltungs- und Werkstatt-Trakt an der Kuhstraße begannen im März 2016. Die Logistik der Arbeitsabläufe sollte verbessert, die Fassade bündig geschlossen, das Gebäude wärmegedämmt und technische Anlagen nach 50 Jahren sollten ersetzt werden.

Die Werkstatt und einige Büros wurden ausgelagert, 110 Mitarbeiter mussten ihren Arbeitsplatz vorübergehend räumen. Umzugskosten allein: 766.000 Euro. Zwei große Lagerhallen im Megastore wurden mit neuer Heizung und Toiletten ausgestattet, für bis zu 200 Gäste pro Vorstellung. Im Theater sind es sonst 600.

1,38 Millionen Euro mehr als geplant

Während der Umbauarbeiten wurde Asbest gefunden (80.000 Euro Mehrkosten). Zudem fielen Zusatzkosten von 205.000 Euro für den Baugrund und erhöhten Schallschutz an sowie weitere Kosten für Preiserhöhungen bei der Vergabe, Massenfehler des externen Planungsbüros in der Kostenrechnung und zusätzliche technische Anforderungen – alles in allem knapp 1,38 Millionen Euro.

Kulturdezernent und Kämmerer Jörg Stüdemann weist die Kritik zurück. Die Mehrkosten seien nicht durch schlechte Planung und Missmanagement entstanden, sondern dadurch, dass man auf Baugrund mit Bauschutt aus dem Zweiten Weltkrieg bauen musste. „Es gab keine Bauakte, die das ausgewiesen hat.“ Zudem seien neben dem Asbest-Fund im Laufe des Bauprozesses neue Anforderungen an den Brandschutz bekannt geworden. Stüdemann: „Das war nicht beeinflussbar.“

Über jede Etappe sei im Ausschuss und im Rat berichtet worden, kontert Stüdemann die Forderung des Steuerzahlerbundes nach mehr Transparenz und Wirtschaftlichkeit. Und: „Das sollte man auch mal für die Gehälter an der Spitze vom Bund der Steuerzahler fordern.“

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