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Auto in der City abgeschleppt

Wutausbruch vor dem Richter hilft Falschparker nicht

DORTMUND Mit einem Wut-Auftritt vor Gericht hat ein Falschparker am Donnerstag versucht, die Zahlung der fälligen Abschleppgebühren doch noch zu verhindern. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken. Die Geschichte dahinter ist über zwei Jahre alt und sehr kurios.

Wutausbruch vor dem Richter hilft Falschparker nicht

Der Wutauftritt eines 70-Jährigen beeindruckte vor Gericht nicht. Foto: Archiv Wegener

Es waren fast schon beängstigende Szenen, die sich im Gerichtssaal abgespielt haben. Einmal sprang der 70-Jährige sogar auf, ging auf den Richter zu und wetterte mit drohendem Zeigefinger: „Sie vergewaltigen die Wahrheit. Alle Punkte stimmen nicht. Ich bin unschuldig. Lieber Gott, schau zu, was hier passiert.“

Fotos als Beweismittel

Der Auslöser geht schon auf den 19. Oktober 2015 zurück. Damals hatte der 70-Jährige sein Auto in der kleinen Dortmunder Innenstadtstraße „Königshof“ abgestellt. Auf den Fotos, die er später dem Gericht eingereicht hat, waren die Halteverbotsschilder vor und hinter seinem Wagen sogar klar zu erkennen.

Doch das hat der 70-Jährige, der aus Warstein angereist war, offenbar ausgeblendet. Vor Gericht berief er sich darauf, dass die Schilder schließlich nicht direkt vor seinem Wagen gestanden hätten. Außerdem habe es sich um einen Notfall gehandelt. Er habe seinen Wagen nämlich nur deshalb dort abgestellt, weil er unter einer „akuten Bedürfnisnot“ in Form von Durchfall gelitten habe.

Sofort aus dem Gerichtssaal gestürmt

Nachdem er sich in einem nahen Gebüsch erleichtert habe, habe er sich noch etwas zu essen gekauft. Und das müsse man ja wohl verstehen. Vor allem, wenn es sich – wie bei ihm – um einen Schwerbehinderten handele.

Der Rentner ist so verbittert, dass er sogar schon das Oberverwaltungsgericht angerufen hatte – allerdings auch dort erfolglos. „Es besteht kein Zweifel, dass ihr Auto damals zwischen zwei Halteverbotsschildern abgestellt war“, hieß es am Ende dann auch beim Urteil. Die genaue Begründung wollte sich der 70-Jährige jedoch gar nicht mehr anhören. Er war sofort aus dem Gerichtssaal gestürmt.

Um wie viel Geld es eigentlich ging? Rund 170 Euro hatte der Abschleppvorgang gekostet.

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