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53-Jähriger durfte nicht einsteigen

Busfahrer ließ Rollstuhlfahrer in Haltern stehen

HALTERN Uwe Frey ist 53 Jahre alt und sitzt seit etwa 15 Jahren im Rollstuhl. Damit hat er sich inzwischen arrangiert. Am Dienstag hatte der Halterner aber ein unschönes Erlebnis: Als er gegen 7.30 Uhr mit der Buslinie 288 nach Datteln zu einem wichtigen Arzttermin fahren wollte, verweigerte der Busfahrer ihm die Mitnahme.

Busfahrer ließ Rollstuhlfahrer in Haltern stehen

Uwe Frey wartet an der Bushaltestelle.

Frey stand ordnungsgerecht mit seinem Rollstuhl am hinteren Buseinstieg und gab dem Busfahrer ein Handzeichen. „Der Bus stand schon dort und ich war eigentlich nicht zu übersehen“, sagt der 53-Jährige. „Aber der Busfahrer ist dann, nachdem andere Fahrgäste ihn auf mich aufmerksam gemacht haben, nach hinten gekommen und hat gesagt, ich müsse mich zu erkennen geben.“ Frey kann das nicht verstehen: „Ich mache das mit dem Handzeichen seit zehn Jahren so und es hat immer geklappt.“ Der Busfahrer sah das offenbar nicht ein und weigerte sich, den Rollstuhlfahrer einsteigen zu lassen. Stattdessen stieg er nach einem kurzen Streitgespräch aus und bedrohte, so behauptet es Uwe Frey, den Halterner.

„Der hat sich vor mich hingestellt, sich zu mir runtergebeugt und dann mit dem Finger vor meinem Gesicht rumgefuchtelt“, regt Frey sich auf. „Dann habe ich seine Hand aus meinem Gesicht gewischt und er schrie, dass ich ihn tätlich angreifen würde.“ Anschließend sei der Fahrer wieder in den Bus gestiegen und hätte hinten einfach die Tür zu gemacht. Uwe Frey versuchte dann noch, ans Fenster zu klopfen, aber vergeblich - der Bus fuhr ohne ihn nach Datteln. Uwe Frey musste daraufhin eine Stunde auf den nächsten Bus warten. Beim Vestischen Reisedienst, der für die Buslinie zuständig ist, hat er sich bereits beschwert und wurde an die Vestische Straßenbahn GmbH weitergeleitet. 

Unternehmen bestätigt Vorfall

Auf Nachfrage der Redaktion bestätigte Pressesprecher Norbert Konegen, dass es einen solchen Vorfall gegeben hat. Der Fall sei aktenkundig und werde noch untersucht. Sollte sich das Geschehen wirklich so abgespielt haben, sei es sehr erstaunlich und schockierend. Auch für Uwe Frey, war das Ereignis ein Schock. Vorher hatte der Halterner noch nie so schlechte Erfahrungen mit einem Busfahrer gemacht. Im Gegenteil: „Viele Busfahrer sind immer sehr nett und helfen mir beim Einsteigen.“ Das ein einziger Fahrer ihm jetzt das Busfahren „verdirbt“, macht ihn traurig.

Er selbst ist auf das Busfahren angewiesen, da die Bahnen nicht behindertengerecht ausgebaut sind. Allein bis Mitte November hat der Halterner ganze 16 Arzttermine. Zu allen muss er mit dem Bus fahren. Für zwei Arzttermine braucht er zum Beispiel mit Hin- und Rückweg bis zu acht Stunden. Deshalb hofft er, „dass der Busfahrer dazu steht und sich bei mir entschuldigt.“

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