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Halterns Einzelhändler

Einheitliche Öffnungszeiten am Samstag in der Diskussion

HALTERN Samstags haben in der Seestadt einige Läden bis 14 Uhr, andere bis 16 Uhr und wieder andere bis 15 Uhr geöffnet. Geht das? „Nein“, findet Peter Heckmann, der die Diskussion bei der letzten Versammlung der Werbegemeinschaft (wieder) ins Rollen gebracht hat.

Einheitliche Öffnungszeiten am Samstag in der Diskussion

Haltern kann ein Einkaufsmagnet bleiben, so wie hier am verkaufsoffenen Sonntag.

 „Viel besser wäre es, wenn alle Geschäfte in der Stadt gleich lange geöffnet hätten“, sagt Peter Heckmann. Ihm sei bewusst, dass die unterschiedlichen Bereiche und die Größe der Betriebe dabei eine Rolle spielen. Seine Geschäfte haben bis 16 Uhr geöffnet. „Einige andere Läden ziehen bereits mit.“ So auch die Buchhandlung Kortenkamp. „Wir haben bis 16 Uhr geöffnet. Wir haben im Team schon oft darüber gesprochen und fänden es toll, wenn alle anderen da auch mitziehen würden,“ so Mitarbeiterin Annabell Boehnke.

"Irgendwann ist auch das Privatleben dran"

Anders sieht das Martina Brosthaus, die ihren Laden am Samstag um 14 Uhr zu schließt: „Natürlich wäre es gut, wenn alle Läden gleich lang geöffnet hätten. Aber ich denke dabei vor allem an meine Mitarbeiter. Wir haben die ganze Woche lang durchgehend geöffnet, dazu noch an den verkaufsoffenen Sonntagen, irgendwann ist dann am Samstagmittag auch das Privatleben dran.“

Jakob Döbber sieht sein Geschäft schon geografisch ein wenig außen vor: „Wir liegen nicht an der typischen Route, wenn man bummeln geht und viele unserer Kunden machen vorher Termine mit uns aus.“ Döbber schließt samstags um 14 Uhr, und „da hat sich noch kein Kunde beschwert und gesagt, ‚macht doch mal länger auf‘.“ Im Gegenteil, man merke sehr deutlich, dass es ab 13.45 Uhr leerer würde. Döbber: „Wenn ich dann eine so große Verkaufsfläche mit vier bis fünf Mitarbeitern besetzen muss und der Umsatz nicht reinkommt, dann ergibt das keinen Sinn.“ Da sieht Peter Heckmann eben genau den Haken: „Wenn alle gleich lang geöffnet haben, kommen und bleiben die Leute auch länger.“ Jedoch liegen seine Geschäfte direkt in der Fußgängerzone und würden mehr von den Spontan-Shoppern profitieren können.

"Da müssen wir als Stadt doch zusammen stehen.“

Ähnlich ist es bei Bilkenroth. Mitarbeiter Matthias Huneke: „Salopp gesagt hat fast jedes Dorf im Umfeld ein Einkaufszentrum. Da müssen wir als Stadt doch zusammen stehen.“ Seine Kollegin, Nadine Knäbel, fügt hinzu: „Seit wir bis 16 Uhr geöffnet haben, bemerken wir einen Anstieg in der Kundenfrequenz.“ Solche Veränderungen brauchen ihre Zeit, um sich bei den Menschen durchzusetzen. „Das dauert sicherlich länger als ein paar Wochen“, so Huneke. „Aber wenn wir als Stadt im Umland für uns werben und die Leute dann hier ein Suchspiel betreiben müssen, um nach 14 Uhr noch geöffnete Geschäfte zu finden, dann ist das unglücklich.“ Die längeren Arbeitszeiten stören Nadine Knäbel beispielsweise nicht: „Ich habe ja ein großes Interesse daran, dass das Geschäft, in dem ich arbeite, gut läuft.“

Das Modehaus van Buer hat samstags bis 15 Uhr geöffnet. Inhaberin Marlies van Buer: „Wir möchten unseren Kunden auch nach 14 Uhr die Möglichkeit bieten, entspannt einzukaufen.“ Einer einheitlichen Lösung für alle steht sie offen gegenüber: „Wir wären die Letzten, die sich sperren würden, wenn es eine Entscheidung für alle Geschäfte in der Stadt gäbe.“

Lösung nicht erzwingen

Oliver Entrop, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Haltern, sagt jedoch ganz deutlich: „Auch, wenn die unterschiedlichen Öffnungszeiten samstags in Haltern für viele auswärtige Kunden vielleicht nicht glücklich sind, müssen wir uns bewusst sein, dass der Charme unserer Innenstadt und die vielen Inhaber-geführten Läden genau der Grund sind, warum viele Menschen von außerhalb nach Haltern kommen. Mit diesem Charme einher geht aber eben auch, dass einige dann eher schließen wollen, weil sie und ihr Team schon den sechsten Tag im Laden stehen, oft auch durchgehend.“ Müsse denn Haltern unbedingt versuchen, mit den Großstädten mitzuziehen? „Nein, wir haben hier eine Gemeinschaft, kein Center-Management – wenn wir uns auf einen Schritt in eine gemeinsame Richtung einigen, wäre das zwar schön.“ Aber erzwingen könne man das nicht.

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