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Wegen EU-Wasserrahmenrichtlinie

Volkszählung bei den Fischen in der Stever

Haltern Einmal im Jahr werden die Fische in den Bächen und Flüssen Halterns gezählt. Das lässt Rückschlüsse auf die ökologische Qualität der Gewässer zu. Ziel ist es, besonders naturnahe Bachläufe herzustellen und die Artenvielfalt zu vergrößern.

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Die Mitarbeiter des Institutes für Fisch und Umwelt untersuchten mit dem Elektrokescher den Fischbestand in Halterner Gewässern, hier beim Einsatz auf der Unterstever.

Thomas Lorenz, Geschäftsführer des Institutes für Fisch und Umwelt, Rostock.

Thomas Lorenz und sein Mitarbeiterteam vom Institut für Fisch und Umwelt Rostock sowie Heinz Stiller, Fischereiberater für das Landesamt für Umwelt- und Naturschutz (LANUV) und ASV-Vorsitzender Stephan Brathe gründelten am Freitag in der Unterstever und dem Heubach in Sythen. Mit der sogenannten Elektrobefischung, die einmal jährlich im Herbst im Auftrag der LANUV vorgenommen wird, rückten die Wasserexperten dem Wassergetier zu Leibe.

Denn die Elektrobefischung ist so etwas wie eine Fischvolkszählung. Und die läuft so ab: „Wir erzeugen vom Boot aus ein Elektrofeld im Wasser. Eine Anode am Kescher erzeugt einen Lockstrom, dem die Fische folgen“, erklärte Lorenz. Dadurch würden die Fische für einen kurzen Moment bewegungsunfähig gemacht.

Und dann werden die Fische gezählt. Wie viele gibt es und welche Arten sind vorhanden? Die Zahl der Fische, ihr Alter und die Artenvielfalt lassen Rückschlüsse auf die ökologische Qualität des Wassers zu, sagte Thomas Lorenz. „Am Heubach war das Ergebnis im Vergleich zu früher nicht besonders berauschend“, meinte Fischereiberater Heinz Stiller auf unsere Anfrage. Das Wasser sei recht trübe gewesen, die Zahl der Fische, meist nur kleine wie Stichlinge oder Bachschmerlen, nicht besonders hoch.

Laut EU-Wasserrahmenrichtlinie, der die LANUV folgen muss, müssen Gewässer nach solchen Befischungen mithilfe bestimmter Maßnahmen renaturiert werden, um einen hohen Qualitätsstandard zu erreichen.

Treppen bauen

"Dann müssen zum Beispiel, wenn der Fischbestand als nicht ausreichend angesehen wird oder die Vielfalt zu wünschen übrig lässt, Fischtreppen gebaut werden oder Uferhöhlungen angelegt werden“, sagte Heinz Stiller. ASV-Vorsitzender Stephan Brathe hat wie Stiller beobachten können, dass Halterns Flüsse zwar sauber sind, aber „sauberes Wasser ist nährstoffarm, dadurch gehen die Fische den Bach runter“. Thomas Lorenz wird die Fischzählungsergebnisse auswerten und auf fischinfo online stellen. Interessenten können sich selbst ein Bild davon machen, wie der Fischbestand in Halterns Gewässern ist.

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Die Mitarbeiter des Institutes für Fisch und Umwelt untersuchten mit dem Elektrokescher den Fischbestand in Halterner Gewässern, hier beim Einsatz auf der Unterstever.

Thomas Lorenz, Geschäftsführer des Institutes für Fisch und Umwelt, Rostock.

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