Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Für Familien

Sozialer Wohnungsbau: Ascheberg denkt über Mietshäuser nach

Ascheberg Wie lässt sich sozialer Wohnungsbau in Ascheberg realisieren? Nachdem die Politik im September vorgeschlagen hatte, in die Höhe zu bauen, geht es nun um Mietshäuser für Familien. Aber wo wäre in der Gemeinde überhaupt Platz?

Sozialer Wohnungsbau: Ascheberg denkt über Mietshäuser nach

Herbern von oben: In den 60er- und 70er-Jahren entstanden hier vermehrt Sozialwohnungen. Im Ortsteil Ascheberg hingegen ist sozialer Wohnraum Mangelware. Das soll sich ändern. Foto: Oskar Neubauer

Ende September hatten die Mitglieder des Planungsausschusses noch über höhere Häuser gesprochen. Die sind seit der jüngsten Sitzung vom 28. November zwar nicht vom Tisch – allerdings ist eine weitere Variante hinzugekommen.

Dr. Andreas Potthoff von der Potthoff Wohnungsgesellschaft GmbH aus Hamm stellte dem politischen Gremium jetzt das eigene, bereits erprobte Firmenprodukt vor: Doppelhaushälften zur Miete. Sie richten sich an Familien mit Kindern, die Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein haben und den kleinen Garten hinterm Haus einer Geschosswohnung vorziehen wollen.

„Einkommensgrenze ist gar nicht mehr so niedrig“

Mietshäuser seien in erster Linie ein attraktives Angebot für junge Familie. „Gleichzeitig sind junge Familien die Zielgruppe, die die bestehende Infrastruktur dauerhaft auslasten kann“, erklärte Potthoff die Idee hinter dem Konzept, das auch das „Imageproblem“ des geförderten Wohnungsbaus ein Stück weit ausmerzen soll.

So liegt das mögliche Jahresbrutto-Einkommen für eine vierköpfige Familie aktuell bei 52.000 Euro, für eine fünfköpfige Familie bei 61.000 Euro. „Die Einkommensgrenze ist gar nicht mehr so niedrig“, hatte bereits Christian Kamper vom Kreis Coesfeld in der September-Sitzung des Planungsausschusses angemerkt. Weg also von den tristen Mietskasernen, hin zum kleinen, aber feinen Heim für die Familie.

Hat eine Familie Interesse an einem geförderten Mietobjekt, müssen Einkommen und Personenzahl passen. „Eine wesentliche Klientel vergessen wir dabei“, merkte Michael Krieger von der SPD an. „Single-Haushalte und Senioren. Die suchen kein 100 Quadratmeter großes Haus.“ Michael Krieger wies darauf hin, diese Gruppen im Hinterkopf zu behalten und stieß damit auf Zustimmung.

3000 Quadratmeter für zehn Wohneinheiten

Ohnehin ist nicht gesagt, dass die 100 bis 115 Quadratmeter großen Doppelhaushälften auch kommen. Sie sind ein Vorschlag. Jetzt ist die Verwaltung gefragt. Sie soll überprüfen, inwieweit das Projekt etwa im Neubaugebiet Breilbusch Sinn macht. Hier wäre zumindest Platz für den sozialen Wohnungsbau – nach den Vorgaben der Potthoff Wohnungsgesellschaft 3000 Quadratmeter Fläche für fünf Doppelhäuser, also zehn Wohneinheiten. Damit sich das Ganze überhaupt rentiert.

Denn der soziale Wohnungsbau sei gegenüber nicht geförderten Mieteinheiten immer noch im Nachteil. Niedrige Zinsen, hohe Grundstückspreise und der festgelegte Mietpreis brächten Investoren schnell an die Grenzen der Wirtschaftlichkeit. Die Gemeinde Ascheberg befindet sich laut Potthoff in der Mietstufe drei, für die der Mietpreis von 5,25 Euro pro Quadratmeter gelte. Bei den Grundstückspreisen in Ascheberg sei dies wirtschaftlich machbar.

Eine andere Möglichkeit, geförderten Wohnraum zu realisieren, sei eine Nachverdichtung in den Ortslagen. Hier käme dann auch die mehrgeschossige Bauweise zurück ins Spiel.

Anzeige
Anzeige