Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Gleichstromverbindung A-Nord

Legdener Landwirte gegen Stromautobahn

Legden Es wird eine Hauptschlagader der Energiewende – die Gleichstromverbindung A-Nord. Und es ist möglich, dass die Trasse durch Legden führen wird. Bei den Landwirten formiert sich bereits der Widerstand.

Legdener Landwirte gegen Stromautobahn

"Es reicht" - die ersten Proteste gegen die Gleichstromverbindung, die durch Legden führen könnte, gab es in der Sitzung des Gemeinderats, zu der viele Zuhörer kamen.

Das zeigte sich in der Sitzung des Gemeinderats am Montagabend. Viele Zuhörer waren ins Haus Weßling gekommen. „Es reicht“ stand auf einem Plakat.

Mehrere jeweils ein Kilometer breite Korridore führen rund 300 Kilometer von Emden bis Osterrath. Welcher es werden wird, steht noch nicht fest, so Projektleiter Jonas Knoop. Er und Sebastian Knauf als Vertreter von Amprion sagten maximale Transparenz zu. Ausführlich informierten sie über die Stromautobahn, über die verschiedenen Korridore, die derzeit noch möglich sind, und den Zeitplan.

Projektleiter appelliert an Legdener: "Bindet uns frühzeitig ein"

Im März 2018 soll der Vorzugskorridor feststehen. Dann wird im nächsten Schritt die Bundesfachplanung beantragt. Knoops Appell an die Legdener: „Binden Sie uns frühzeitig ein. Jetzt können wir noch reagieren.“ Das erste Ergebnis: Bürgermeister Friedhelm Kleweken lud die Amprion-Vertreter ein, im November in Legden noch einmal öffentlich die Pläne vorzustellen und sich der Diskussion zu stellen.

Es zeigt sich, dass genau das, was den Legdener Landwirten Sorgen macht, für Amprion eher ein gutes Argument für eine Trasse ist. „Bündelung“ und „Bündelungsgebot“ sind die Stichworte. Wenn das Stromkabel neben eine Gasleitung gelegt werden kann oder wenn es in der Nähe einer Freileitung verläuft, können sich Schutzstreifen überschneiden. Immerhin 35 Meter beansprucht der Graben beim Bau, der Schutzstreifen wird 24 Meter breit sein.

Bomberg: "Wir wollen diese Leitung nicht"

„Wir wollen die Leitung nicht“, sagte Christian Bomberg, Vorsitzender des landwirtschaftlichen Ortsvereins Legden unter Beifall in der Sitzung, die eigens unterbrochen wurde, um auch Zuhörer einzubinden. Die 380-KV-Höchstspannungsleitung, die ebenfalls Amprion bauen wird, die Zeelinck- und die Loop-Gasleitung, die Open Grid demnächst startet, dazu jetzt noch eine weitere Stromtrasse – für Bomberg ist das einfach zu viel. „Wir sind nicht gegen die Stromleitung“, so sagt er. „Wir Landwirte produzieren ja selber Strom“. Nur dürfe Legden nicht so stark belastet werden.

Bomberg kündigte an, dass Landwirte morgen nach Gescher fahren werden, um dort die Kollegen der Nachbargemeinde bei einer Protestkundgebung zu unterstützen. Gescher wäre sogar bei drei von vier möglichen Trassenverläufen betroffen.

SPD und UWG kritisieren späte Information 

Kritik kam auch aus Reihen der SPD und UWG. Beide Fraktionen kritisierten, dass es nicht früher Informationen im Gemeinderat gegeben hätte. Bürgermeister Friedhelm Kleweken skizzierte den Zeitverlauf. Im Juli erst standen die Korridore fest, in der vergangenen Woche besuchte er eine Infoveranstaltung für Träger öffentlicher Belange.

Bis März, so erläuterte Jonas Knoop werden die verschiedenen Korridore auf insgesamt rund 1400 Kilometern untersucht. Naturschutz- oder Militärgebiete, größere Siedlungen, der Rhein als großer Fluss – all das hat die Möglichkeiten schon im Vorfeld eingeschränkt.

Korridore können noch verändert werden oder wegfallen

Jetzt wird es mehr ins Detail gehen. Und da ist es für Amprion wichtig zu wissen, wo vielleicht ein Gewerbegebiet in der Zukunft erweitert werden soll oder wo ein Landwirt vielleicht den Bau größerer Stallungen plant. Das alles kann dazu beitragen, dass Korridore verändert werden oder wegfallen.

Berthold Langehaneberg (CDU) kommentierte am Ende: „Hier baut sich Widerstand auf.“ Sigrid Goßling sagte für die SPD: „Die Gemeinde Legden ist schon gebeutelt, was Zerschneidungen angeht. Es ist sehr viel landwirtschaftliche Fläche betroffen.“ Gerd Heuser (UWG) zeigte sich enttäuscht. Er hätte in der Sitzung von Amprion genauere Informationen über den Legdener Korridor erwartet.

Vermutungen aus den Zughörerreihen, die Trassen stünden doch schon fest, traten die beiden Amprion-Vertreter entgegen. In riesigen Teams würden die Trassen geprüft. „Das ist eine Operation am offenen Herzen. Wir kennen das Ergebnis nicht.“

Anzeige
Anzeige