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Serie: "Hundert und eine Erzählung"

Ein Spuk auf dem Hof Pelleringhoff in Nordlünen

LÜNEN "Hundert und eine Erzählung" trugen die Autoren Fredy Niklowitz, Dr. Widar Lehnemann und Wilfired Heß in ihrem gleichnamigen Buch zusammen. Wir haben die spannendsten Sagen ausgewählt und stellen sie in einer Serie vor. Heute geht es um drei Geschichten, die in Nordlünen und Alstedde spielen.

Ein Spuk auf dem Hof Pelleringhoff in Nordlünen

Blick auf den Kotten Honermann und Pelleringshof um 1960

Der böse Geist vom Pelleringhoff

Auf dem Hof von Schulze Pelleringhoff in Nordlünen hauste ein böser Geist. Man rief Patres von Werne, und diese trieben den Spuk aus, der sich stark zur Wehr setzte. Da stellte ein Pater die Frage, warum er so hartnäckig sei. Der Geist antwortete, der jetzige Besitzer des Hofes habe ihm als Kind durch Abreißen und Abschneiden von Ähren großen Schaden am Korn getan.

Darauf erwiderte der Pater, das habe der Besitzer durch seine Verluste und Heimsuchungen reichlich gebüßt. Der Spuk wurde daraufhin gebannt und auf einem Störtkår“ (Sturz-, Kippkarre) verladen samt einem Scheffel Korn und darauf alles zusammen in eine Kuhle gekippt. Der Geist darf alle tausend Jahre einen der emporgekeimten Halme ausreißen. Ist er mit allem fertig, so darf er wiederkommen.

Einige Zeit darauf kam der Hof in andere Hände. Der neue Besitzer war ziemlich happig und schrappig. Er ließ alle Erde in der Gegend zusammenfahren und eines Tages, als nichts weiter zu tun war, auch jene Kuhle ausleeren. Einer seiner Kötter warnte ihn eindringlich vor dem bösen Geist, der darin hauste. Er hörte aber nicht, sondern ließ die Erde auswerfen und zum Hof fahren. Damit wurde auch der Spuk wieder heimgeschafft und trieb dort nach wie vor sein Unwesen. (Sartori 1927)

Serie: "Hundert und eine Erzählung"

Die Geschichte von Napoleon und der Zwillingsbuche

LÜNEN „Hundert und eine Erzählung" trugen die drei Autoren Fredy Niklowitz, Dr. Widar Lehnemann und Wilfired Heß in ihrem gleichnamigen Buch zusammen. Zehn Jahre haben sie an dem Werk gearbeitet. Wir haben die spannendsten Sagen ausgewählt und stellen sie in einer Serie vor. Diesmal geht es um die Napoleonsbuche.mehr...

Der unheimliche Hund vom Pelleringhoff

Über den Hof Schulze Pelleringhoff gehen die verschiedensten Spukgeschichten um. So erzählt man sich von einem großen Hund, der eines Morgens auf dem Herd gelegen hat, als das Küchenmädchen Lankämpe aus Alstedde Feuer anzünden wollte. Seine Augen leuchteten so, dass das Küchenmädchen glaubte, es seien glühende Kohlen. Sie versuchte das Feuer mit Stroh anzufachen. Plötzlich sprang der Hund mit einem Satz zum Fenster hinaus. Seitdem soll das Küchenmädchen gelähmt gewesen sein.

Damit das Spuken ein Ende nahm, soll man einen Pater aus Werne geholt haben, der den Spuk verbannte. Er sei mit dem besten Pferd vom Pelleringhoff in die Weide an der Lippe gezogen und hätte gebetet. Plötzlich ist das Pferd in die Luft gegangen und mit ihm der Spuk. Seit der Zeit ist der Spuk verbannt.

(Krekeler 1948)

Serie: "Hundert und eine Erzählung"

Zwei Legenden von Goldfeuern in Lünen

Im Süden „Hundert und eine Erzählung" trugen die Autoren Fredy Niklowitz, Dr. Widar Lehnemann und Wilfired Heß in ihrem gleichnamigen Buch zusammen. Zehn Jahre haben sie an dem Werk gearbeitet. Wir haben die spannendsten Sagen ausgewählt und stellen sie in einer Serie vor. Heute geht es um zwei Goldfeuer – eins bei Haus Oberfelde in Niederaden und eins in Gahmen.mehr...

 

Die Teufelskuhle in Alstedde

Von einem dreieckigen, zu Middendorf gehörenden Grundstück am Sandpol erzählt man sich nach Aussagen des Bauern Busemann Spukgeschichten. Auf diesem Land lag eine Kuhle, die als Teufelskuhle, plattdeutsch Dübels-kühle, bezeichnet wurde. An dieser Stelle soll eine kleine Kirche gestanden haben, die in der Kuhle versunken ist. Manchmal hörte man noch die Glocken aus der Erde läuten. Ferner treibt an dieser Stelle ein weißer Hund mit roten Augen sein Unwesen.

Durch den Ausbau der Alstedder Straße, etwa 1930, ist die Teufelskuhle zugeschüttet worden. An diese Erzählung knüpft auch die Annahme, dass in dieser Gegend 1376 eine Kapelle erbaut worden sei. Auf diesen Kirchbau führt man den Namen Kerhoff, heute Kirchhoff, zurück.

(Krekeler 1948)

Auf Seite zwei erklären wir den Hintergrund der drei Sagen.

Exorzismus auf Zeit?

Der Ort des „Spuks“ ist mit der Nennung des Hofes Schulze Pelleringhoff eindeutig bestimmt, zum Zeitpunkt der Geistererscheinung ergeben sich aber keine Anhaltspunkte. Der Pelleringhoff war der Schulzenhof der Bauerschaft Nordlünen.

Die Bezeichnung des Hofes, der durch Erbgang an die Familie Reygers in Bork kam, ist kaum noch bekannt. Die Straße „Zum Reygers Hof“ führt heute zu der Hofstelle. Der Hof lag sehr einsam am Fuchsbach zwischen dem bewaldeten Heikenberg und der Lippe.

Auffällig sind Ungereimtheiten: In der Sage sind Spuk und Geist nicht voneinander getrennt. Die beiden Begriffe werden gleichbedeutend verwandt, obwohl personale Wahrnehmungen korrekt nur als Geist bezeichnet werden können. Ungewöhnlich ist, dass der Geist trotz des Exorzismus nicht für alle Zeit, sondern mit der Perspektive gebannt wurde, wiederkommen zu können.

Gelähmtes Küchenmädchen soll erst 1948 gestorben sein

Es ist auf den ersten Blick nicht nachvollziehbar, warum der spätere Besitzer des Hofes, der zu dem Geist in keiner persönlichen Beziehung stand, ebenfalls unter dem Unwesen des Geistes leiden musste. Die Sage vom unheimlichen Hund soll sich tatsächlich so ereignet haben.

Das Küchenmädchen, also eine konkrete Person, soll es so erlebt haben. Sie soll kurz vor 1948 gestorben sein. Bernhard Busemann erzählte 1948 der Autorin Ingrid Krekeler, was das Küchenmädchen erlebt hatte, wodurch es gelähmt geworden sei. Möglicherweise hatte er das Küchenmädchen gekannt.

In der Sage liegt es nahe, dass der Hund mit dem Teufel gleich gesetzt wird. Dennoch stellt sich die Frage nach einer natürlichen Erklärung. Das Küchenmädchen wollte morgens, als es noch dunkel oder dämmrig war, das Feuer entfachen und hatte den Hund nicht gesehen.

Der Lichtschein des Feuers könnte durch die Augen des Hundes reflektiert worden sein. Das aufgeschreckte Tier sprang urplötzlich durch das Fenster. Das Küchenmädchen war zutiefst erschrocken. Er erlitt offenbar einen starken Schock, der zu einer Lähmung geführt haben könnte.

Wie lange die Sage mündlich überliefert wurde, ist nicht bekannt

Die Sage von der Teufelskuhle in Alstedde hat Ingrid Krekeler 1948 in ihrer Examensarbeit „Der Heikenberg und die Alstedder Landschaft“ erstmals schriftlich festgehalten. Wie lange sie mündlich überliefert wurde, ist nicht festzustellen. Zeitlich lässt sich die Sage nicht konkret zuordnen.

Einen Anhaltspunkt bietet ausschließlich die Errichtung der Kapelle durch das Kloster Cappenberg im Jahre 1376. Anlass zu dieser Sage gab eine auffällige Geländemulde, deren Entstehung nicht bekannt war. Auf der Suche nach einer Erklärung hat man sie mit einer Kapelle in Verbindung gebracht, die offensichtlich in diesem Bereich stand und über deren „Untergang“ nichts vorlag. Durch die Erzählung über den Untergang der Kapelle als Ursache für die Mulde wurde diese zu einem unheimlichen Ort.

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