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Fußball

„Ich habe noch nie ans Aufhören gedacht“

Wethmar Die Bezirksliga-Kicker des TuS Westfalia Wethmar schlittern zurück in die Krise. Der Abstand zum bedrohlichen Abstiegskeller ist auf zwei Punkte geschrumpft. Sportlich läuft es nicht und auch menschlich gab es Probleme.

„Ich habe noch nie ans Aufhören gedacht“

Wethmars Trainer Simon Erling bleibt trotz der sportlichen Krise noch kämpferisch. Foto: Reith

Die Krise beim Fußball-Bezirksligisten Westfalia Wethmar hat sich nach der 0:4-Niederlage am Sonntag beim SuS Kaiserau wieder verschärft. Der Abstand auf den ersten Abstiegsplatz beträgt mittlerweile nur noch zwei Punkte. Sportredakteur Patrick Schröer hat mit Wethmars Trainer Simon Erling über das Spiel am Sonntag, die Winterpause und einen möglichen Rücktritt gesprochen.

Herr Erling, Sie haben am Sonntag in Kaiserau Ihre neunte Saisonniederlage kassiert. Wie sehr nagt die Krise persönlich an Ihnen?

Natürlich bin ich nach so einer Niederlage gefrustet. Das alles stört mich ziemlich und ich brauche dann auch eine Nacht, um alles Revue passieren zu lassen. Sicherlich kann man in Kaiserau verlieren, aber nicht in einer solchen Art und Weise. Wir haben mal wieder nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben.

Sie haben in der Halbzeit direkt drei Spieler ausgewechselt, weil sie gemeckert haben sollen. Was war denn da genau los?

Im Detail möchte ich da gar nicht mehr groß drauf eingehen. Die Spieler haben sich im Ton vergriffen. Ich sah mich da gezwungen, zu handeln.

Vor dem Spiel haben Sie vor Timo Milcarek und Marc Simon Stender gewarnt. Am Ende erzielte das Duo die vier Tore. Verstehen die Spieler Ihre Vorgaben nicht?

Doch. Die Spieler wissen das schon. Uns ist es aber einfach nicht gelungen, die Beiden aus dem Spiel zu nehmen. Timo hat sich sehr viel bewegt, sehr variabel gespielt und uns vor Probleme gestellt. Kaiserau war aber auch im Kollektiv die bessere Mannschaft. Dann wird es generell schwierig, solche Spieler zu stoppen.

Hand aufs Herz: Haben Sie schon einmal an einen Rücktritt gedacht?

Nein, ich habe noch nie ans Aufhören hier in Wethmar gedacht. Sicherlich ist es für mich als Trainer eine schwierige Phase und auch vom Kopf her nicht so einfach. Gefühlt habe ich aber die volle Unterstützung des Vorstands. Wir haben immer einen offenen Austausch. Wir müssen jetzt nach vorne gucken und positiv in die nächsten Spiele gehen. Zwischendurch hatten wir ja die Kurve gekriegt.

Schätzen Sie mal: Zu wie viel Prozent ist es möglich, dass Wethmar am Ende sogar absteigt?

Dazu sage ich gar nichts. An solchen Spekulationen beteilige ich mich nicht. Für mich zählt nur, dass wir uns bestmöglich auf unsere nächsten Spiele vorbereiten.

Sie haben Maik Küchler und Sanmi Ojo für die Rückrunde verpflichtet – zwei Offensivkräfte. Drückt aber nicht in der Verteidigung der Schuh?

Natürlich überlegen wir, aber im Winter ist es nicht so einfach, gute Spieler zu verpflichten. Außerdem haben wir in der Mannschaft die Alternativen. Gianluca Kösling zum Beispiel wurde jetzt operiert und ich hoffe, dass er uns schon bald verstärken wird. Er kann sowohl als Linksverteidiger als auch in der Mitte spielen. Bastian Quiering war zuletzt aus beruflichen Gründen nicht einsatzbereit, Tim Holz hat das nicht schlecht gemacht, war aber grippegeschwächt. Ich hoffe, dass wir im neuen Jahr weniger Verletzungspech haben, damit wir mehr Stabilität und Kontinuität reinbekommen.

Vorher empfangen Sie am kommenden Sonntag aber noch den starken Aufsteiger RW Unna...

Und gegen diese Mannschaft haben wir noch ordentlich etwas gutzumachen. Das Hinrundenspiel (5:2 für Unna, Anm. d. Red.) in Unna hat mich mit am meisten gefrustet. Wir wollen Lösungen für Sonntag finden und es dieses Mal besser machen.

Sind Sie eigentlich froh, wenn Winterpause ist?

Es ist schon so, dass sich die Spieler sammeln können. Jeder kann in der Pause den Kopf freikriegen und sich fallen lassen. Wir werden einen Cut und einen Neuanfang machen und intensiv an unseren Problemen arbeiten. Das wird den lange verletzten Spielern wie Till Kowalski, Nico Stork oder Gianluca Kösling guttun.

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