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Keine Traglufthalle

Pläne für Lüner Freibad gehen unter

Lünen Es war ein stiller Tod: Nachdem die Pläne, das Freibad Cappenberg mit einer Traglufthalle das ganze Jahr über nutzbar zu machen, viele Monate mitunter hohe Wellen geschlagen haben, sind sie jetzt wohl untergegangen.

Pläne für  Lüner Freibad gehen unter

Blick in eine Traglufthalle, die im Bochumer Freibad Wiesental steht. Juli 2016 Foto: Foto: GFL

Eine Traglufthalle, die das Freibad Cappenberger See das ganze Jahr über nutzbar macht. Das wäre toll. Das war nie Gegenstand der Diskussion. Allerdings schon der Preis, den man dafür zahlt. Da war man sich einig am Donnerstag im Ausschuss für Bildung und Sport.

Die Diskussion darüber ebbte immer nur vorübergehend ab. Ob sich für das Projekt die Gelegenheit ergibt, noch einmal aufzutauchen, hängt davon ab, ob zum Beispiel die GFL ihren Antrag, der am Donnerstag vom Ausschuss abgelehnt wurde, am 14. Dezember im Rat erneut auspackt.

Genau hinhören

Wer als Außenstehender die Sitzung verfolgte, der musste schon genau hinhören, um das Ende für das überdachte Freibad herauszuhören: Einen Beschlussvorschlag, dieses Projekt offiziell aufzugeben, gab es nämlich nicht. Aber: Man nahm zwar pflichtgemäß die Aussagen der Verwaltung zum Thema zur Kenntnis, strich aber in der Vorlage den Passus, der in den nächsten Jahren eine Überarbeitung des Bäderkonzeptes von 2003 vorsah. Damit war die Option für das Cappenberger Freibad vom Tisch.

Obwohl schon seit Monaten die Argumente immer wieder ausgetauscht wurden, ging die Diskussion am Donnerstag in eine neue Runde. Klar ist: Eine 50 Meter-Bahn und zusätzlich Platz für Schwimmer hätten alle gern. Darum geht es nicht.

Aber die Mehrheit hält das Projekt für nicht finanzierbar. Hugo Becker (SPD): „Das hört sich alles gut an, wir machen ein neues Bäderkonzept. Aber es war schon 2003 klar, dass dieses nicht allen Wünschen gerecht werden kann. Die Frage ist doch, was wir uns leisten können.“

Kein anderes Geld

Natürlich wäre eine überdachte 50-Meter-Bahn toll gewesen, so Becker. „Aber wir können es nicht verantworten, noch mehr Geld in den Schwimmsport zu stecken“, betonte er.

Was man damit an Defizit anhäufe, müsse die Stadt allein bezahlen. Es gebe kein Geld von anderer Stelle.

Natürlich sei das Argument „Kinder müssten Schwimmen lernen“ eines, aber auch die Tatsache, dass man den Kindern die Schulden überlasse, sei schließlich nicht von der Hand zu weisen.

Ganz anders sah das die GFL. Andreas Mildner: „Wir wissen um den Bedarf und wir sind nicht zufrieden mit den bisherigen Prüfungen der Verwaltung. Mildner beantragte für seine Fraktion, dass die Verwaltung für 2018 ein Bäderkonzept erstellt. Für die Planungen sollten 50.000 Euro im Haushaltsplan eingestellt werden. Man dürfe keine Zeit verlieren, „um den Belangen des Schulsports, der Schwimmvereine und der nicht organisierten Schwimmer gerecht zu werden“.

Mildner, der auch Vorsitzender des Schwimmvereins Brambauer ist, weiß, wovon er redet. Den Bedarf bestritt am Donnerstag auch niemand. Auch der frühere Wettkampfschwimmer Hugo Becker nicht. Aber diese Wünsche seien eben einfach nicht bezahlbar.

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