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Fußball

„Truppe gibt auch für den Trainer Gas“

Wethmar Fußball-Bezirksligist Westfalia Wethmar hat zu der Trennung von den Brüdern Pascal und René Harder Stellung bezogen. Der Sportliche Leiter Rolf Nehling lässt sich trotz der Kritik von Pascal Harder nicht unter Druck setzen.

„Truppe gibt auch für den Trainer Gas“

Wethmars Sportlicher Leiter Rolf Nehling (r.) hat zur Kritik von Pascal Harder Stellung bezogen. Foto: Foto: Goldstein

Fußball-Bezirksligist Westfalia Wethmar hat am späten Dienstagabend die Trennung von den beiden Brüdern Pascal und René Harder in einer offiziellen Stellungnahme bestätigt. Bereits am Dienstagnachmittag hatten die beiden Brüder diese Redaktion über die Trennung informiert. Pascal Harder äußerte dabei harte Kritik, bezeichnete TuS-Trainer Simon Erling unter anderem als „inkompetent“.

Häufig für Unruhe gesorgt

Der Verein schreibt zur Trennung in seiner Stellungnahme, dass Trainer Simon Erling nach Rücksprache mit den Club-Verantwortlichen auf vermehrte Vorkommnisse in der jüngsten Vergangenheit reagiert habe, die zum einen dem Mannschaftsgefüge des Bezirksliga-Teams und zum anderen der Außendarstellung extrem geschadet haben sollen. „Beide Spieler haben zuletzt immer wieder für Unruhe gesorgt und sich Undiszipliniertheiten geleistet, die mit unserem Anspruch von Loyalität, Fairness und Teamgeist nicht vereinbar waren“, sagt Erling und ergänzt, dass die Vorfälle am vergangenen Sonntag bei der Partie in Kaiserau das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht haben sollen. Am Sonntag wechselte Erling die beiden Harder-Brüder sowie Tim Heptner nach lautstarken Streitigkeiten in der Halbzeitpause aus.

Nicht der erste Fehltritt
„Es kann nicht sein, dass Spieler sich öffentlich lautstark mit dem Trainer in die Haare bekommen und sich teilweise deutlich unter der Gürtellinie im Ton vergreifen. Das schadet auch dem Image des Vereins“, so der Sportliche Leiter Nehling. Da dies nicht der erste Fehltritt in dieser Hinsicht gewesen sein soll, entschloss sich der Verein, das Brüder-Duo nicht mehr zu berücksichtigen, zumal Pascal Harder von sich aus bereits klargemacht hatte, unter dem Coach nicht mehr das grün-weiße Trikot überstreifen zu wollen.

Der Verein schreibt in der Stellungnahme, dass es zwei sachliche Gespräche mit den Beteiligten gegeben haben soll. Dass Harder nach der Demission die Öffentlichkeit suchte und nachtrat, enttäusche die Verantwortlichen umso mehr. „Pascal spricht von sportlichen Inkompetenzen des Trainers“, sagt Nehling. „Wir bedauern es, dass er sich selbst und seine Rolle als Co-Trainer nicht nachhaltig hinterfragt hat und stattdessen nun in dieser unprofessionellen Form schmutzige Wäsche wäscht. Seine Aussagen zeugen im Nachhinein nicht von kameradschaftlicher Loyalität und charakterlicher Stärke.“

„Werden uns alle hinterfragen“

Auf die harten Vorwürfe gegen Erling wollte Nehling nicht eingehen, betonte aber: „Niemand hat mit einem derartigen Saisonverlauf gerechnet. Natürlich werden wir uns in der Winterpause alle hinterfragen und versuchen, die gemachten Fehler auszumerzen und die Kurve zu kriegen.“ Allerdings wolle sich Nehling weiterhin nicht unter Druck setzen lassen, auch nicht von dem Vorstoß des ehemaligen Co-Trainers. „Wir lassen uns garantiert zu keinem Schnellschuss hinreißen, auch wenn der Druck deutlich spürbar ist.“

Der Verein stehe seit Jahren für Kontinuität und eine familiäre Gemeinschaft auf allen Ebenen und habe somit nicht nur eine hohe Verantwortung für die sportlichen Belange, sondern auch für seine vielen, teils ehrenamtlichen Mitarbeiter. „Simon ist ein junger Mann, der viel für den Verein geleistet hat. Er ist mit Leib und Seele dabei, hinterfragt sich täglich und steht im ständigen Austausch mit den Verantwortlichen. Wir werden ihn nicht als Bauernopfer nach gerade einmal vier Monaten zum Teufel jagen.“

„Zeit intensiv nutzen“

Am Sonntag, 10. Dezember (14.45 Uhr, Wehrenboldstraße, Lünen), wartet auf die Westfalia mit dem Aufsteiger RW Unna der letzte Gegner des Jahres, ehe es in die Winterpause geht. „Diese Zeit werden wir nutzen, um zu ergründen, warum es in der ersten Serie so gehakt hat“, so Nehling. „Wir stehen alle in der Verantwortung und sind bereit, die Wende zu schaffen“. Das Team habe die Kritik des scheidenden Co-Trainers, so schreibt es der Verein in der Stellungnahme, wenig erfreut zur Kenntnis genommen und wisse, dass es nun in der Pflicht stehe. „Ich bin sicher, dass die Truppe am Sonntag Gas gibt – für sich, den Verein und auch den Trainer“,sagt Nehling.

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