Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Schulgremien stimmen dagegen

Gesamtschule Olfen zweifelt an Datteln-Kooperation

OLFEN Seit zwei Jahren planen Olfen und Datteln eine Gesamtschulkooperation. Obwohl die letzten Beschlüsse kurz bevor stehen, möchte die Wolfhelmschule Olfen am liebsten die Notbremse ziehen. Doch auch wenn sie es wollte - das kann die Schule nicht alleine.

Gesamtschule Olfen zweifelt an Datteln-Kooperation

Wolfhelmgesamtschule

Ist Datteln, die finanziell angeschlagene Stadt im Stärkungspakt, überhaupt in der Lage, einen Standort der Wolfhelmschule in ihrem Stadtgebiet so auszustatten, wie es die Olfener von ihrer Gesamtschule gewohnt sind? Da ist sich die Mehrheit der Schulpflegschaft der Wolfhelmschule und der Schulkonferenz nicht sicher.

Wenn es darum geht, ob die engen Kontakte zwischen Lehrern und Schüler noch möglich sein werden, sobald es statt einer Schule der kurzen Wege zwei zehn Kilometer voneinander entfernte Standorte gibt, haben die Mitglieder der beiden Gremien ebenfalls so ihre Zweifel.

OLFEN Die Schulausschüsse in Datteln und Olfen beraten in der kommenden Woche endgültig die Gesamtschul-Kooperation. Geplant ist, dass die Olfener Wolfehlm-Gesamtschule eine Zweigstelle in Datteln eröffnet. Zu diesen Plänen regt sich aber auch deutlicher Widerstand. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema.mehr...

Die Sache ist heikel. Olfens Gesamtschulleiterin Anne Jung windet sich bei der Suche nach den richtigen Worten. Dass sich in den Mitwirkungsgremien der Schule Widerstand rege, sei nicht die angemessene Formulierung, widerspricht sie unserer Redaktion.

„Richtig ist aber, dass sich alle Gremien der Schule mit großer Mehrheit gegen die Errichtung eines Teilstandortes in Datteln ausgesprochen haben“: zuerst die Schulpflegschaft, die die Vertretung der Elternschaft ist, dann die Schulkonferenz, das mit sechs Lehrern, sechs Schülern und sechs Elternteilen besetzte höchste schulische Beschlussorgan. Die genauen Abstimmungsergebnisse nennt Jung nicht. Nur so viel: Die Mehrheit sei „sehr groß“.

Veto ist nicht möglich

Auch wenn sie es will: Die Notbremse ziehen kann die Schule nicht alleine. „Ein Veto kann die Schule nicht aussprechen“, sagt Olfens Bürgermeister Wilhelm Sendermann (CDU). Aber über die Argumente hinweggehen, ließe sich freilich auch nicht. „Es ist eben schwierig, mit langfristigen Zielen zu überzeugen.“

Aber genau das will er schaffen – bis zur Ratssitzung am 19. Oktober, 18 Uhr, in der Stadthalle, Zur Geest 25. Dass der Schulausschuss am Donnerstag, 5. Oktober, 18 Uhr, im Bürgerhaus, Kirchstraße 22, bereits einen Beschluss fasst, glaubt er nicht. Schließlich werde er dann erst die offizielle Stellungnahme der Schule öffentlich machen.

Enger Kontakt zwischen Schülern und Lehrern

Jung möchte dazu einladen, „die Beschlüsse zu lesen als eine große Bestätigung für unsere bisherige Arbeit“. Die Vertreter der verschiedenen Gruppen der Schulgemeinde seien durch die Bank sehr zufrieden – sowohl mit der Ausstattung der Schule durch die im Gegensatz zu Datteln schuldenfreie Stadt Olfen als auch mit ihrer Arbeit.

Die kritischen Äußerungen, die in der vergangenen Woche laut wurden, seien ein „großes Lob“ – für „die menschliche Art des Unterrichtens an unserer Schule, die Teamarbeit, der enge Kontakt zwischen Schülern und Lehrern, der schnelle Austausch“. Ob es dabei bleiben könne, wenn drei Jahrgänge am Sommer nächsten Jahres im ehemaligen Hauptschulstandort Datteln unterrichtet würden, mache laut Jung vielen Sorgen.

OLFEN Nach dem klaren Votum der befragten Grundschuleltern für eine Gesamtschule in Datteln hat der beauftragte Gutachter den Städten Datteln und Olfen eine Kooperation der Gesamtschulen empfohlen. Die Zusammenarbeit hätte Vorteile für beide Schulstandorte.mehr...

Dass die erst jetzt, nicht einmal drei Wochen vor den abschließenden Abstimmungen in Olfen und Datteln laut werden, hat laut der Schulleiterin einen ganz praktischen Grund: Der Schulträger die Stadt Olfen, habe die Gremien im Mai formal aufgefordert, Stellung zu nehmen. Das sei jetzt geschehen. „Diskussion gibt es schon lange.“

„Wir müssen unsere Schullandschaft verändern“, sagt Dattelns Bürgermeister André Dora (SPD) auf Anfrage unserer Redaktion mit Blick auf die mehr als 500 Dattelner Schüler, die zu auswärtigen Gesamtschulen pendeln: allein 300 davon zur Olfener Gesamtschule. Die Kinder und Jugendlichen aus Datteln machen fast ein Drittel der gesamten Olfener Schülerschaft aus.

Widerstand ist keine Option

„Unsere Schule ist ein Standort, der sich nicht durch sich alleine trägt“, sagt Olfens Bürgermeister Wilhelm Sendermann (CDU). Datteln habe die Hand ausgestreckt für eine offizielle Partnerschaft. „Wir sind der erste Gesprächspartner“, so Sendermann, „und wir werden nicht der letzte bleiben, wenn wir uns nicht einigen sollten.“

Trotz des kritischen Votums: Widerstand ist für Schulleiterin Jung keine Option: „Wir werden selbstverständlich alles versuchen, das positive Standing unserer Schule mit in eine Außenstelle Datteln zu nehmen.“

Zusammenschluss: Das ist geplant




Anzeige
Anzeige