Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Merkwürdige Anrufe

110 im Display - Schwerterin wurde misstrauisch

WESTHOFEN Ein Anruf. Auf dem Telefon die Nummer "110". Am anderen Ende der Leitung ein Mann, der sich als Polizist vorstellt, eine Geschichte von festgenommenen Einbrechern erzählt und dann komische Fragen stellt. Das kam einer Frau aus Schwerte-Westhofen merkwürdig vor. Zurecht, wie die echte Polizei unterstreicht.

110 im Display - Schwerterin wurde misstrauisch

110 im Display? Wenn ein Anruf eingeht, ist das auf jeden Fall eine Fälschung der Nummer.

Der Notruf 110 leuchtete im Display des Telefons hinter der Schwerter Vorwahl auf. „Polizeistation Schwerte, Hagener Straße. Mein Name ist Jan Rode“, meldete sich ein Mann in akzentfreiem Deutsch am Donnerstagabend um 21.15 Uhr bei Marianne Titze.

Die Westhofenerin ahnte noch nichts, als die Stimme ihr riet, bitte sofort alle Fenster und Türen zu schließen und dazu eine Geschichte auftischte. In Westhofen seien Einbrecher unterwegs. Zwei Täter seien Im Ortsstück festgenommen worden. Und bei denen habe man einen Zettel gefunden, auf dem ihr Name stand. Genauer gesagt, der Name ihres Ehemanns Dr. Eberhard Titze und darunter „nur Frau“.

Ob daraus zu schließen sei, dass sie sich allein im Haus aufhalte? In diesem Moment schrillten die Alarmglocken bei Marianne Titze. „Nein, mein Mann und mein Sohn sind auch da“, antwortete sie geistesgegenwärtig. Und das Gespräch war zu Ende.

Polizei in Schwerte: Nein, der Kollege hat nicht angerufen

Sofort wählte die Westhofenerin selbst die „110“. „Das stimmt alles nicht, seien Sie vorsichtig“, sagte ihr dort eine Beamtin. Einen Kollegen namens Rode gebe es zwar tatsächlich auf der Wache, aber der habe sie auf keinen Fall angerufen.

Zur Beruhigung wolle sie eine Streife in Uniform in die Mesenbecke schicken, wo Marianne Titze wohnt. Dort kamen schnell noch weitere aufgeregte Nachbarn vor die Türen, von denen sie erfuhr: „Zwei Häuser weiter war um 20.45 Uhr ein ähnlicher Anruf eingegangen.“ Dabei war die Stimme sogar noch so dreist zu fragen, ob es im Haus Gold und Geld gäbe.

Das rät die Polizei allen, die auch solche Anrufe erhalten

„Das ist die Methode ,falscher Polizeibeamter´“, erklärt Polizei-Pressesprecherin Vera Howanietz (Unna): „Das ist die übliche Legende, die die erzählen.“ Schon häufiger hatten ihre Kollegen in jüngster Zeit mit dieser Masche zu tun, vor der die Polizei auf allen Informations-Kanälen warne. Den Angerufenen wird dabei weißgemacht, dass ihre Wertsachen zu Hause nicht mehr sicher seien. Deshalb schicke man einen „Kollegen“ in Zivil vorbei, um sie abholen zu lassen.

„Die Polizei ruft nie mit der ,110´ an“, betont Vera Howanietz. Die Täter hätten einfach das Telefon manipuliert: „Man kann im Display jede Nummer erscheinen lassen, wenn man sich auskennt.“ Und der Name eines Kollegen sei auch schnell herauszufinden. Man brauche nur ein wenig im Internet zu googeln. Dort fände sich bestimmt mal irgendwo ein Name unter einem Foto eines Polizisten.

Anzeige
Anzeige