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Kurzer Stopp in Schwerte

Darum ist dieser Rolls Royce weltweit einzigartig

SCHWERTE Jeder Rolls Royce ist etwas Besonderes. Aber dieser ist einzigartig auf der Welt. Rolls-Royce-Liebhaber Klaus-Josef Roßfeld erklärt im Video warum. Und was das mit Brigitte Bardot zu tun hat, die in den 60er-Jahren zu den begehrtesten Frauen der Welt gehörte.

Auf diesem Teppich haben bisher nur die High Heels von Brigitte Bardot gestanden“, sagt Klaus-Josef Roßfeldt über den Rolls Royce Silver Cloud. Ich könne aber gerne einsteigen.

Das Wichtige, wenn man sich schon in den ledernen Rücksitz sinken lässt wie in eine Wolke: „Klappen Sie die Armlehne in der Mitte herunter“, sagt Klaus-Josef Roßfeldt, bevor er im Haus Ruhr verschwindet, um sein Fotoshooting mit der Nobelkarosse kurz anzumelden. Und: „Strecken Sie die Beine aus. Sie sollten sie in die Footwells stellen.“

Vor mir glänzendes Holz, die Trennscheibe zum Fahrer ist heruntergelassen. Beine anwinkeln? Wozu? Die Footwells – Aussparungen in der Trennwand zwischen den Vorder- und Rücksitzen – lassen genug Platz, dass ich die Beine ausstrecken kann.

Der Fahrersitz bleibt kurz leer. Rolls-Royce-Liebhaber Klaus-Josef Roßfeldt ist im Haus Ruhr. Will ankündigen, dass er gleich die Foto-Ausrüstung auspackt. Um den Wagen von 1959 vor Schwerter Kulisse abzulichten. Für ein Magazin aus den USA. Denn dieser Rolls Royce ist kein gewöhnlicher.

Speziell für die begehrteste Frau der Welt

„Das war eine Spezialanfertigung für Brigitte Bardot“, erklärt Roßfeldt, als er wieder zurückgekehrt ist. 1958 bestellt und allein mit Unterbau, Lenkrad und Motor von England nach Frankreich überführt, wo die Karosserie bis 1959 an einem Stück gefertigt wurde. Für die französische Schauspielerin, eine der begehrtesten Frauen der Welt. Ein Modell mit extra großem Radstand sei das, wie sie nur wenige dutzend Mal hergestellt worden seien – aber das sei immer noch nicht das Einzigartige an diesem Auto.

Roßfeldt streift einen Lederhandschuh ab, greift zur Fahrertür des schwarzglänzenden Autos, das seit 1981 zu privaten Sammlungen gehörte und erst vor wenigen Tagen zum ersten Mal seit Jahrzehnten auf einer öffentlichen Straße fuhr. Seitdem er es von einem Sammler aus Bielefeld abholte, um es für das US-Magazin zu fotografieren und dann zurückzubringen.

Brigitte Bardots Rolls Royce war in Schwerte

Viel Kraft auch unter der Motorhaube. Dennoch ist der Rolls Royce leise.
Klaus-Josef Roßfeldt mit dem Roll Royce Silver Cloud, der Brigitte Bardot gehörte.
Klaus-Josef Roßfeldt mit einem Roll Royce Silver Cloud.
Was für ein Armaturenbrett. Die Schalter erinnern an Geigen-Knöpfe.
Die Seitenansicht: auch von hier aus nobel.
Wer hier sitzt, will nicht mehr aufstehen. Die Rückbank ohne Gurte, aber auch ohne Stress.
Ein Werbespruch von Rolls Royce in dieser Zeit: Das Lauteste am Auto sei nicht der Motor, sondern das Ticken der Uhr.
Viel Platz für die Füße: Da sind die Footwells, diese großen Aussparungen.

Diese Tür öffnet um 90 Grad

Die Tür schwingt auf, fast lautlos, öffnet sich weiter und weiter. „Das gibt es sonst bei keinem anderen Rolls Royce“, sagt Roßfeldt, zieht weiter am Griff – und seine Augen strahlen. Um 90 Grad lassen sich die Türen öffnen. Nicht nur die Fahrertür, auch die anderen. Brigitte Bardot, die Ikone, wollte komplett zu sehen sein, wenn sie ausstieg. „Für die Fotografen“, wie Roßfeldt hinzufügt.

Der Schwerter wird in Fachkreisen als „Papst“ unter den Oldtimer-Liebhabern bezeichnet. 1989 erschien sein Buch „Rolls Royce und Bentley – alle Modelle“. Auch privat fährt Roßfeldt die Karosse mit der Emily, der glänzenden Kühlerfigur. Nun beugt er sich hinein in den Bardot’schen Silver Cloud von 1959 und zeigt auf die Metallknöpfe, die aussehen, als stammten sie von einer Geige. „Hier kann man die Klimaanlage für die Fahrerkabine einschalten – und hier die Klimaanlage für die Passagierkabine hinten.“

Die Bardot brauchte diese Trennung übrigens gar nicht so häufig. Sie habe zwar auch einen Fahrer gehabt, erklärt Roßfeldt: „Aber sie ist ein Owner Driver gewesen.“ Bilder im Internet beweisen das. 1966 etwa steckte der Filmstar mit exakt diesem Auto im verschneiten Skiort Méribel fest. Und öffnete die Fahrertür um 90 Grad.

Im Handschuhfach stehen die Champagner-Gläser

Das heißt: Vielleicht hat Brigitte Bardot kaum auf der lederweichen Rückbank gesessen. Hat sich nicht einsinken lassen und den Luxus genossen, wie ich es mir vor dem Haus Ruhr gerade vorstelle. „Jetzt fehlt eigentlich nur noch ein Cocktail“, sage ich im Spaß zu Klaus-Josef Roßfeld. Wortlos greift er unter den Beifahrersitz: „Dieser Champagnerkühler gehörte leider nicht zur Ausstattung. Aber diese Gläser hier“ – er öffnet das Handschuhfach – „die sind noch original.“

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