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Hochzeitsplanungen

Das bedeutet die Ehe für alle für diese Schwerter

SCHWERTE Seit Sonntag gilt die Ehe für alle. In Schwerte ist die Nachfrage noch eher gering: Vier Paare haben sich bislang dafür angemeldet - unter anderem Benjamin Gott und Uwe Görke-Gott, sie lassen ihre eingetragene Lebenspartnerschaft in die Ehe umwandeln. Was das für sie bedeutet, haben Sie uns im Gespräch verraten.

Das bedeutet die Ehe für alle für diese Schwerter

Uwe Görke-Gott und Benny Gott (l.) werden auch bald nach dem neuen Gesetz heiraten.

Eigentlich gilt die Ehe für alle seit Sonntag. Doch erst am Mittwoch wurden im Schwerter Rathaus die ersten gleichgeschlechtlichen Paare getraut. Wann und wer das sei, teilte die Stadt mit Verweis auf den Datenschutz nicht mit.

„Insgesamt gab es bislang nur vier Anmeldungen von gleichgeschlechtlichen Paaren“, erklärte Stadtsprecher Alexander Nähle auf Anfrage.

Eingetragene Lebenspartnerschaft wird zur Ehe

Eines dieser Paare sind Benjamin Gott und Uwe Görke-Gott. Am 20. Oktober wollen die beiden im Schwerter Rathaus heiraten. Dabei sind sie bereits seit 2010 eingetragene Lebenspartner. Was ändert für sie dieser Schritt? „Zum einen könnten wir jetzt Kinder adoptieren“, sagt Uwe Görke-Gott. „Allerdings kam die Gesetzesänderung für mich zu spät.“

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Görke-Gott ist 53 Jahre alt. Einen Großteil seines Lebens hat er für die Gleichberechtigung mit den „Heten“, wie er Heterosexuelle manchmal nennt, gekämpft. Und das sei auch die eigentliche Errungenschaft. Dass man die gleichen Rechte und Pflichten wie alle anderen bekomme.

Standesamtliche Trauung mit Sektempfang geplant

Dabei ist die Umschreibung ihrer eingetragenen Lebenspartnerschaft in eine echte Ehe nur eine Formsache. Eigentlich hätten sie das auch ohne eine Zeremonie haben können. „Aber ganz so schmucklos soll es nicht sein“, sagt Uwe. Deshalb ist eine richtige standesamtliche Trauung mit anschließendem kleinen Sektempfang geplant.

Im Rathaus habe man ihm sogar versprochen, an diesem Tag an einem der Fahnenmasten vor dem Portal die Regenbogenfahne der schwul-lesbischen Bewegung zu hissen. 2010, bei der Eintragung ihrer Lebenspartnerschaft, im Volksmund Homo-Ehe genannt, hatten sie richtig gefeiert. Da hatte Bürgermeister Heinrich Böckelühr auch die Fahne hissen lassen.

Dieselben Pflichten und die meisten Rechte

„Ich hasse das Wort Homo-Ehe, es gibt ja auch keinen Homo-Stuhl“, sagt Görke-Gott. Es gebe die Ehe oder keine Ehe. Schließlich hätten sie dieselben Pflichten und auch die meisten Rechte. Auch wenn so manche Behörde in den vergangenen 16 Jahren das im Detail nicht umgesetzt habe.

Beim Ehegattensplittig in der Finanzamtssoftware wird er zum Beispiel immer noch als Frau Uwe Görke-Gott geführt. „Vielleicht ändert sich das ja auch mit der Ehe für alle“, hofft er.

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