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Trotz Gesetz

Drei Rauchmelder-Verweigerer in Schwerte

SCHWERTE Die 45-Jährige, die im September bei einem Brand in Westhofen zu Tode kam, soll den Einbau von Rauchwarnmeldern abgelehnt haben. Kein Einzelfall, wie eine Nachfrage bei den Wohnungsgenossenschaften in Schwerte zeigt.

Drei Rauchmelder-Verweigerer in Schwerte

ARCHIV - Unter einem Rauchmelder sitzt am 16.11.2013 in Oberhausen (Nordrhein-Westfalen) eine Seniorin und strickt. Foto: Roland Weihrauch/dpa (zu dpa: «Feuerwehren sehen Rauchmelderpflicht trotz Fehlalarmen positiv» vom 05.09.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

Wohnungsvermieter haben mit Verweigerern zu kämpfen. Von drei offenen Fällen spricht Siegfried Dziemballa, Geschäftsführender Vorstand der Eisenbahner-Wohnungsgenossenschaft Schwerte (EWG). „Es ist relativ schwierig“, sagte er: „Man muss als Vermieter vorsichtig sein und die gesetzlich vorgeschriebenen Regelungen einhalten.“

Eigentlich sollte bis Ende 2016 die Endmontage der Rauchmelder in allen 1463 Wohnungen, die das Unternehmen in Schwerte und Fröndenberg bewirtschaftet, abgeschlossen sein. Die drei Mieter, die sich bis zuletzt dagegen sträubten,  müssen jetzt mit juristischen Schritten rechnen. „Wir sind dran über unseren Anwalt“, erklärte Dziemballa klipp und klar.

Mieter müssten bei Rechtsstreit die Kosten tragen

Über den Rechtsbeistand habe man den Betroffenen mitgeteilt, dass sie aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen und auch erster Gerichtsurteile den Monteuren den Zutritt zu ihrer Wohnung gewähren müssten: „Ansonsten müssen wir versuchen, uns gerichtlich mit einer Art Einstweiliger Verfügung den Zutritt zu verschaffen.“

Die Mieter müssten sich überlegen, ob sie die dadurch entstehenden Kosten auf sich nehmen wollten. Sie könnten sich noch erhöhen, wenn möglicherweise noch ein Gerichtsvollzieher hinzugezogen werden müsste, um eine Wohnungstür öffnen zu lassen.

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Eigentlich hatte die EWG auf die hundertprozentige Zustimmung aller Mitglieder gebaut, als sie schon lange vor der gesetzlichen Regelung begonnen hatte, ihre Gebäude mit hölzernen Treppenhäusern freiwillig mit Rauchmeldern auszustatten. „Wir sind Vorreiter gewesen“, sagt Dziemballa. Die Feuerwehr hatte diese Maßnahme damals sehr begrüßt und unterstützt.

GWG hat alle Wohnungen mit Rauchmeldern ausgestattet

Alle ihre Mieter hat die Gemeinnützige Wohnungsbau-Genossenschaft (GWG) inzwischen von der Bedeutung der Rauchmelder überzeugen können. „Wir haben ausnahmslos alle Wohnungen mit Rauchmeldern ausstatten können“, sagte gestern Geschäftsführer Ralf Grobe auf Anfrage. Es habe vielleicht „zwei bis drei“ Fälle gegeben, wo man einen zweiten Anlauf nehmen musste. Bei rund 1800 Wohnungen, die sein Unternehmen in der Ruhrstadt besitzt.

WESTHOFEN Traurige Nachricht aus Schwerte-Westhofen: Eine Frau ist bei einem Wohnungsbrand in der Nacht auf Sonntag gestorben. Retter hatten noch versucht, die Bewohnerin wiederzubeleben - jedoch ohne Erfolg. Die Feuerwehr war mit mehreren Löschzügen vor Ort.mehr...

Die Situation bei der dritten Wohnungsgenossenschaft der Ruhrstadt, dem Genossenschaftlichen Bauverein Ergste, war am Mittwoch leider nicht in Erfahrung zu bringen. Bei mehreren telefonischen Versuchen war nur ein Anrufbeantworter zu erreichen, der entschuldigend erklärte, dass sich die Mitarbeiter gerade in Außenterminen oder in Besprechungen befänden.

Vermieter informieren mit Flyern

Doch auch nach der Montage bleiben für Vermieter noch ungeklärte Fragen, wie EWG-Geschäftsführer Dziemballa berichtet. Zur Wartung der Rauchmelder seien laut Landesbauordnung die Mieter verpflichtet. Aber wie solle man kontrollieren, dass das auch tatsächlich geschieht? Dziemballa hat gehandelt und der Nebenkostenabrechnung einen Flyer beigelegt, der daran erinnert, Batterie und Funktion der Geräte zu überprüfen und instand zu halten: „Damit man weiß, was man machen muss.“

Mit seiner Sicherheit spielt sonst schließlich nicht nur der einzelne Mieter. Denn falls sich ein Brand unentdeckt ausbreiten kann, sind rasch auch die übrigen Bewohner der Mehrfamilienhäuser in Gefahr.

45-Jährige starb bei Brand in Westhofen

Bei dem tragischen Fall in Westhofen hatte die Feuerwehr eine weitere Mieterin des Unglückshauses an der Tannenstraße retten müssen, während andere Bewohner des Objektes sich selbst in Sicherheit bringen konnten. Bei der 45-Jährigen, in deren Erdgeschoss-Räumen der Brand ausgebrochen war, blieben alle Wiederbelebungsversuche erfolglos. Auch ihr Hund verendete in den Flammen. Einen Rauchmelder gab es in der Wohnung wohl nicht.

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