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Brutaler Raubüberfall

Prozess gegen junge Schwerter nach Messerattacke zieht sich

SCHWERTE Dass der Mann überlebte, grenzt an ein Wunder: Ende Januar sollen zwei 16-jährige Schwerter einen Passanten auf der Ostberger Straße überfallen und mit 15 Messerstichen lebensgefährlich verletzt haben. Seit Juli müssen sie sich vor dem Hagener Landgericht verantworten, doch der Prozess zieht sich.

Prozess gegen junge Schwerter nach Messerattacke zieht sich

Mit einem Hubschrauber hatte die Polizei Anfang Februar nach den Verdächtigen gefahndet. Foto: Reinhard Schmitz

Seit drei Monaten verhandelt das Hagener Landgericht gegen zwei 16-jährige Jugendliche aus Schwerte. Und bis zur endgültigen Aufklärung des brutalen Raubüberfalls unweit des Friedrich-Bährens-Gymnasiums werden noch weitere Wochen vergehen. Die zuständige Jugendkammer hat inzwischen Verhandlungstage bis Ende November angesetzt.

Das Opfer, ein 36-jähriger Mann aus Schwerte, wäre bei der Attacke im Januar fast gestorben. Die beiden Täter hatten ihn nicht nur geschlagen und getreten, sondern außerdem 15 Mal mit einem Messer verletzt. Ein Stich hatte auf Höhe der Schläfe die Schädeldecke durchbohrt, ein anderer hatte die Brusthöhle eröffnet. Nur der Kunst der Ärzte hat der 36-Jährige sein Überleben zu verdanken.

Verhandlung ohne Zuschauer

Inhaltlich dringt aus dem Gerichtssaal so gut wie nichts an die Öffentlichkeit. Wegen des jugendlichen Alters der beiden Angeklagten wird vom ersten Tag an ohne Zuschauer verhandelt. Einer der beiden 16-Jährigen soll aber zumindest eingeräumt haben, am Abend des 28. Januar bei dem Überfall auf einen Passanten dabei gewesen zu sein. Er habe jedoch nicht mit einem Messer zugestochen und sei ohnehin von Alkohol und Drogen völlig benebelt gewesen.

Schöffenrichter fiel aus

Dass sich die Verhandlung am Hagener Landgericht länger hinzieht, als zunächst geplant, hat ebenfalls mit einem medizinischen Notfall zu tun. Einer der beiden Schöffenrichter hatte im Sommer einen Zusammenbruch erlitten und war mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Weil der Laienrichter nicht mehr vor Ablauf der maximal erlaubten Unterbrechungsfrist wieder gesund wurde, musste der Prozess gegen die beiden 16-Jährigen schließlich noch einmal ganz von vorne beginnen.

Für Anfang November sind nun noch mindestens zwei Verhandlungstage mit Zeugenvernehmungen vorgesehen. Kommen die Richter mit ihrem geplanten Programm durch, könnte dann Ende November ein Urteil gesprochen werden.

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