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Putz fällt von der Decke

Stadt Schwerte sperrt Ratssaal aus Sicherheitsgründen

SCHWERTE Die Decke über dem Ratssaal in Schwerte ist sanierungsbedürftig. Jetzt besteht Einsturzgefahr. Der Ratssaal wurde kurzerhand gesperrt. Ausgerechnet vor einem wichtigen Termin.

Stadt Schwerte sperrt Ratssaal aus Sicherheitsgründen

Mitglieder des Rates schauten sich die eigenwillige Deckenkonstruktion 2015 schon an. Foto: Schmitz (A) Foto: Foto: Reinhard Schmitz

Nachdem sich größere Mengen Putz von der sanierungsbedürftigen Decke gelöst haben, ist der Ratssaal aus Sicherheitsgründen bis auf Weiteres gesperrt worden. Die für Mittwoch, 6. Dezember, geplante Verabschiedung von Bürgermeister Heinrich Böckelühr wurde kurzerhand in den Bürgersaal verlegt.

Bei der Herrichtung des Ratssaales für die Feier war aufgefallen, so berichtete am Dienstag Stadtsprecher Carsten Morgenthal, dass sich größere Mengen Putz von der Decke abgelöst hatten. Die städtischen Hochbauingenieure hatten deshalb bereits am Freitag die Sperrung angeordnet. Ein unabhängiger Sachverständiger habe die Einschätzung der Ingenieure inzwischen bestätigt. Also bleibt der Ratssaal geschlossen.

Sitzungen werden verlegt

Der Verwaltungsvorstand hat am Dienstag damit begonnen, Tagungsorte für die Sitzungen des Rates und seiner Ausschüsse zu suchen. Carsten Morgenthal: „Die Stadtwerke Schwerte haben sich schon bereit erklärt, bei einigen Terminen auszuhelfen. Einige Ausschusssitzungen können auch in einem kleineren Sitzungssaal im Rathaus stattfinden.“

Die Schäden am Dach waren bekannt. Ohnehin war die Reparatur für 2018 geplant. Dann soll auch mit der umfassenden Sanierung des 1914 erbauten und unter Denkmalschutz stehenden Verwaltungsgebäudes beginnen. „In Absprache mit dem Rat werden wir Anfang nächsten Jahres die weiteren notwendigen umfassenden Sanierungsmaßnahmen einleiten“, erklärte Erster Beigeordneter Hans-Georg Winkler am Dienstag. Zunächst werde mit dem kürzlich gegründeten Baubeirat in seiner bereits für den 30. Januar terminierten Sitzung der weitere Weg der Arbeiten beraten.

Kühne Konstruktion

Die Decke über dem Ratssaal ist als kühne Konstruktion bekannt: Eisenhaken halten die Gipsdecke an dünnen Eisenbahnschienen, die über die Geschossbalken gelegt sind. Im Laufe der Jahre ist Feuchtigkeit eingedrungen und hat für sogenannte „Salzausblühungen“ gesorgt. Dadurch sei die Verbindung zwischen Putz und Trägermaterial nicht mehr gegeben. Weil sich an der gleichen Stelle auch ein größer werdender Riss befindet, „muss jederzeit mit dem Herabfallen der geschädigten Putzfläche gerechnet werden“, heißt es in der schriftlichen Verfügung des Zentralen Immobilienmanagements. Und weiter: „Da die geschädigte Putzfläche Bestandteil der gewölbten Deckenkonstruktion ist und im Druckbereich dieser liegt, kann die Auswirkung eines Ablösens der geschädigten Stelle auf die gesamte Deckenkonstruktion nicht hinreichend beurteilt werden.“

Empore auch gesperrt

Wenngleich die Decke über der Empore nicht mit der über dem Ratssaal verbunden ist und auch keine Schäden aufweist, könnten bei der Benutzung Vibrationen ins gesamte Dachtragwerk übertragen werden. Deshalb wurde die Empore sicherheitshalber ebenfalls gesperrt.

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