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Fußball

Milde Töne vor dem Derby

Nordkirchen Fußball-Bezirksligist FC Nordkirchen plant vor dem Auswärtsspiel in Lüdinghausen nur wenige personelle Veränderungen. Dass Union Lüdinghausen unter Trainer Bülent Kara noch nicht verloren hat, freut Nordkirchens Issam Jaber. Und das hat einen Grund.

Milde Töne vor dem Derby

Bülent Gündüz (r.) traf in den vergangenen beiden Ligaspielen jeweils einmal. Der Mittelfeldspieler des FC Nordkirchen glänzte aber auch als Vorbereiter. Lüdinghausens Andreas Kahlkopf (l.) kehrt in den Kader zurück. Foto: Siek

Ruppig ging es in der Vergangenheit mitunter zwischen den beiden Fußball-Bezirksligisten FC Nordkirchen und Union Lüdinghausen zu. Zumindest vor dem Anstoß am Sonntag (15 Uhr, Am Feldbrand 7, Lüdinghausen) schlagen die Trainer der beiden Klubs aber freundschaftliche Töne an. So viele Blumen vor dem Anpfiff haben Seltenheitscharakter vor einem Derby.

Es könnte daran liegen, dass zahlreiche Protagonisten schon in beiden Klubs mitgewirkt haben. Das gilt auch für Nordkirchens Chefcoach Issam Jaber. „Das war eine sehr gute Mannschaft damals“, erinnert sich Jaber an die Zeit, in der noch Michael Jung und Ralf Bülskämper für Union auf Torejagd gingen – und Jaber Teil der Mannschaft war. „Lüdinghausen ist ein schöner Verein, ein toller Verein“, sagt Jaber. Und dann hebt er auch noch Union-Trainer Bülent Kara hervor. „Ich weiß, wie akribisch er arbeitet. Ich gönne ihm den Erfolg und schätze ihn sehr“, sagt Issam Jaber, „als er den Job in Lüdinghausen bekommen hat, wusste ich, dass er das Ruder herumreißt.“

Als Kara die Mannschaft vor sechs Spielen übernahm, steckte Lüdinghausen nach mäßigem Start im unteren Tabellendrittel. Der Verein und sein Vorgänger Kolja Zeugner, unter dem Kara noch Co-Trainer war, trennten sich – dann übernahm Kara und brachte den Spielwitz zurück an den Westfalenring. Unter ihm verlor Lüdinghausen noch gar nicht und kletterte auf Platz sieben (19 Punkte, 32:23 Tore). In sechs Spielen holte Lüdinghausen 14 von möglichen 18 Punkten. Mit 2,3 Punkten pro Spiel spielt Lüdinghausen deutlich erfolgreicher als unter Zeugner (0,8 Punkte pro Spiel) – und auch effektiver als unter Mahmoud Abdul-Latif (1,4 Punkte), der die Mannschaft in der Vorsaison betreute.

Das Phänomen Kara erklärt sich vor allem durch die Offensive. Lüdinghausens Tore sind sprunghaft angestiegen – von nur 7 Toren unter Zeugner auf 25 unter Kara. Und das im vergleichbaren Zeitraum. Die Zahl der Gegentore ist zwar auch leicht gestiegen, aber mit 13:10 gegenüber seinem Vorgänger noch moderat. „Man kann in der Bezirksliga kein System verfolgen. Das ist Spinnerei. Man kann einer Mannschaft eine Grundordnung vermitteln, aber kein System. Deswegen hatte die Mannschaft den Spaß verloren“, meint Jaber zur Amtszeit von Kolja Zeugner.

Kara sprach am Freitag ebenfalls in höchsten Tönen von Jabers Engagement in der Schlossgemeinde. „Ich schätze ihn. Er kennt das Umfeld und den Verein und ist damit erfolgreich“, sagt er.

Harmonie auf dem Platz zwischen beiden Teams gab es zuletzt dagegen selten. Jabers Vorgänger Peter Wongrowitz hatte sich öffentlich über Lüdinghausens unfaire und überharte Spielweise beklagt. Der Ruf eilt Union voraus. Issam Jaber relativiert das aber. „Hart ja, aggressiv auch, aber nicht unfair. Lüdinghausen spielt nah an der Grenze, aber eben nicht drüber“, sagt Jaber.

Nachdem Nordkirchen erstmals unter Jaber durch den 4:1-Sieg in Kamen den dritten Erfolg hintereinander perfekt gemacht hatte, gab es für den FCN trainingsfrei zum Wochenstart. Die Mannschaft quittierte das mit einem Jubel am Mittelkreis auf dem Kunstrasenplatz in Kamen. Am Donnerstag und Freitag trainierte der FCN dann voll. Personelle Änderungen sind kaum zu erwarten. Nur Marcel Tönning wird in die Abwehr zurückkehren, versprach Jaber. Tönning hatte in Kamen aus privaten Gründen gefehlt. Wahrscheinlich muss Dalibor Mikuljanac wieder auf die Bank. Ob Jonas Wilde, der in Köln studiert, dazustößt, entscheidet sich erst am Samstag, teilte Jaber mit.

Personell ließ sich auch Kara nicht in die Karten schauen, meldete keine Ausfälle. Andreas Kahlkopf kehrt zurück in den Kader. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und uns auf Nordkirchen vorbereitet“, kündigt Kara an. Und wie? „Da würde ich schon zu viel verraten. Aber wir haben unsere Fehler analysiert und werden auf Nordkirchens Stärken reagieren. Wir wollen kompakt spielen“, sagt Kara. Issam Jaber will seine Mannschaft auf Lüdinghausens „Spielweise“ einstellen, mehr nicht: „Ich bleibe dabei, dass wir uns taktisch in der Bezirksliga nicht auf einen Gegner einstellen müssen. Die Mannschaft kriegt eine Einstellung. Wenn einer den Ball verliert, muss ihn halt der nächste Spieler holen.“

Gewinnt der FC Nordkirchen, verteidigt er den vierten Platz (20 Punkte, 30:18 Tore) wahrscheinlich. Das ist auch Jabers Ziel. „Ich habe mich gefreut, dass Bülent Kara noch nicht verloren hat. Dann können wir nämlich die Ersten sein, die ihn schlagen. Jede Serie reißt ja bekanntlich.“

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