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Neubau in Bork

Rettungswache für Selmer Lebensretter

Bork Bessere Arbeitsbedingungen für die Retter, Platz für einen zweiten Einsatzwagen und die Möglichkeit, noch schneller beim Patienten zu sein: Das soll die neue Rettungswache leisten. Wer sie wo bauen wird, steht jetzt fest.

Rettungswache für Selmer Lebensretter

Auf der grünen Wiese neben dem Feuerwehrgerätehaus, in der zurzeit auch provisorisch die Rettungswache untergebracht ist, soll der Neubau für die Rettungswache bis 2019 entstehen. Im Hintergrund: das Amtshaus. Foto: Foto: Sylvia vom Hofe

Beklagen will sich Dirk Skalla nicht. Der Chef von 60 hauptamtlich beschäftigten Lebensrettern beim Lüner Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) findet die seit 2012 bestehende besondere Hausgemeinschaft in Bork sogar „sehr gut“, wie er am Donnerstagmittag den RN am Telefon sagt. Allerdings sei sie nicht auf Dauer angelegt. Die Ankündigung des Bauvereins zu Lünen, bis Anfang 2019 am Adenauerplatz einen modernen Neubau zu errichten und an die Stadt Selm zu vermieten, löst bei Skalla hörbar Vorfreude aus – und nicht nur bei ihm.

Zu lange Ausrückzeiten

Jeweils sechs Notfallsanitäter, die rund um die Uhr Dienst tun, sind seit der Aufgabe der Selmer Rettungswache an der Ludgeristraße Untermieter bei der Freiwilligen Feuerwehr in Bork neben dem Amtshaus: eine Nachbarschaft, die funktioniert, wie Skalla betont. „Erst vor zwei Tagen haben unsere Kollegen mit den Feuerwehrleuten zusammen geübt – ganz spontan“, sagt er. Aber: Wenn es um den Arbeitsschutz für seine Leute gehe, gebe es jedoch Abstriche. Und wenn es um die Anforderungen des aktuellen Rettungsdienstbedarfsplans des Kreises Unna geht, ebenfalls.

Dort ist nachzulesen: In der provisorischen Wache seien „die rettungsdienstlichen Standards nicht erfüllt“.

Der Kreis hat außerdem klar gefordert, dass kreisweit die Retter schneller ausrücken müssen. Dass es durchschnittlich 1:50 Minuten dauere, bis ein Rettungswagen starte, sei zu lange. In Lünen-Horstmar sind es sogar 2:12 Minuten, in Werne 2:16 Minuten, und Selm ist mit 2:34 Minuten das Schlusslicht. Das soll sich bereits ab Anfang nächsten Jahres verbessern durch die Anschaffung eines zweiten Rettungswagens, der montags bis sonntags von 7 bis 19 Uhr in Bork sein wird – erst einmal. Dirk Skalla kann sich aber gut vorstellen, dass auch dieses zweite Fahrzeug früher oder später rund um die Uhr in Bork sei, „denn die Zahl der Notrufe nimmt überall zu“ – auch in Selm.

7 Einsätze in 24 Stunden

Durchschnittlich 5,3 Einsätze in 24 Stunden hätten seine Mitarbeiter 2016 zu bewältigen gehabt. „In diesem Jahr liegen wir schon jetzt bei 7 Einsätzen pro 24 Stunden.“ Der Grund: Die Menschen würden immer älter – und damit auch anfälliger.

„Unsere Mitarbeiter haben Zwölf-Stunden-Schichten“, so Skalla. Da sei es wichtig, dass das Umfeld passe. Trotz aller guten Nachbarschaft mit der Feuerwehr sei das zurzeit nicht gegeben. „Die Kollegen sind dem Dieselgestank ausgesetzt“, so Skalla. Umkleidemöglichkeiten fehlten ebenso wie Aufenthaltsräume.

Bauverein investiert

„Wir hatten erst damit gerechnet, selbst bauen zu müssen“, sagt Bürgermeister Mario Löhr am Dienstagabend während einer Bürgerversammlung zur Haushaltslage. Seit Ende der Herbstferien steht fest, dass der Bauverein zu Lünen als Investor auftritt und die Stadt Miete zahlen wird. „Uns wird das Geld zwar in jedem Fall komplett erstattet“, so Stadtsprecher Malte Woesmann. So braucht die Stadt aber nicht in Vorleistung gehen und erst einmal keine Schulden machen.

Der Neubau wird auf der Freifläche neben der bisherigen Wache entstehen – inklusive eines etwa 60 Quadratmeter großen Raumes, den die Stadtverwaltung noch nutzen möchte für das Fundbüro. „Das Schöne ist, dass die Planer des Bauvereins in enger Absprache mit uns arbeiten“, sagt Dirk Skalla. „Wir können unsere eigenen Ideen einbringen.“ Bei dem Bau der Rettungswache am Lünener Krankenhaus 2016 habe das auch schon sehr gut geklappt.

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