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Zuweisung steht bevor

131 neue Flüchtlinge werden kommen

STADTLOHN Der Aufnahmestopp ist zu Ende. Nach längerer Pause muss die Stadt Stadtlohn ab sofort mit der Zuweisung neuer Flüchtlinge rechnen.

131 neue Flüchtlinge werden kommen

Flüchtlinge bei gemeinnützigen Tätigkeiten an der Minigolfbahn im Losbergpark. In der Stadt Stadtlohn haben Flüchtlinge im Jahr 2016 am Friedhof, im Losbergpark und an den Schulen rund 5700 Stunden im Jahr 2016 geleistet.

Es ist ruhig geworden um das Thema Flüchtlinge in Stadtlohn. Seit Herbst 2016 nahm in Stadtlohn die Zahl der Asylsuchenden kontinuierlich ab. Das wird sich jetzt ändern. Hier sind Fragen und Antworten zum Thema.

Warum muss Stadtlohn jetzt nach langer Pause mit neuen Flüchtlingen rechnen? Die Kommunen im Kreis hatten einen Aufnahmestopp verhängt, weil ihrer Ansicht nach der Verteilungsschlüsse der Flüchtlinge in NRW nicht transparent war. „Jetzt aber hat das Land die Transparenz hergestellt“, sagt der Erste Beigeordnete der Stadt Stadtlohn, Günter Wewers „Also können jetzt auch wieder Zuweisungen erfolgen. Wir wollen ja keine Blockadehaltung.“

Wieviele Flüchtlinge leben derzeit in Stadtlohn? 308 Flüchtlinge erhalten Unterstützungsleistungen, davon 69 noch nicht anerkannte Flüchtlinge nach dem Asylbewerberleistungsgesetz und 239 anerkannte Flüchtlinge nach SGB II. Diese Zahlen stammen vom August 2017. Zum Vergleich: Im Januar 216 waren es 434, darunter nur 21 anerkannte Flüchtlinge.

Wieviele neue Flüchtlinge werden der Stadt Stadtlohn in nächster Zeit zugewiesen? 131 Zuweisungen kann das Land NRW vornehmen, dann erst hat Stadtlohn seine Aufnahmequote erfüllt. Die Zuweisung wird aber nicht in einem Schwung, sondern nach und nach erfolgen. Wewers: „Das wird in gemäßigten Bahnen verlaufen.“

Woher kommen die neuen Flüchtlinge? Das ist noch unklar. Es wird sich wohl um Flüchtlinge aus zentralen Aufnahmeeinrichtungen handeln. Die Stadt Stadtlohn hat aber wie auch die anderen Städte im Kreis einen klaren Wunsch. „Wir wollen am liebsten Flüchtlinge mit Bleiberecht, die auch ein Interesse haben, sich hier zu integrieren.“ Sind darüber hinaus zusätzliche noch Familiennachzüge zu erwarten? Ja. „Damit müssen wir ab dem nächsten Frühjahr rechnen“ sagt Ludger Wilmer, Leiter des Fachbereichs Arbeit und Soziales im Rathaus. Nach drei Jahren hätten dann viele Flüchtlinge die Möglichkeit, einen entsprechenden Antrag zu stellen. Eine Befragung des Sozialamtes hat ergeben, dass etwa die Hälfte der Flüchtlinge solche Absichten hegt. Wie viele Familiennachzüge es tatsächlich geben werde, sei schwer zu kalkulieren, so Wilmer. Es könnte sich um 100 bis 200 Menschen handeln.

Wie sieht es mit den Unterbringungsmöglichkeiten aus? Die neuen Zuweisungen wird Stadtlohn wohl ohne größere Probleme aufnehmen können. Wilmer: „Wir haben zurzeit 145 frei Wohnplätze.“ Der Familiennachzug stellt schon eher ein Problem dar. Auf dem freien Wohnungsmarkt fehlen Wohnungen.

Wie klappt es mit der Integration in den Arbeitsmarkt? „Das ist erst der zweite Schritt“, sagt Ludger Wilmer. Zurzeit dauerten noch die Sprachkurse an. Wilmer: „Wir legen den Fokus auf langfristige Integration.“ Die Sprache sei die wichtigste Voraussetzung für die Integration auf dem Arbeitsmarkt.

Wie sieht es mit Abschiebungen aus? Dafür ist das Ausländeramt des Kreises zuständig. Im vergangenen Jahr wurden 30 Flüchtlinge aus Stadtlohn abgeschoben. 52 Flüchtlinge sind freiwillig ausgereist, 24 sind untergetaucht.

Wie sehen die freiwilligen Flüchtlingshelfer den Zuzug neuer Flüchtlinge? „Wir brauchen noch weitere Helfer“, sagt Pastoralreferent Rudolf Kleyboldt. Nicht nur die Zahl der Flüchtlinge ist seit 2016 rückläufig, sondern auch die Zahl der Flüchtlingshelfer. „In der Spitzenzeit waren wir über 100, jetzt sind wir nur noch rund 60“, so Kleyboldt. Er wirbt für die Mitarbeit in der Flüchtlinshilfe: „Es gibt viele Möglichkeiten sich je nach eigenen Wünschen im Team aktiv zu werden: in der Fahrradwerkstatt, beim Internationalen Café oder als Pate.“ Die Flüchtlingspaten werden von einem Sozialpädagogen der Caritas unterstützt. Kleyboldt: „Inte-gration ist eine langfristige Aufgabe. Wir brauchen einen langen Atem.“


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