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Neuerung in Stadtlohn

Femininismus im Schützenverein: Frauen dürfen schießen

Stadtlohn Die Schützengilde St. Otgerus hat mit einer mehr als 100 Jahre alten Tradition gebrochen. Ab sofort dürfen auch Frauen beim Schützenfest um Titel des Schützenkönigs wetteifern.

Femininismus im Schützenverein: Frauen dürfen schießen

Schon bald werden auch Frauen beim Schuss auf den Vogel am Zug sein. Archivfoto: Alina te Vrugt

Die Mitglieder der Schützengilde St. Otgerus haben auf ihrer Generalversammlung kritische Selbstreflektion betrieben: „Ist das Schützenfest wirklich eine Tradition nur für Männer? Nach dem Motto ‚Dat was all immer so…‘ und ‚Dat häb wi immer so makt…‘? Und seit wann sind wir eigentlich wieder so konservativ geworden?“ Gefunden haben sie dabei einen feministischen Lösungsansatz.

„Der Zug der Zeit geht bei uns auch nicht vorbei. Frauen am Schießstand, Frauen als Schützenkönigin mit Prinzgemahl. So mancher Schützenbruder verfluchte die Entwicklung und bekreuzigte sich in Gedanken: Dass sie das noch erleben müssen“, so Schriftführer Dieter Vens.

Frauen dürfen nicht offiziell dem Schützenverein beitreten, sind aber als passive Mitglieder oder auch schmückendes Beiwerk immer mit im Geschehen eingebunden. „Moderne Schützenvereine können sich in der heutigen Zeit den Ausschluss von Schützenschwestern nicht mehr erlauben. Wir stehen unserer Gesellschaft offen gegenüber“, schreiben die Otgerusschützen.

Satzungsänderung

So wurde der Feminismus im Schützenwesen eines der wichtigsten Themen in der Satzungsänderung auf der Agenda der anwesenden Mitglieder im Gasthaus Schlüter. So wichtig, dass schließlich sogar die Satzung des Vereins zugunsten des vermeintlich schwachen Geschlechts geändert wurde.

Zunächst jedoch hieß der neue Vorsitzender Mike Eilhardt die zahlreich erschienenen Mitglieder willkommen, besonders König Helmut Willemsen mit seiner Königin Simone Groth und dem Throngefolge, Kaiser Franz-Heinz Kemper, sowie den Bataillonsältesten Franz Bialdyga und Präses Pfarrer Ludger Uhle. Die gute Zusammenarbeit mit dem Vorstand und den Offizieren, insbesondere seinem Stellvertreter Bernhard Schlattmann und Oberst Ferdinand Robers, begrüßte Mike Eilhardt ausdrücklich.

Geschäftsführer Reinhold Osterholt gab einen umfassenden Jahresrückblick der zahlreichen Vereinsaktivitäten. Über die Vereinsfinanzen berichtete Klaus-Dieter Wessing. Eine saubere und übersichtliche Kassenführung bescheinigten die Kassenprüfer Rudolf Gajewiak und Ralf Hoge. Für den ausscheidenden Rudolf Gajewiak wählte die Versammlung Reinhard Heetpaß zum Kassenprüfer.

Dann wurde es spannend: Die neue Vereinsordnung und die Satzungsänderung wurden der Versammlung ausführlich vorgestellt und dann mit Antrag auf geheimer Wahl verabschiedet. Eine Arbeitsgruppe des Vorstandes und der Offiziere hatte das Konzept im Vorfeld ausgearbeitet.

Weichen sind gestellt

„Damit sind zukünftig die Weichen gestellt, Frauen als vollwertige Mitglieder aufzunehmen, sodass sie uneingeschränkt am Vereinsleben teilnehmen können“, freute sich Mike Eilhardt.

In seinem Amt bestätigt wurde Beisitzer Klaus Kropp. Im Anschluss erteilte der Vorsitzende Oberst Ferdinand Robers das Wort. Er stellte den Versammlungsteilnehmern den Festablauf für das Schützenfest 2018 vor. Die Vorbereitungen des zweiten Stadtlohner Schützentages am 2. Oktober liegt in den Händen der St.-Otgerus-Schützengilde. Dazu wurde eine Arbeitsgruppe gebildet. Das Schützenfest findet vom 21. bis 24. Juni statt.

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