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Aktion vom Pfarreiratsausschuss

Jesuskinder gehen auf die Reise

STADTLOHN Sie sind klein. Sie sind hilflos. Und sie suchen eine Herberge für eine Nacht. Jesuskinder aus acht Stadtlohner Krippen suchen Gastgeber für je eine Nacht – die Anfrage könnte jeden treffen.

Jesuskinder gehen auf die Reise

Sieben der insgesamt acht Christuskinder, die ab dem 1. Advent eine Herberge in Stadtlohner Haushalten suchen Foto: Stefan Grothues

Acht Weidenkörbchen stehen im Arbeitszimmer von Diakon Thomas Roters. Und in jedem Körbchen liegt sorgsam gebettet ein hölzernes Jesuskind. Die Figuren stammen aus den prominentesten Krippen der Stadt, zum Beispiel aus den Kirchen St. Otger, St. Joseph und St. Carl Borromäus oder aus der Kapelle des Seniorenwohn- und Pflegeheims St. Josef.

An diesem ersten Adventswochenende wird in allen acht Gottesdiensten je eine Jesusfigur an einen Gottesdienstbesucher übergeben. Für eine Nacht soll das „Christkind“ in seinem Haus zu Gast sein. Am nächsten Tag gibt der Gastgeber die Figur weiter. An wen, das entscheidet allein derjenige, bei dem die Figur zuletzt zu Gast war. Bis kurz vor Heiligabend sind die Jesuskinder in rund 160 Haushalten zu Gast bei Familien, Senioren, Singles… „Das ist das Spannende: Wir wissen nicht, wen diese Aktion erreicht“, sagt Diakon Thomas Roters.

Neue Perspektiven
Aber warum werden die Figuren überhaupt auf die Reise geschickt? „Wir hoffen, dass die Menschen, die das Christuskind beherbergen, eine andere Perspektive bekommen, einen neuen Blick auf das Weihnachtsfest. Wir feiern ja nicht nur die Geburt Christi, sondern hoffen auch auf seine Wiederkunft“, sagt Thomas Roters. Die Herbergssuche verweise auch auf die Gastfreundschaft, die jeder zu finden erhoffe – ganz unabhängig vom Glauben. Geboren wurde die Idee im Pfarreiratsausschuss Evangelisierung. „Wir wollen mit unseren Angeboten auch denen einen Zugang zu Jesus Christus und zur Kirche ermöglichen, denen der Glaube fremd geworden ist“, sagt Claudia Mönsters. Diese Aktion erreiche über die Weitergabe an Kollegen, Nachbarn oder Verwandte auch Menschen, „die sonst mit der Kirche nichts mehr am Hut haben“.

Reisetagebuch
Jedes Christuskind wird von einem Reisetagebuch begleitet. Darin finden sich kurze Impulse, die zur Auseinandersetzung mit der Figur anregen sollen. Die Gastgeber können auch selber Erfahrungen, Bilder, Gedichte oder Lieder im Reisetagebuch festhalten. Die Tagebücher werden ab Heiligabend an den Krippen zur Einsicht ausgelegt.

Die Christuskindreise, so verraten Thomas Roters und Claudia Mönsters, sei in den Vorbereitungen auch auf Bedenken gestoßen: Was ist, wenn ein Jesuskind nicht den Weg zur Krippe zurückfindet? Thomas Roters überzeugte die Skeptiker mit Optimismus: „Wir vertrauen fest darauf, dass die Christuskinder am 22. Dezember wieder im Pfarrbüro abgegeben werden.“ Schließlich müssen sie ja spätestens am Heiligen Abend wieder an Ort und Stelle sein: im Stall, bei Maria und Josef, Ochs und Esel und der ganzen Hirtenschar.

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