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SPP Media GmbH insolvent

Mitarbeiter können hoffen

STADTLOHN Das Aus kam am Ende überraschend: Die Industriedruckerei SPP Media GmbH hat Insolvenz angemeldet. Ihr Standort im Gutenberghaus ist damit ebenfalls betroffen. Wir beleuchten in Fragen und Antworten Ursache und Folgen.

Mitarbeiter können hoffen

Die Produktion läuft weiter: Mit rund 40 Mitarbeitern stellt der Standort Stadtlohn für die SPP Media GmbH einen wichtigen Schwerpunkt ihrer unternehmerischen Aktivitäten dar.

Wofür steht die SPP Media GmbH? Die Industriedruckerei hat ihren Sitz in Münster, ihre Ursprünge liegen im hessischen Dillenburg. Sie beschäftigte 59 Mitarbeiter an den Standorten Stadtlohn, Dillenburg und Gladenbach.

Wie ist die Beziehung zu Stadtlohn entstanden? Die SPP Media GmbH stellt eine Beteiligung der Stadtlohner Unternehmensgruppe Gutenberghaus dar, die von den Vorgängen bei der SPP Media GmbH selbst aber nicht berührt sei. Die Produktion wurde im vergangenen Jahr von Dillenburg nach Stadtlohn verlegt, dort konzentriert und mit Maschinen der neuesten Technik und einem Investitionsprogramm von zwei Millionen Euro ergänzt.

Warum erfolgte der Gang in die Insolvenz? Ein harter Verdrängungswettbewerb im Werbedruckmarkt habe zu weiteren Umsatzrückgängen vor allem im Segment des hochauflagigen Prospekt- und Katalogdrucks geführt. Wie Rechtsanwalt Dr. Leo Schoofs (Foto) als vorläufiger Insolvenzverwalter weiter erläuterte, läge die Ursache dafür in sinkenden Erzeugerpreisen und rückläufigen Auflagenhöhen. Bei den Kunden des Unternehmens handle es sich in erster Line um Industrieunternehmen. Das Unternehmen habe keine Kunden im Münsterland.

Wie kam es schließlich zu den akuten Liquiditätsproblemen? Im Juni habe sich ein schwerer Maschinenschaden ereignet. Weil Ersatzteile beim Hersteller fehlten, konnte sie nicht zeitnah repariert werden. Das Unternehmen habe dadurch erhebliche Produktionsausfälle gehabt, was wiederum akute Liquiditätsprobleme nach sich gezogen hätten.

Wie sahen die Konsequenzen in dieser Situation aus? Das Unternehmen entschloss sich angesichts dieser Situation, die Reißleine zu ziehen. Die Verantwortlichen setzen nun auf eine Sanierung mit Hilfe eines sogenannten Regel-Insolvenzverfahrens.

Wie stellen sich die wirtschaftlichen Perspektiven dar? Insolvenzverwalter Dr. Leo Schoofs sagt, er schätze die Chancen als gut ein, dass es zu einer Fortführung des Betriebes kommen werde. Es gebe zurzeit eine ausreichend große Auftragsdecke. Zudem hätten die Kunden signalisiert, dass sie die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen fortsetzen wollten. Zudem sei die Zahl der Gläubiger sehr überschaubar, ergänzt der Insolvenzverwalter.

Welche Schritte sollen nun folgen? Zurzeit sei die Aufrechterhaltung der Produktion bis zum Jahresende geplant. Gemeinsam mit den Eigentümern und externen Partnern sollen bis dahin Lösungen für den Fortbestand gefunden werden.

Was heißt das für die Mitarbeiter? Ihre Bezahlung sei für die nächsten Wochen in jedem Fall gesichert. Ziel sei es, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten.

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