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Gerichtsprozess

Eineinhalb Jahre Haft für Wohnungseinbruch

Südlohn Eine Gefängnisstrafe erwartet einen 30-Jährigen nach einem Einbruch in Oeding – auch wenn er vor Gericht den Ahnungslosen spielte.

Eineinhalb Jahre Haft für Wohnungseinbruch

Eine anderthalbjährige Haftstrafe verhängte das Amsgericht Borken gegen einen 30-Jährigen nach einem Einbruch in Oeding. Foto: picture alliance / dpa

Eine Haftstrafe von eineinhalb Jahren ohne Bewährung hat das Amtsgericht in Borken gestern gegen einen 30-Jährigen verhängt. Ihm wurde vorgeworfen, mit einer weiteren, bisher unbekannten Person, in ein Wohnhaus in Oeding eingebrochen zu sein. Zwei Türen hatten die Einbrecher aufgehebelt und sich dann im Haus umgeschaut. Neben 1600 Euro Bargeld erbeuteten die Diebe Ringe, Armbänder, Uhren, Anhänger, Perlenketten und vieles mehr. Gesamtwert: weit über 20.000 Euro.

Der Angeklagte gab zu, am 7. März 2017 mit dem Wagen seiner Lebensgefährtin in der Oedinger Siedlung gewesen zu sein. Er habe einen Bekannten, den Namen kannte er nicht, für 100 Euro von Gelsenkirchen nach Oeding gefahren. Der Bekannte habe etwas abholen wollen.

Zwei Männer mit Taschen

Dass der Angeklagte nur auf seinen Mitfahrer gewartet habe, hörte sich bei den Aussagen von Zeuginnen anders an. Die vier Nachbarinnen haben den Angeklagten in der Verhandlung am Montag zwar nicht erkannt. Sie sagten aber aus, dass an dem besagten Vormittag zwei Männer, jeder mit einer Tasche, vom Haus des Einbruchs kamen, zum Auto gingen und wegfuhren. Der Angeklagte blieb bis zum Schluss dabei, von dem Einbruch nichts zu wissen. Nach der Aussage des 62-jährigen Opfers schilderten die Nachbarinnen die Geschehnisse am Tattag. Ihnen waren das Auto und die beiden Männer in der Siedlung aufgefallen. Zwei Nachbarinnen wurden argwöhnisch und schrieben sich das Kennzeichen des fremden Autos auf. So ermittelte die Polizei den Angeklagten. Bei dem fand im Mai eine Wohnungsdurchsuchung statt. In einem der drei Autos des 30-jährigen Hartz-IV-Empfängers fand die Polizei im Kofferraum einen Beutel mit acht Armbanduhren sowie fünf Pfandscheine. Die Uhren und auch die Schmuckgegenstände aus dem Pfandhaus ließen sich allerdings keinem Einbruch zuordnen.

Ausgedachte Geschichte

Für die Staatsanwältin war klar, dass der Angeklagte Täter und nicht nur ahnungsloser Fahrer war. Sie beantragte eine Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren. Die Anwältin des 30-Jährigen plädierte auf Freispruch.

Eineinhalb Jahre ohne Bewährung und Einziehung des Wertersatzes lautete das anschließende Urteil, dass damit noch über der Forderung der Staatsanwaltschaft lag. „Es steht fest, dass Sie da eingebrochen sind“, begründete der Richter sein Urteil. „Warum sind Sie nicht auf die Einfahrt gefahren und haben die Sachen abgeholt?“, wunderte sich der Richter, dass der Angeklagte entfernt vom Tatort geparkt hatte. Für ihn hatte der Angeklagte sich eine Geschichte ausgedacht. Obwohl Ersttäter, kam aus Sicht des Richters keine Bewährungsstrafe in Betracht. Der hohe Schaden, die Lügengeschichte und fehlende Unrechtseinsicht nannte er als Gründe dafür.

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