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Grüner Weg in Oeding

Plötzlich Einbahnstraße

OEDING Es war vor ungefähr zwei Wochen – da stand es auf einmal da: Ein blaues Schild mit weißem Pfeil. So etwas hat es in Oeding und auch in Südlohn noch nicht gegeben: eine Einbahnstraße. Die Neuheit in der Verkehrsschilderlandschaft der Doppelgemeinde ist auf einem Teilstück des Grünen Wegs zu finden.

Plötzlich Einbahnstraße

Ein Teilstück des Grünen Weg ist probeweise für drei Monate als Einbahnstraße ausgeschildert. Der Grund: Die Verkehrssituation vor dem Kindergarten soll entschärft werden. Fahrradfahrer dürfen in beide Richtungen fahren.

Ein Anruf bei der Gemeindeverwaltung hilft weiter: Das Schild, erklärt Bauamtsleiter Dirk Vahlmann, sei zur Probe aufgestellt worden. Drei Monate lang sollen Autos nur in eine Richtung fahren dürfen auf dem Teilstück des Grünen Wegs zwischen der Schultenallee und der Fürst-zu-Salm-Horstmar-Straße. Fahrräder dürfen weiterhin in beide Richtungen fahren.

Die neue Verkehrsregelung sei ein Ergebnis der Verkehrsschau, zu der sich Anfang April Vertreter aller beteiligten Behörden auf den Weg durch Südlohn und Oeding gemacht hatten. Eine Haltestelle auf der Busreise war die Kindertageseinrichtung St. Jakobus am Grünen Weg. Dort, so es hatte ein Einwohner der Gemeinde mitgeteilt, entstünden zu den Stoßzeiten gefährliche Situationen für die Kinder, die mit Autos dorthin gebracht oder von dort abgeholt würden.

Die Verkehrsschau-Gruppe befasste sich mit dem Vorschlag des Einwohners, die Einbahnstraßenregelung einzuführen – und hielt sie mehrheitlich für eine gute Idee, wie Bernhard Sieverding vom Kreis Borken im Telefonat mit unserer Zeitung zurückblickt. Ein „Verkehrsversuch“, so nannte es der Abteilungsleiter Verkehrsicherung und Verkehrsaufklärung beim Kreis Borken, sollte gestartet werden.

Drei Monate

„Tempo 30 bleibt“, betont Bernhard Sieverding. Drei Monate lang solle die Situation dort auch durch die örtliche Polizei im Blick behalten werden – nach drei Monaten werde dann erneut beratschlagt und entschieden.

Was Bernhard Sieverding nicht ausschließen mag: Das schneller gefahren wird. „Einbahnstraßenregelungen verführen manchmal zu schnellerem Fahren. Man hat ja keinen Gegenverkehr“, erklärte er. Aber: Die Erfahrungen aller Beobachter und Anwohner sollten am Ende in die Entscheidungsfindung des Kreises Borken einfließen.

Überraschte Anwohner

Apropos Anwohner: Die wurden von den Schildern überrascht, denn Bescheid gesagt hat ihnen niemand. Bei der Gemeinde habe es schon Anrufe gegeben, sagt Bauamtsleiter Dirk Vahlmann. Die Anwohner hätten sich erkundigt, warum die Einbahnstraßenregelung bestehe.

„Ich hätte gedacht, die Gemeinde sagt Bescheid“, äußert sich Bernhard Sieverding zum Informationsfluss. Aber im Rathaus oder auch im Kindergarten erhielten die erstaunten Anwohner ja eine Antwort. Ulrike Weßling-Tummel, Kita-Leiterin, wusste seit der Verkehrsschau, dass eine Einbahnregelung kommen könnte. Sie selbst war aber auch überrascht, als sie eines Tages das Schild sah.

Keine Beschwerden

„Für die Anwohner ist das natürlich lästig“, betont die Kindergartenleiterin. „Aber es geht ja um die Sicherheit der Kinder, und es ist erst einmal nur ein Versuch“. Beschwert habe sich auch niemand, sondern nur nachgefragt, ergänzt sie. Auch die Eltern der Kindergartenkinder müssten sich noch erst einmal an die neue Lage gewöhnen, hat sie in den vergangenen Tagen beobachtet und in vielen Gesprächen erfahren.

Die Idee einer Einbahnregelung sei ja schon einige Jahre alt, kann sie sich erinnern. Seinerzeit sei das nicht weiter verfolgt worden. „Aber man muss auch sagen, heute werden viel mehr Kinder mit dem Auto gebracht, weniger zu Fuß oder mit dem Rad“, stellt Ulrike Weßlilng-Tummel fest. „Das alles muss sich ja erst einmal einspielen, wir sollten die drei Monate abwarten“, sieht sie die neue Regelung gelassen.

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