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Azubi bei Pfreundt

Sprache öffnet Flüchtling in Südlohn neue Türen

Südlohn Natik Gasanov arbeitet seit August bei der Firma Pfreundt. Der 30-Jährige macht eine Ausbildung als Fachkraft für Lagerlogistik. Prokuristin Anja Schemmick freut sich, dass das Unternehmen Gasanov gewinnen konnte. So ganz leicht war das nicht.

Sprache öffnet Flüchtling in Südlohn neue Türen

Natik Gasanov arbeitet seit August bei der Firma Pfreundt. Der 30-Jährige macht eine Ausbildung als Fachkraft für Lagerlogistik. Prokuristin Anja Schemmick freut sich, dass das Unternehmen Gasanov gewinnen konnte. Foto: Foto: Lena Beneke

Natik Gasanov hat sich selbst Deutsch beigebracht. Der Mann aus Aserbaidschan ist ein Muster-Beispiel für gelungene Integration. Auch auf dem Arbeitsmarkt – denn seit August macht er im Unternehmen Pfreundt eine Ausbildung. Der 30-Jährige hat die Südlohner Maschinenbauer schnell von sich überzeugt.

Im November 2014 kam Natik Gasanov mit seiner Frau und dem damals einjährigen Sohn als politischer Flüchtling von Aserbaidschan nach Deutschland. Eine eigene Wohnung hatten sie lange nicht, zogen nach Anweisung der Behörden in Nordrhein-Westfalen von Unterkunft zu Unterkunft. Von Dortmund ging es in kleinere Städte und Gemeinden, dann nach Bielefeld und schließlich im Januar 2015 nach Südlohn. Über fünfmal musste die kleine Familie den Ort wechseln. „Es war eine schwierige Zeit“, erinnert sich Natik Gasanov.

Hindernisse überwinden
Vor allem die Sprachbarriere machte ihm anfangs zu schaffen. „Ich konnte mich nicht artikulieren. Also habe ich 2015 begonnen, mir selbst Deutsch beizubringen“, schildert er seine Anfänge im damals noch fremden Deutschland. Und so las er Bücher, nutzte seine Sprachkenntnisse aus dem Russischen, Türkischen und Englischen, um rascher Deutsch zu lernen. „Ich habe versucht, viel zu sprechen, auch Fernsehen hat geholfen. Bis heute bin ich beim Lesen und Schreiben aber besser als im Sprechen“, sagt er schüchtern in zwar nicht akzentfreiem, aber sehr gutem, flüssigem Deutsch. Die überwundene sprachliche Barriere erleichterte ihm das Leben im vorher so fremden Land. „Nachdem ich Deutsch gelernt hatte, fühlte ich mich wohler“, sagt Natik Gasanov.

Auch öffnete ihm die Sprachkenntnis neue Türen. Durch sie fand er eine Stelle bei der Firma Pfreundt.

Erfahrung mit der Einstellung von Flüchtlingen habe das Unternehmen nicht gehabt, sagt Anja Schemmick, Prokuristin bei Pfreundt. „Wir wollten gerade eine Azubi-Stelle ausschreiben, als gleichzeitig die Flüchtlingshilfe Kontakt zu uns aufgenommen hat. Sie fragten, ob wir nicht Arbeit hätten für einen jungen Mann.“ So kam es, dass sich Natik Gasanov zum Kennenlernen bei der Firma einfand. Aus der lockeren Vorstellungsrunde wurde ein Gespräch über die Azubi-Stelle, die der junge Aserbaidschaner schließlich bekam. „Es ist schwer, Azubis zu finden“, sagt Schemmick. Ihr Unternehmen ist froh, dass es Gasanov für die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik gewinnen konnte. Ausschlaggebend waren auch die guten Deutschkenntnisse des 30-Jährigen.

„Ich war so froh“
Die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt klappt in Südlohn recht gut (MLZ berichtete). Flüchtlinge wie Natik Gasanov finden teils schon während des laufenden Asylverfahrens einen Arbeitsplatz. Seit Mai weiß er, dass er und seine Familie, die inzwischen um eine Tochter angewachsen ist, in Deutschland bleiben dürfen. „Ich fand es nicht so aufwendig, wie erwartet. Es dauerte sieben Wochen vom ersten Gespräch bis zur Einstellung“, beschreibt Anja Schemmick die Kommunikation mit den Behörden. „Ich war so froh“, sagt Natik Gasanov. Ihm ist es wichtig, seinen Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Schemmick: „Als er mir im Flur entgegenkam und ‚Mahlzeit‘ zu mir sagte, wusste ich, er ist angekommen.“

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