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Ernings Skulpturengarten

Öffentliche Einblicke in private Kunstwelt

VREDEN Die Idee ist lange gereift. Dr. Dr. Adolf Erning, mittlerweile über 80, möchte seinen bislang privaten Skulpturenpark öffnen. Doch noch ist Geduld angesagt.

Öffentliche Einblicke in private Kunstwelt

Dr. Dr. Adolf Erning in seinem „Ausstellungsraum“ im Grünen. Rund 140 Plastiken, die meisten von ihm selbst, aber auch Werke seiner Frau Johanna und auch seines Sohnes stehen im zwei Hektar großen Skulpturenpark.Hildebrand-Stubbe Foto: Foto Hildebrand-Stubbe

Im nächsten Jahr möchte Adolf Erning seinen Skulpturenpark öffnen. Vorher hatte er, wie er sagt, keine Zeit dazu, sich mit einem solchen Projekt zu befassen. Schließlich war der promovierte Jurist und Volkswirt noch bis vor zehn Jahren als Anwalt „überbeschäftigt“. Und nach Ende des Erwerbslebens hatte er nur das im Sinn: „Ich wollte erst mal nur Kunst machen.“

Nur ein einziges Mal hatten er und seine Frau Johanna – gemeinsam hatten sie die Skulpturenlandschaft an der Berkel vor rund 40 Jahren realisiert – einer breiten Öffentlichkeit Einblick gewährt. „Damals kamen rund 900 Leute“, erinnert sich der Vredener an einen unglaublichen Ansturm.

Ab Mai kommenden Jahres sollen Besucher bis September monatlich an einem Samstag Gelegenheit haben, in die Kunstwelt des Adolf Erning mit allein rund 140 Plastiken und Skulpturen  im zwei Hektar großen „Garten“ einzusteigen. Das allerdings gegen ein Eintrittsgeld von zehn Euro. „Dann kommen nur die, die auch wirklich interessiert an er Kunst sind“, vermutet Adolf Erning. Geld damit zu machen, sei nämlich nicht sein Thema. Den Interessierten würde er auch auf Wunsch nicht nur den Park, sondern auch sein Haus öffnen.

„Nicht bevormunden“

Dort ist die Kunst, darunter rund 200 Bilder, kaum trennbar von der Wohn- und Lebenswelt. Einen geführten Rundgang durch das Anwesen lehnt er allerdings kategorisch ab: „Ich will die Leute doch nicht bevormunden.“ Vielmehr gehe es ihm darum, dass etwas gelernt wird und auch um eine „Auseinandersetzung mit der Kunst“.

Davon geht er aus: „Die einen werden sagen alles Mist, andere alles prima.“ Genau dieses Spannungsfeld ist es, das den Vredener immer interessiert hat. Überhaupt ist in der Kunst von Adolf Erning, der man weder draußen noch drinnen entgehen kann, kein roter Faden erkennbar. Da wechseln sich Objekte mit Bildern, Formate, Stile und Materialien immer wieder ab. Und das ist durchaus gewollt. Der Künstler will sich nicht festlegen, will den ständigen Perspektivwechsel. Wie im Garten, wenn er ab und zu mal Hand anlegt und so manchem seiner Kunstwerke einen im echten Wortsinn anderen Dreh gibt.

Produkte eines Freigeistes

Sie alle sind die Produkte des Freigeistes: „Ich wollte immer frei sein.“ Und diese Freiheit nimmt sich der Autodidakt, der sich schon als Kind von der Kunst angezogen fühlte, auch. Folgerichtig trägt das Familienwappen, das er selbst geschaffen hat, auch den Wahlspruch: Libertas und Veritas – Freiheit und Wahrheit. Fast so etwas wie eine Erningsche Kurzbiografie.

Und noch etwas ist anders bei den aktuellen Plänen: Jetzt kann Adolf Erning sich auch vorstellen, sich von einem Teil der Kunstwerke zu trennen, sprich sie zu verkaufen. Inzwischen hat er offenbar mit seinen alten Bedenken Frieden geschlossen: „Ich hatte immer das Gefühl, ich verkaufe mich selbst.“ Außerdem habe er gar nicht gewusst, „dass ich gut war.“

Was aber wird aus alledem, wenn er mal nicht mehr ist: „Da haben meine Kinder völlige Freiheit.“ Auch in dieser Beziehung bleibt er sich treu.

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