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Vredener Radwegenetz

Radfahrer fühlen sich unsicher

VREDEN Die drei Radler rollen auf ihrer Spur durch den Kreisverkehr. Sie biegen auf dem gepflasterten Streifen in die Ölbachstraße ein. Doch da endet die Markierung. Was nun?

Radfahrer fühlen sich unsicher

Sehen Probleme mit dem Radwegenetz in Vreden (v.l.): Gerd Hilbing, Hubert Lechtenberg und Clemens Brückerhoff haben angekündigt, dass die Senioren-Union einen Bürgerantrag zu diesem Thema einbringen will.

Hubert Lechtenberg, Gerd Hilbing und Clemens Brückerhoff haben in dieser Situation mehrere Möglichkeiten: Sie verlassen die gepflasterte Fläche und fädeln sich in die vielbefahrene Ölbachstraße ein. Oder sie benutzen den Radweg, von dem für sie nicht klar ist, ob er überhaupt noch einer ist. Denn das Schild ist verschwunden, das ihn als Radweg ausgewiesen hat.

„Die Stadt hat an vielen Stellen die Schilder entfernt, die vorher Radwege gekennzeichnet haben“, sagt Gerd Hilbing: „Damit sind Radwege ohne Ankündigung weggefallen.“ Das ärgert den Vredener mächtig. Noch dazu habe es an manchen Stellen bereits Polizeikontrollen gegeben: Was bis vor Kurzem noch kein Fehlverhalten war, kann jetzt kostenpflichtig werden.

Große Unklarheit

„Die Radwege sind ja praktisch noch da, aber theoretisch sind sie keine mehr.“ Das schaffe eine große Unklarheit, findet nicht nur Gerd Hilbing. Seine Mitstreiter empfinden diese Veränderung ebenfalls als Problem. Gerade Kinder und Senioren benötigten deutliche Hinweise.

Gerd Hilbing, Hubert Lechtenberg und Clemens Brückerhoff wollen das nicht hinnehmen. Sie kündigen im Gespräch mit unserer Zeitung einen Bürgerantrag an, den die Senioren-Union stellen will. „Wir brauchen ein klares Konzept und eine klare Strategie für unser Radwegenetz“, sagt Clemens Brückerhoff.

Wegeführung und Qualität

Die Senioren haben zwei Gesichtspunkte dabei besonders im Auge: Es gehe um die Wegeführung und um die Qualität der Radwege. Denn auch daran hapere es an vielen Stellen: Rissige Decken, Löcher, zu hohe Auf- und Abfahrten – die Liste der Mängel ließe sich aus ihrer Sicht noch erheblich verlängern. Die Radwege seien „total vernachlässigt“, da stelle sich mit Blick auf große Investitionen an anderen Stellen die Frage, ob die Stadt die Prioritäten richtig setze.

Aus Sicht der Initiatoren des angekündigten Bürgerantrags muss sich schnell etwas tun. Die Neuerungen würden zusätzliche Gefahren heraufbeschwören. Sie beklagen in diesem Zusammenhang nicht zuletzt, dass die Stadt die Bevölkerung über die Veränderungen nicht besser informiert habe.

Stellung genommen

Joachim Hartmann hat Verständnis für die Verunsicherung, die viele Radfahrer in Vreden befallen hat. Und der Leiter des Fachbereichs Bauen bei der Stadt räumt im Gespräch mit unserer Zeitung gleich mit einem Missverständnis auf: „Die Radwege dürfen weiter benutzt werden, auch wenn kein Schild mehr da ist.“ Damit sei lediglich die Pflicht zur Benutzung entfallen, nicht aber die Möglichkeit.

Nachvollziehbar findet er auch, dass der Übergang zwischen Kreisverkehr und Straße sich problematisch darstellt: „Die Kreisel sind noch nicht umgebaut.“ Joachim Hartmann ruft in diesem Zusammenhang noch einmal in Erinnerung, was wesentlicher Bestandteil des beschlossenen Radwegekonzepts ist: „Wir sind zutiefst davon überzeugt, dass es richtig und sicherer ist, die Radfahrer in der Stadt auf der Fahrbahn mitzuführen.“ 

Subjektive Sicherheit

Viele Untersuchungen würden dies belegen. Deshalb werde die Stadt auch die Kreisverkehre umbauen: „Der Kreisel am Gymnasium zeigt, wie alle werden sollen.“ Hartmann versteht aber auch, dass sich viele subjektiv auf dem Radweg sicherer fühlen.

Dass die Radwege in Vreden in schlechtem Zustand seien, bestreitet Hartmann jedoch: „Wir unterhalten alle Radwege.“ Allerdings werde nicht neu investiert, wo ohnehin in absehbarer Zeit ein völliger Umbau vorgesehen sei.

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