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Projekt der Stadt

Treppe für Fische im Ausbach

VREDEN Lachse werden zwar nicht den Weg von Vreden in Richtung Stadtlohn nehmen. Viele andere Fischarten könnten aber von einem Vorhaben profitieren, für das der Bauausschuss in Vreden jetzt erste Weichen gestellt hat.

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Die Hamalandhalle spiegelt sich im Ausbach im Vredener Stadtpark

Der Ausbach im Vredener Stadtpark

Der Ausbach soll sich auf einem 820 Meter langen Abschnitt in eine Art von Fischtreppe verwandeln. Hergestellt wäre damit, was die Fachleute als „ökologische Durchgängigkeit“ bezeichnen. Das Thema rückte im Zusammenhang mit dem Erwerb des Berkelkraftwerks durch die Stadt auf die Tagesordnung. Es steht zugleich in direkter Beziehung zum Integrierten Handlungskonzept, das die der Innenstadt vorgibt. Die Berkelterrassen stellen dabei eines der Zukunftsprojekte dar. Um es verwirklichen zu können, muss aber zuvor die Frage der ökologische Durchgängigkeit geklärt sein.

Ausbach ist die erste Wahl

Der Ausbach stellt dazu die erste Wahl dar. Freiraumplaner Hans-Georg Flick zeigte den Mitgliedern des Ausschusses auf, dass andere Alternativen bestenfalls theoretischen Wert besitzen: Eine eingehauste Fischtreppe zum Stadtgraben brächte schwindelerregende Baukosten mit sich, der Zugang über die Berkel wäre baulich zu aufwendig. „Beim Ausbach stehen uns hingegen 820 Meter zur Verfügung, und dort ließe sich der Fischaufstieg nahezu ohne zusätzliche Einbauten verwirklichen.“ Das erlaube eine Gestaltung wie bei einem natürlichen Fließgewässer. Allerdings müsse an der Einmündung des Ausbaches in die Berkel diese einen Riegel zum Berkelkraftwerk hinbekommen, um die Fische entsprechend zu lenken. Diese Lösung ist aber auch nicht zum Nulltarif zu habe. Hans-Georg Flick rechnet damit, dass eine hohe sechsstellige Summe dafür fällig wird.

Überrascht reagiert

Dieser Umstand stieß nicht bei allen Mitgliedern des Gremiums auf Begeisterung. Wilhelm Berendsen (SPD) zeigte sich überrascht: „Als wir das Berkelkraftwerk gekauft haben, hieß es doch, wir bräuchten die Fischtreppe nicht.“ Eine Aussage, der Joachim Hartmann als Leiter des Fachbereichs Bauen vehement widersprach: „Wir haben massiv darauf hingewiesen.“ Allerdings hat die Stadt Vreden gute Chancen, dass sie die Investition nicht alleine schultern muss, die dafür ansteht. Die Verwaltung will nun beim Land dafür Mittel anmelden: Bis zu 80 Prozent Förderung winken, wenn damit eine Maßnahme umgesetzt wird, die dabei hilft, die Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union umzusetzen.

Einstimmiges Votum

Ein entsprechendes Schreiben kann jetzt von Vreden aus nach Münster zur Bezirksregierung auf die Reise gehen: Der Bau- und Planungsausschuss fasste nach kurzer Diskussion einstimmig den Beschluss, die Verwaltung damit zu beauftragen.

Ein ganz anderes Thema dürfte allerdings in nächster Zeit nicht so schnell in den Vordergrund rücken: die Zukunft des Berkelkraftwerks – nicht als Ort der Kultur, sondern als Faktor der Stromerzeugung. Denn dass die alte, wenig effiziente Technik keine dauerhafte Perspektive bietet, war den Ausschussmitgliedern nicht neu. Die Frage der Investition in neue Wege, die Wasserkraft zu nutzen, begegneten die Mitglieder des Ausschusses mit Zurückhaltung.

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Die Hamalandhalle spiegelt sich im Ausbach im Vredener Stadtpark

Der Ausbach im Vredener Stadtpark

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