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Kopien und Ausflüge

Diskussion um hohe Kosten an Werner Schulen

WERNE Kostenfreie Bildung ist eine zentrale Forderung aller Parteien - die Realität sieht jedoch oft anders aus: Im Schulausschuss hat sich Grünen-Politikerin Kirsten Carstensen über hohe Kosten für Kopien, Ausflüge und Material am Anne-Frank-Gymnasium in Werne beschwert. Jetzt hat der Schulleiter auf die Vorwürfe reagiert.

Diskussion um hohe Kosten an Werner Schulen

Insgesamt 111 neue Schüler werden nach den Sommerferien das Anne-Frank-Gymnasium besuchen.

Bildung in Deutschland ist kostenlos – sagt zumindest das Gesetz. Wobei so ganz kostenlos ist der Besuch einer Schule dann doch nicht. Kopien von Arbeits- oder Infoblättern, das gemeinsame Klassenfrühstück oder der Taschenrechner sind Posten, die von Eltern beglichen werden müssen.

Bestimmte Kosten sind gesetzlich geregelt – in einem Runderlass zum Paragrafen 96 des Schulgesetzes in NRW, der den Eltern das Prinzip der Lernmittelfreiheit garantiert. Die Ausnahme bildet der Eigenanteil, der ein Drittel der Summe beträgt, die durchschnittlich für die Anschaffung von Lernmitteln in einem Schuljahr ausgegeben wird.

Zwischen 25 und 50 Euro für Kopien und Klassenkasse

„Für die Sekundarstufe I bedeutet das 26 Euro pro Schuljahr, für die Sekundarstufe II 23,67 Euro“, hat Kirsten Carstensen, Grünen-Politikerin und Mutter zweier Kinder auf dem Anne-Frank-Gymnasium, ausgerechnet. Die Realität sähe jedoch anders aus, wie sie in der vergangenen Woche im Schulausschuss erklärte. So seien je nach Jahrgang zwischen 25 und 50 Euro an Kopierkosten und Klassenkasse fällig, hinzu kämen monatliche Beträge für die iPads sowie einmalige Zahlungen für Klassenfahrten, Ausflüge und zusätzliche Schullektüre.

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„Ist dem Schulträger bewusst, dass Eltern hier zu einem nicht unerheblichen Teil Sachkosten tragen müssen?“, lautete die Frage von Kirsten Carstensen an Schulamtsleiterin Liane Jäger. In der Sitzung selbst gab es noch keine Antwort – dafür am Mittwoch im Gespräch mit unserer Redaktion. „In dem Runderlass ist geregelt, dass der Schulträger für Sachkosten aufkommen muss, weitere Kosten jedoch an die Eltern weitergegeben werden können.“

Schulleiter hat für die öffentliche Anfrage wenig Verständnis

Konkrete Summen würden nicht genannt – die Schulen könnten eigenverantwortlich regeln, welche Kosten sie in welcher Höhe an die Eltern weitergeben. „Darüber sind sie dem Schulträger auch keine Rechenschaft schuldig“, so Liane Jäger weiter. Im von Kirsten Carstensen vorgetragenen Fall sei die Sache klar: „Es handelt sich nicht um Sachkosten, für die der Schulträger zuständig ist.“

Heinz-Joachim Auferoth, Leiter des Anne-Frank-Gymnasiums, hat für die öffentliche Anfrage aus einem ganz anderen Grund wenig Verständnis: „Die Eltern haben alle, gemeinsam mit der Klassenlehrerin, zusammen entschieden, dass sie in diesem Fall pauschal 50 Euro in die Klassenkasse einzahlen. Das hätte also auch Frau Carstensen wissen müssen.“

Freiwillige Zahlungen seien mit den Eltern abgesprochen

Das Geld sei natürlich nicht ausschließlich für Kopien gedacht. „Sondern zum Beispiel als Anzahlung für eine Klassenfahrt oder auch als Beitrag für den Kauf von Schullektüre.“ Dieses Buch hätten die Eltern ohnehin kaufen müssen. „Auf diese Weise zahlen sie ihren Anteil in die Klassenkasse ein, und die Kollegin besorgt das Buch zentral. Im Grunde sind wir hier den Eltern sogar entgegengekommen.“

Auferoth betonte im Gespräch mit unserer Redaktion, dass sich das AFG bei den Kostenbeteiligungen gesetzeskonform verhalte. Alles, was über den gesetzlichen Anteil hinaus gehe, sei mit den Eltern abgesprochen oder, wie zum Beispiel im Falle der zentralen individuellen Förderung (ZiF), eine freiwillige Leistung.

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